Pumpspeicherwerk Limmern

18. Dezember 2015 14:41; Akt: 18.12.2015 14:41 Print

«Projekt der Superlative» erstmals am Netz

Das Pumpspeicherwerk Limmern ist erfolgreich mit dem Stromnetz synchronisiert worden. Die Anlage soll einen wichtigen Beitrag zur Netzstabilität leisten.

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Der Erstaufstau wird in Rücksprache mit dem Bundesamt für Energie erfolgen: Die Staumauer am Limmernsee. (24. Juni 2015) (Bild: Keystone/Urs Flüeler)

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Der Energiekonzern Axpo sieht sein Bauprojekt «Linthal 2015» nach rund 10 Jahren Planungs- und Bauzeit auf der Zielgeraden. Die erste Maschinengruppe des Pumpspeicherwerks Limmern (PSW Limmern) in den Glarner Alpen wurde wie geplant erstmals erfolgreich mit dem Stromnetz synchronisiert.

Ein wichtiger Meilenstein des Bauprojekts sei damit erreicht, schreibt die Axpo in einer Mitteilung vom Freitag. Das PSW Limmern wird insgesamt eine Pumpleistung und eine Turbinenleistung von je 1000 Megawatt aufweisen. Dadurch erhöht sich die Leistung der Kraftwerke Linth-Limmern von heute 480 auf 1480 MW.

Neu 50 Personen

In den nächsten Monaten werden die insgesamt vier Maschinengruppen gestaffelt mit dem Netz synchronisiert. Danach folgen umfangreiche Tests. In den Sommermonaten 2016 soll dann der der Muttsee erstmals aufgestaut werden. Der Erstaufstau werde in Rücksprache mit dem Bundesamt für Energie erfolgen, heisst es.

Die Betriebsmannschaft für das PSW Limmern wird um 15 auf insgesamt 50 Personen aufgestockt. Gesteuert werden die vier 250-MW-Maschinengruppen von der Axpo Netzleitstelle in Baden.

«Pionierbauprojekt der Superlative»

Die Anlage werde künftig einen wichtigen Beitrag zur Netzstabilität und damit zur Versorgungssicherheit der Schweiz und Europas leisten, schreibt die Axpo. Denn das Pumpspeicherwerk könne wie eine Batterie innerhalb weniger Minuten sowohl grosse Mengen an Strom produzieren als auch allfällige Stromüberschüsse aufnehmen und für eine spätere Nutzung speichern. Solche Regelenergie sei durch die stark schwankende Produktion aus Wind- und Solarenergie vermehrt gefragt.

Die Axpo zeigte sich zudem erfreut darüber, das 2,1 Milliarden teure «Pionierbauprojekt der Superlative» im vorgesehenen Zeit- und Kostenrahmen fertiggestellt zu haben.

(dia/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dolores am 18.12.2015 15:53 Report Diesen Beitrag melden

    Branchenkenner

    Termine und Kosten im Griff. Bauunternehmer ohne Skandalberichte von Lohndumping oder dergleichen. Also ein fettes Bravo an die Axpo! Ich denke mal, Allreal, Steiner, HRS und Konsorte sollten bei der Axpo entsprechende Kurse besuchen. Wichtig, es braucht aber einen wirklich grossen Kurssaal!

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  • Zlottl am 18.12.2015 16:13 Report Diesen Beitrag melden

    Keine falsche Vorstellungen

    Pumpspeicherkraftwerke sind im Prinzip eine relativ effiziente Batterie. Nicht mehr, nicht weniger. Bei so einem Kraftwerk wird in etwa für je 1,5 kWh Pumpenergie, die mein reinsteckt, 1kWh Strom erzeugt. Mit einem Pumpspeicherkraftwerk kann man keine anderen Kraftwerke ersetzen, sie sind jedoch unverzichtbar, um Windturbinen, Solarkollektoren und auch AKWs (die in solchen Artikeln gerne ausgelassen werden) profitabel zu betreiben.

