Kasernenareal

08. Juli 2019 21:31; Akt: 08.07.2019 21:31 Print

Aktivisten protestieren in Zürich gegen Festnahmen

Bei Klima-Protesten in Basel und Zürich sind fast 100 Personen festgenommen wurden. Die Organisatoren kritisieren das Verhalten der Polizei scharf.

Yvonne Anliker, Mediensprecherin von Greenpeace Schweiz, über die Hintergründe der Bankenblockade und ihre Einschätzung zum Polizeieinsatz. (Video: 20 Minuten)
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Nach den Protesten von Klima-Aktivisten und diverser Festnahmen gingen am Montagabend in Zürich einige Dutzend Personen auf die Strasse. Sie demonstrierten vor dem Justizgebäude gegen Polizeigewalt und gegen die Verhaftungen.

Zudem forderten sie die Freilassung der Klima-Aktivisten. Die Proteste verliefen friedlich – die Menschen verschoben sich anschliessend in Richtung Langstrasse.


Wollten ein Zeichen setzen gegen Polizeigewalt: Die Demonstranten auf dem Kasernenareal. (Video: 20 Minuten)

Klima-Aktivisten hatten am Montagmorgen in Zürich und Basel gegen die Grossbanken Credit Suisse und UBS protestiert. Sie errichteten Sitzblockaden und versperrten den Zugang teils mit Velos und Pflanzenkübeln. In Zürich verhaftete die Polizei 64 Personen.

Vor Ort waren rund 70 Aktivisten und Aktivistinnen. Sie hatten sich teilweise aneinander und an die Türen gekettet. Die Polizei begann gegen 9.30 Uhr mit der Räumung des seit 6.30 Uhr blockierten Haupteingangs. Die Aktivisten leisteten passiv Widerstand und mussten weggetragen werden. Kurz nach 13 Uhr wurde die Polizeiaktion am Paradeplatz beendet, wie die Stadtpolizei Zürich mitteilte.

Klimaaktivisten blockieren Banken

Insgesamt wurden 64 Personen festgenommen und für weitere Abklärungen auf Polizeiwachen gebracht. Die Festgenommenen, 30 Frauen und 34 Männer, im Alter von 15-65 Jahren, werden der Staatsanwaltschaft Zürich, in zwei Fällen der Jugendanwaltschaft, zugeführt.

«Es ist skandalös»

«Derzeit sind fast 100 Menschen in Polizeigewahrsam. Wir haben keine weiteren Informationen von ihnen», sagt Frida Kohlmann, Sprecherin von Collective Climate Justice. Diese Bewegung steckt hinter der Banken-Blockade. Da die Staatsanwaltschaft voraussichtlich erst morgen die Befragungen durchführen werde, kämen sie frühestens morgen wieder frei.

«Es ist skandalös, dass die Klimaschützerinnen und -schützer wegen einer friedlichen Aktion festgenommen werden – in Städten, die den Klimanotstand ausgerufen haben.» Das zeige, dass nicht das Klima, sondern die Interessen des Geldes geschützt würden. Man werde sich aber nicht einschüchtern lassen.

Auch in Basel greift Polizei ein

In Basel spielte sich das Happening vor dem UBS-Bürogebäude beim Aeschenplatz ab; eine Bankfiliale hat es dort nicht. Gegen fünfzig Demonstrierende in weissen Overalls und teils mit Schminke im Gesicht machten sich beim sommerlich ausgedünnten Morgenverkehr bemerkbar.

Nachdem ein Strafantrag gestellt wurde, hat die Kantonspolizei Basel-Stadt die Teilnehmenden abgemahnt, das Areal bis 14.15 Uhr zu verlassen, wie sie auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte. Als die Protestierenden dem Aufruf nicht Folge leisteten, begannen die Gesetzeshüter, die Blockade zu räumen. Laut einem Polizeisprecher kam es auch in Basel zu vorläufigen Festnahmen. Wie viele Personen sich derzeit noch in Polizeigewahrsam befinden, ist noch unbekannt.



(daw/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Frigor am 08.07.2019 13:18 Report Diesen Beitrag melden

    Nun mussten extra...

    ...alleine in Zürch 50 Polizisten ausrücken mit ihrem benzinbetriebenen Einsatzfahrzeugen. Somit verschulden die Klimaaktivsten einen zusätzlichen C02 Ausstoss.

  • Jodenn am 08.07.2019 11:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unverständlich

    Am Wochenende noch am Openair und Tonnen von Apfall liegen lassen und am Montag fürs Klima demonstrieren........

    einklappen einklappen
  • Herman am 08.07.2019 12:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lösung

    Diese 70 Personen alle kosten (Polizei Einsatz, Beschädigungen) bezahlen lassen. Bis auf der letzte Rappe. Warum müssen die Steuerzahler diese Kosten übernehmen?

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Wenn die Relationen am 08.07.2019 22:28 Report Diesen Beitrag melden

    vollends verloren gehen,

    weil jeder und jede sich im Recht glaubt, Pro und Kontra nicht mehr diskutabel sind, nur noch die Polarisierung zählt - dann geht vergessen, wie oft und heftig auf diesem Forum die Banken in die Pfanne gehauen, die Löhne + Bonis der Bänker angeprangert wurden. Vergessen auch, dass die Banken uns eine Finanzkrise bescherten, vom Staat gerettet und in den USA mit Milliarden von Franken gebüsst wurden. Grad so, als ob eh und je alles i.O. Und korrekt gewesen wäre.

  • ESEREF am 08.07.2019 21:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unfassbar...

    Ohne Banken gibt es auch keine Energiewende. Wer soll das denn sonst finanzieren? Einfach nur primitiv diese Aktion.

  • Öpper am 08.07.2019 20:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tipp

    Schaut lieber, dass möglichst viele Leute ihr Konto von der CS/UBS z.B. zur Raiffeisen wechseln. Glaubt mir, damit tut ihr denen viel mehr weh, als wenn ihr einfach nur vor deren Eingang rumsitzt ;)

  • Daisydream am 08.07.2019 20:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach je

    Und weil sie sich "Klimaaktivisten" nennen, muss ihnen jeder Mist erlaubt sein? Ist aber immer so. Ein paar demonstrieren ganz friedlich für eine Sache und ein paar wenige treibens auf die Spitze und übertreiben. Und schon kommen alle in Verruf. Die haben dem Klimagedanken einen Bärendienst geleistet.

  • Bes am 08.07.2019 20:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leben ohne irgendwelche Unterstützung

    Haltet sie noch länger fest, es macht nichts, sie leben doch auch nur von Wasser und Brot, sie möchten doch Bescheidenheit rüberbringen, das heisst, kein Strom, Wasser, Handy,Auto, keine teuren Velos, eigentlich müssten diese Demonstranten mal etwa 3 Monate so leben , wie sie predigen, auch ohne Unterstützung egal welcher Art. Dann mal sehen!!