Bluttat in Basel

22. März 2019 11:36; Akt: 22.03.2019 12:00 Print

«Mit dem Trauermarsch will ich einfach helfen»

Ein erschütterter Vater organisiert in Basel einen Trauermarsch für den getöteten 7-jährigen Knaben – als Akt der Solidarität.

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Die Traueranzeige der Basler Volksschulen wurde am Dienstag publiziert. Auf dem Heimweg von der Schule erstochen: Der 7-jährige Ilias.M. Der 7-jährige Ilias .M.* wurde am Donnerstag auf offener Strasse auf brutale Art und Weise getötet. Der 7-jährige Ilias M. wurde von einer Frau niedergestochen. «Es geht uns ganz schlecht», sagt seine Mutter einen Tag nach der Tat. Emi Salahi hat via Facebbok für Samstag zum Trauermarsch für den getöteten 7-jährigen Ilias .M. aufgerufen. «Ich hatte in den Medien über die schreckliche Tat erfahren und war so erschüttert, dass ich irgendwie helfen wollte», sagt er. Der Marsch soll am Samstag in Basel um 14 Uhr beginnen. «Ich würde gern mit den Teilnehmern vom Schulhaus Gotthelf zum Tatort am St. Galler Ring laufen und dort Kerzen anzünden und Blumen niederlegen», erklärt Salahi. Einen Tag nach der unbegreiflichen Bluttat ist der Tatort am St. Galler-Ring mit Blumen und Trauerbekundungen übersät. Beim St. Galler-Ring in Basel wurde am Donnerstag ein 7-jähriger Bub erstochen. Am Freitagmorgen legen Menschen am Tatort Blumen nieder. Die Trauer um das Opfer eines Messer-Angriffs ist am Morgen nach der Tat gross. Auch Schulkinder trauern um den 7-Jährigen, der von einer 75-jährigen Schweizerin erstochen worden sein soll. Die Trauer um das Opfer eines Messer-Angriffs ist am Morgen nach der Tat gross. Am Freitagmorgen markiert die Polizei vor dem Schulhaus Präsenz. Die 75-jährige Frau hatte sich am Donnerstagabend der Polizei gestellt und angegeben, den Jungen angegriffen zu haben. Bei dem getöteten handelt es sich um einen Kosovo-Albaner. Der Schüler wurde auf offener Strasse getötet. Kurz darauf stellte sich eine 75-Jährige Schweizerin der Polizei. Die Klassenlehrerin fand den Buben, der schwere Verletzungen im Halsbereich aufwies. Die 75-Jährige griff den 7-Jährigen in der Nähe des Gotthelf-Schulhauses an. Der 7-Jährige wurde notfallmässig ins Spital eingeliefert, erlag aber seinen schweren Verletzungen. Die Frau meldete sich bei der Polizei. Am Tatort werden Blumen niedergelegt. Blumen und Kerzen am Tatort. Auch Schulkinder legen Blumen nieder. Weshalb es zur Bluttat kam, ist noch völlig unklar. «Wir sind sehr darauf angewiesen, dass sich Zeugen bei uns melden», sagt die Polizei und die Basler Staatsanwaltschaft.

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Nach der tödlichen Attacke auf den siebenjährigen I.M.*, die am Donnerstag in Basel erfolgte, ist die Betroffenheit schweizweit gross. Noch am gleichen Abend rief Emi Salahi (35) auf Facebook zu einem Trauermarsch für den getöteten Knaben auf. «Ich hatte via Medien über die schreckliche Tat erfahren und war so erschüttert, dass ich irgendwie helfen wollte», sagt der im Kanton Aargau wohnhafte Salahi.

«Das Schlimmste, was passieren kann»

Er kenne den getöteten Jungen und dessen Familie nicht. «Aber ich bin selbst Vater eines 10-jährigen Mädchens. Für Eltern ist ein solcher Vorfall brutal. Das Schlimmste, was passieren kann.» Niemand wolle ein solches Schreckensszenario erleben. Den Trauermarsch organisiere er aus Solidarität mit der betroffenen Familie und deren Angehörigen.

Trauermarsch am Samstag um 14 Uhr

Der Marsch soll am Samstag in Basel um 14 Uhr beginnen. «Ich würde gern mit den Teilnehmern vom Schulhaus Gotthelf zum Tatort am St. Galler Ring laufen und dort Kerzen anzünden und Blumen niederlegen», erklärt Salahi.

Er rechnet mit einer Beteiligung von 100 bis 150 Personen. Seinen Facebook-Aufruf habe er in einer albanischen Gruppe gepostet, inzwischen hätten über 150 Personen Interesse an einer Teilnahme gezeigt.

«Über 30 Zusagen sind es bis jetzt schon», sagt der gebürtige Albaner. Er fordert die Teilnehmer dazu auf, falls möglich mit dem öffentlichen Verkehr zum Trauermarsch anzureisen.

Polizei will Marsch bewilligen

Die Kantonspolizei Basel-Stadt habe Kenntnis vom geplanten Trauermarsch, wie Mediensprecher Toprak Yerguz schreibt. Die Polizei versuche nun, bezüglich Bewilligung mit dem Organisator in Kontakt zu treten, falls dieser nicht von sich aus an die Polizei gelangt. «Unser Hauptanliegen ist es, den Teilnehmenden die Durchführung des Trauermarsches zu ermöglichen», erklärt Yerguz.

(rol)