ÖV verliert Anteile

22. August 2019 10:21; Akt: 22.08.2019 10:21 Print

«Ohne Road-Pricing bleibt Autofahren attraktiv»

Der öffentliche Verkehr verliert Marktanteile. Der Verkehrsexperte Rolf Steinegger rechnet nicht damit, dass sich das ändert.

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Neue Zahlen des Informationsdiensts Litra belegen: Obwohl immer mehr Kilometer im öffentlichen Verkehr zurückgelegt werden, verlieren Bahn, Bus und Tram Marktanteile. Der grösste Teil des Wachstums wird vom Auto übernommen (20 Minuten berichtete). Warum das so ist und wieso sich das nicht so schnell ändern dürfte, sagt der Verkehrsexperte Rolf Steinegger.

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Was stört Sie am ÖV am meisten?

Herr Steinegger, der Anteil des ÖV ist in den letzten Jahren gesunken. Wieso?
Ich vermute, dass die gestiegenen ÖV-Preise einen dämpfenden Einfluss haben. Die verkehrs- und raumplanerische Vernunft sprechen aber für eine Priorisierung der effizienteren Verkehrsmittel – und das ist der ÖV, nicht das Auto.

Wie könnte das erreicht werden?
Wie sich der Verkehr entwickelt, ist abhängig vom Angebot. Gibt es neue Strassen, wird mehr Auto gefahren. Gibt es neue Zug-, Tram und Busverbindungen, steigt der ÖV-Anteil.

Der ÖV wird ausgebaut, dafür werden Milliarden investiert. Reicht das nicht?
Natürlich bringt das längerfristig etwas, aber gleichzeitig wird auch der Strassenverkehr ausgebaut. Auch für ihn wurde ein milliardenschwerer Fonds geschaffen. Es gibt zwei Geldflüsse, die munter weitersprudeln. Eine Priorisierung des ÖV durch die Politik ist nicht sichtbar, die Entwicklung scheint ungesteuert.

Schon heute wird der ÖV stark subventioniert. Soll der Steuerzahler noch mehr Geld investieren?
Der ÖV und das Autofahren werden beide stark subventioniert. Jede Gemeindestrasse und die Folgekosten etwa in Form von Umweltschäden, Unfällen oder Lärmschäden werden vom Steuer- oder Prämienzahler bezahlt. Solange es kein Road-Pricing gibt, bleibt Autofahren finanziell attraktiv.

(ehs)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sureswaran am 22.08.2019 10:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pendeln = Luxus?

    Anstatt den ÖV günstiger zu machen, wird einfach das Autofahren massiv verteuert. Bedenkt einfach sehr genau, was ihr im Oktober wählt! Die Linken planen ja bereits eine neue CO2-Steuer auf Benzin/Diesel. Wenn noch Roadpricing dazu kommt, dann ist euer Pendelweg zum Arbeitsplatz ein Luxus.

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  • Aufwand und Ertrag am 22.08.2019 11:22 Report Diesen Beitrag melden

    Stopp der Umverteilung von Kosten auf Privatperson

    Das ewig künstliche verteuern auf Kosten der Autofahrer muss gestoppt werden!! Der Autofahrer zahlt das meiste selbst über künstlich erhöhte Benzinpreise, Autobahnvignetten, Autosteuer, Versicherung, Anschaffung, über die Steuer den Unterhalt der Strassen, Parkplatzgebühren...

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  • Timmeh am 22.08.2019 11:21 Report Diesen Beitrag melden

    Subventionen

    "Der ÖV und das Autofahren werden beide stark subventioniert." - ah ja? Bezahlt der Strassenverkehr nicht einen erheblichen Teil Abgaben, welche direkt dem ÖV zugute kommen? Wenn das Autofahren subventioniert wird, dann auch nur weil man dessen Einnahmen für Quersubventionen in abartiger Höhe missbraucht...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Christoph Wüthrich am 22.08.2019 17:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Chregu

    Wenn es den Strassenverkehr nicht mehr gibt dann hat die ÖV kein Geld mehr. Was glaubt ihr ? Die ÖV könnte ohne das Geld überleben ? Nie und nimmer. Die ÖV hat x 1000 Angestellte die nichts tun . Siehe SBB .....

  • Nikon am 22.08.2019 17:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    take it easy

    Lieber sitze ich relaxed im Stau mit Musik, als überteuerte ÖV Preise zu bezahlen und mich von gestressten und egoistischen Menschen in den Bann ziehen zu lassen.

  • Autofahrer am 22.08.2019 17:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Teuer?

    Ich bin am Samstag von Flughafen Basel nach Pfäffikon SZ gefahren - das hat mich mit Halbtax 25.- gekostet. Auch die vollen 50 wären sehr preiswert verglichen mit dem Auto. Jedoch war der Bus vom Flughafen zum Basler Hauptbahnhof heillos überfüllt, der Zug von Basel nach Zürich nicht klimatisiert und in der S-Bahn von Zürich nach Pfäffikon hatte es ein trotziges Kind, das 20min rumschrie. Nicht zuletzt dauerte die ganze Reise fast 3 Stunden. Wegen diesem Mangel an Komfort und Schnelligkeit, fahre ich normalerweise Auto.

  • chregu am 22.08.2019 17:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unvollständig

    die Befragung kann man nicht abschließend ausführen in dem Bericht. Man müsste mehrere Punkte auswählen, damit es stimmt. Zu teuer, zu wenig Verbindung und zu lange ....

  • Duesi am 22.08.2019 17:18 Report Diesen Beitrag melden

    Rolf Steinegger

    Rolf Steinegger lassen sie sich ihr Lehrgeld retour zahlen. Solange der Individualverkehr noch den ÖV subventioniert wird das Autofahren eben nicht subventioniert. Das Gemeindestrassen durch den Steuerzahler mitgetragen werden, hat hauptsächlich damit zu tun, das die Gemeinde solche Strasse auch für die Allgemeinheit braucht. Wir könnten die schönsten Strassen der Welt haben würden die Gelder nicht umgeleitet in den ÖV.