Narzissmus

18. März 2019 11:40; Akt: 18.03.2019 11:40 Print

«Narzisstischer Ex machte mein Leben zur Hölle»

Selbsthilfegruppen für Partner von Narzissten haben massiven Zulauf. Betroffene erzählen.

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Was, wenn sich der charismatische Partner als Narzisst entpuppt? «Es war einmal Hölle und zurück», beschreibt Leserin E.G. die Zeit mit ihrem narzisstischen Ex-Partner. Sie ist mit dieser Erfahrung nicht allein: Selbsthilfegruppen für Partner und Angehörige von Narzissten boomen, wie die «SonntagsZeitung» berichtet. 2017 gab es in der Schweiz erst vier, heute sind es bereits zehn solcher Gruppen - Tendenz steigend. Die Masche der Narzissten: Sie degradieren den Partner, um sich selbst besser zu fühlen. Vier Leser erzählen, wie sie eine solche Beziehung erlebt haben. Heute weiss E.G., dass ihr Ex-Partner schon immer ein Narzisst war und einer bleiben wird: «Ich habe noch nie einen so selbstverliebten und zugleich unsicheren Menschen kennengelernt. Er zerstörte mich über Jahre hinweg systematisch, nur damit er sich selber besser fühlen konnte.» Leserin B. B. führte eine Dreiecksbeziehung mit einem Narzissten, der ihr vorgaukelte, mit einer anderen Frau in einer On-off-Beziehung zu sein. Lange wurde B. von ihrem Partner ausgenutzt und hingehalten: «Er konnte sehr charismatisch sein, baute mir Luftschlösser, aber nur um zu kriegen, was er wollte.» Leserin C. M. fühlte sich erleichtert, als sie ihre Beziehung mit einem Narzissten endlich beendet hatte: «Zuerst bekommt man genau das zu hören, was man hören will.» Er bestimmte, wann wir uns sahen. Sowieso seien nur er und seine Bedürfnisse wichtig gewesen. Narzissmus steht alltagspsychologisch und umgangssprachlich für die Selbstverliebtheit und Selbstbewunderung eines Menschen. Der Begriff wurde der griechischen Mythologie entlehnt: Narziss ist der schöne Sohn des Flussgottes Kephissos. Er wies die Liebe der anderen zurück und verliebte sich in sein eigenes Spiegelbild.

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Was, wenn sich der charismatische Partner als Narzisst entpuppt? «Es war einmal Hölle und zurück», beschreibt Leserin E. G.* die Zeit mit ihrem narzisstischen Ex-Partner. Sie ist mit dieser Erfahrung nicht allein: Selbsthilfegruppen für Partner und Angehörige von Narzissten boomen, wie die «SonntagsZeitung» berichtet. 2017 gab es in der Schweiz erst vier, heute sind es bereits zehn solcher Gruppen – Tendenz steigend. Die Masche der Narzissten: Sie degradieren den Partner, um sich selbst besser zu fühlen. Laut «SonntagsZeitung» gibt es in der Schweiz 1 bis 2 Prozent krankhafte Narzissten, also rund 170'000 Personen. Vier Leser erzählen, wie sie eine solche Beziehung erlebt haben.

E. G. (39): «Ich war an allem schuld, das schieflief»

Heute weiss E. G., dass ihr Ex-Partner schon immer ein Narzisst war und einer bleiben wird: «Ich habe noch nie einen so selbstverliebten und zugleich unsicheren Menschen kennengelernt. Er zerstörte mich über Jahre hinweg systematisch, nur damit er sich selbst besser fühlen konnte.» An allem, was in seinem Leben schieflief, habe er ihr die Schuld gegeben: «Egal, was ich machte, es war nie gut genug für ihn. Ich würde sagen, das war einmal Hölle und zurück.»

B. B. (43): «Er baute mir Luftschlösser»

Leserin B. B.* führte eine Dreiecksbeziehung mit einem Narzissten, der ihr vorgaukelte, mit der anderen Frau in einer On-off-Beziehung zu sein. Lange wurde B. von ihrem Partner ausgenutzt und hingehalten: «Er konnte sehr charismatisch sein, baute mir Luftschlösser, aber nur um zu kriegen, was er wollte.» Es sei immer nur um ihn gegangen: «Er brauchte die volle Aufmerksamkeit. Alle seine Bedürfnisse mussten gestillt werden.» Zum Glück habe sie frühzeitig die Reissleine gezogen.

C. M. (57): «Man bekommt genau das zu hören, was man hören will»

Leserin C. M.* fühlte sich erleichtert, als sie ihre Beziehung mit einem Narzissten endlich beendet hatte: «Zuerst bekommt man genau das zu hören, was man hören will.» Er bestimmte, wann wir uns sahen. Sowieso seien nur er und seine Bedürfnisse wichtig gewesen. «Erzählte ich, was mich beschäftigte, wollte er es nicht hören.» Inzwischen sei ihr klar, dass es ihm nur um Dominanz gegangen sei: «Er versuchte mich zu erziehen und liess sich bedienen.»

Baba: «Bei Streit reagierte sie mit Sexentzug»

Nicht nur Frauen sind betroffen. Leser Baba* wurde von seiner Freundin jahrelang ausgenutzt und gedemütigt: «Sie hat nur ihr Leben in den Vordergrund gestellt. Bei Streit gab sie immer mir die Schuld. Zudem forderte sie immerzu Geld. Ist etwas nicht nach ihrem Kopf gegangen, hat sie immer mit Sexentzug reagiert. Sie wollte immer alles bestimmen.» Er traf eine konsequente Entscheidung: «Da ich mit meiner Art offenbar Gefahr laufe, solche Frauen anzuziehen, lasse ich es jetzt sein. Auch als Single kann man glücklich sein.»

*Name der Redaktion bekannt

(mm)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jeff am 18.03.2019 12:15 Report Diesen Beitrag melden

    Narzismuss ist gang und gäbe

    Öffnet mal Instagram. Alle Selbstverliebt. Wo sind solche Werte wie Demut und Bodenständigkeit? Warum werden Narzisten so gefeiert? Arme Welt...

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  • wolke007 am 18.03.2019 12:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auch in der Arbeitswelt...

    Nicht nur im privaten Umfeld - auch in der Arbeitswelt findet man oft narzisstische Kulturen. Ganz schwierig mit Mitarbeitern oder Chefs zusammenzuarbeiten die sich selber so wundervoll, grossartig und absolut perfekt vorkommen... um noch mehr zu glänzen wird dann oft das Umfeld als schlecht dargestellt... Da hilft nur der Ausbruch aus solchen Systemen.

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  • EineBetroffene am 18.03.2019 12:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Narzissten

    Leider dauert es eine Weile, bis man das falsche Spiel des Narzissten erkennt, inbesondere am Anfang einer Beziehung. Aber mit jeder Minute, wo man länger mit einem solch bösartigen Menschen zusammen bleibt, umso länger kann er oder sie dich seelisch kaputt machen. Sobald man es erkennt: Lauf, lauf so weit du kannst und schau nie, nie mehr zurück!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Cimla am 19.03.2019 12:46 Report Diesen Beitrag melden

    Narzismuss nach der Trennung

    Bei mir entpuppte sich der Narzismuss meines Ex-Freundes erst richtig nach der Trennung. Es gab schon immer Probleme mit seinem Verhalten mir gegenüber. Nach der Trennung war es aber die Hölle. Ich erfuhr das Lügen über mich erzählt wurden und dabei meine Privatsphäre verletzt wurde. Er gab auch Intime Situationen bekannt, veränderte sie aber zugleich, damit er besser dasteht als ich. Niemand weiss wie es wirklich war und wer tatsächlich der Teufel in dieser Rolle gespielt hat. Daran geilte er sich auf solange bis er selbst daran glaubte.

  • Kinta Kunte am 19.03.2019 11:25 Report Diesen Beitrag melden

    Narzissten sind bösartige Menschen

    Richtige Narzissten sind bösartig. Sie suchen gezielt nach Deinen Schwachstelllen, was viele als Interesse falsch interpretieren. Danach erniedrigen und verletzen sie Dich wo es am meisten schmerzt. Alles was Dir lieb und teuer ist wird runter gemacht bis du dich wertlos fühlst und alles was Du besitzt als nichtig siehst. Dabei wird auch nicht davor zurück geschreckt etwas mutwillig zu beschädigen. Kratzer auf dem Display deines 2 Stunden alten Handys usw. Sie beneiden dich um alles was Du hast, kannst und bist und fühlen sich erst gut wenn das alles zerstört ist .... Egoisten sind harmlos.

  • Arlechino am 19.03.2019 10:46 Report Diesen Beitrag melden

    Gesellschaft und Beziehung

    Gemäss Medien und Leserbeichte scheint die heutige und die zukünftige Gesellschaft nicht mehr Beziehungstauglich zu sein. Ständig liest man über das Fehlverhalten der Partner und sieht sich als Opfer.... Vorwiegend bei Frauen....sind solche Berichte eine Modeerscheinung oder stimmt das wirklich...dass die Geyellschaft ausseinandetfällt? Denn das hier ist nicht normal!

  • Berner Marie-Louise am 19.03.2019 09:27 Report Diesen Beitrag melden

    Narzzist

    Auch ich war Jahrzente lang mit einem Narzisten verheiratet wollte ewig dass er sich ändert aber Erfolglos da half Liebe und Güte nichts bis er ins Pflegheim kam und ich dann über 5 Jahre allein leben konnte und da hab ich erkannt dass ich viel zu lange mich Seelisch kaput machen musste .Hab dann mein Leben rum- gekempelt und heute bin ich eine starke Frau geworden.Er versuchte es aus dem Heim noch das Spiel zu treiben aber das ging dann nicht mehr.Da fing er an das Personal zu schickanieren aber die machten kurzen Prozess.Jetz ist er gestorben aber ich hab kein Verlust empfunden.

  • Trollgeflüster am 19.03.2019 09:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Borderline

    Genauso zerstörerisch und unaushaltbar sind Borderliner. Dies betrifft vor allem häufiger Frauen. Als ich meine Exfrau kennenlernte merkte man nichts davon, doch je näher wir uns kamen, desto abwertender und agressiver verhielt sie sich mir gegenüber. Ich wusste von ihrer Krankheit, hatte jedoch das Gefühl, dass ich das aushalte und es vielleicht sogar eindämmen kann. Also heirateten wir. Auxh als Zeichen an sie, dass ich sie nicht einfach verlasse, wenn es mal schwierig wird... Doch weit gefehlt. Was nach der Heirat abging, hat mich einen hohen Preis gekostet. Nicht finanziell, sondern betreffend meiner eigenen Gesundheit. Unvermittelte Wutausbrüche, Gewalt, Drohungen, üble Beschimpfungen... Obwohl man 5min vorher noch ihr Prinz gewesen ist, war man plötzlich derjenige, der an ihrer Verfassung schuld ist. Alle andern, ich, ihrer Eltern, ihre Kids aus erster Ehe, alle seiben wir auch krank und bräuchten Therapie znd Medis... Sie warf mit Gegenständen nach uns, und hat des öfteren meine Sachen in Tüten gepackt vor die Haustüre gestellt, als ich von der Arbeit heim kam. Irgendwann hatte es keinen Sinn mehr und ich keine Kraft mehr... Ich musste selber in eine psychiatrische Einrichtung... Ihr 75 jähriger Vater musste mir meine Sachen bringen, da sie mich nicht mehr sehen wollte ubd die Scheidung einreichte. Aufgrund meines Zustands verlor ich dann auch noch meinen Job und wohnte ein paar Wochen beo Bekannten auf dem Sofa... 2 Jahre benötigte ich, bis ich psychisch wieder der Alte war, einen Job hatte und wieder vorwärts ging... Seither mache ich einen grossen Bogen um Leute, die Borderliner/ Bipolar sind... "Sie können nichts dafür, es ist eine Krankheit" zählt für mich nicht mehr! Solche Menschen zerstören ihr Umfeld und sind sich dessen bewusst.