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  • äsä am 18.12.2015 16:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gigantisch

    Axpo, da habt ihr mit unter anderem der Firma Marti, ein Super Projekt verwirklicht. Ich Gratuliere, einfach gesagt: der Hammer.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Zweifel am 18.12.2015 23:59 Report Diesen Beitrag melden

    Realist

    Wann hat es am meisten Wind und PV Strom und wenig Stromverbrauch? richtig im Sommer. Wann hat es wenig Wind und PV Strom und hohen Stromverbrauch? richtig im Winter. Es ist unmöglich den überschüssigen Strom vom Sommer bis in den Winter zu speichern. Linthal 2015 hat eine Leistung von 1200 MW, wenn alle Maschinen turbinieren ist der Muttsee in 36 Std. leer, dann muss 45 Sdt. gepumpt werden um vollen See zu erreichen. Um all den überschüssigen Schwabelstrom zu speichern bräuchte es einen enorm grossen Wasserspeicher, von den Stromnetzen gar nicht zu sprechen. Im Moment rentiert das PSW nicht.

    • Zweifel am 19.12.2015 08:41 Report Diesen Beitrag melden

      Realist

      Ich möchte aber keineswegs die Arbeit der Axpo schmälern, im Gegenteil, sie haben gigantisches geleistet und zur Zeit als das Projekt aufgegleist wurde richtig gehandelt, aber die unselige Energiewende der Mutti Merkel und der Sankt Doris haben bewirkt dass der (hoch Subventionierte) Strom viel zu billig ist und es kaum Schwankungen im Strompreis gibt so dass die Differenz zwischen hoch und tief viel zu niedrig ist um Speicherstrom rentabel zu produzieren. Nicht umsonst hat Grimsel und ein weiteres Kraftwerk ihre PSW Pläne sistiert.

    • Jürg Jehle am 19.12.2015 11:36 Report Diesen Beitrag melden

      Verzweiflungstraum

      Gerne schließe ich mich den zutreffenden Worten von Zweifel /Realist an. Die Energiewende ist ein Verzweiflungstraum. In der Schweiz wären 35 zusätzliche Pumpspeicherwerke von der Größe des Grimmselstausee nötig, plus 800 Windräder pro stillgelegtes AKW. Daher sind weltweit 1000 Kohlekraftwerke und 500 AKW im Bau und Planung.......!

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  • Jürg Jehle am 18.12.2015 20:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Energiewende nur mit Speicher machbar

    Sonne und Wind sind nur während 2000-3000 Stunden verfügbar! Im 24-Stunden-Diagramme jeder Anlage bewiesen! Daher kommt Weltweit während rund 6000 Stunden pro Jahr der Strom NUR AUS SPEICHERN und alten Kraftwerken (Kohle, Öl, AKW) wo die Rendite am sichersten ist. Funktionierende Lösungen: HYBRIDWERKE, El-Hierro, Geothermie, Wasserstoff und???

    • RR am 18.12.2015 22:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Jürg Jehle

      und wer weiß, Fusionsreaktor so hoffen wir.

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  • symj am 18.12.2015 18:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Für viele Generationen

    Super, der perfekte und bewährte Puffer für die Zukunft der erneuerbaren Energien! Müsste Europa nur noch begreifen das Kohle und in menschlicher Zeitrechnung auch endlich ist und die Atomlobby realistische und saubere Lösungen haben sollte, ihren Müll zu versorgen. Dann würde es auch mit einem guten Strompreis klappen.

    • Mondschein am 19.12.2015 12:56 Report Diesen Beitrag melden

      Träumer

      Ja werter symi, Sie haben für Ihren Müll den sie von sich geben so wenig eine Lösung zur Entsorgung, wie Ihre Lobby und deren Spielzeug, so g. PV Anlagen. Wenn Ihr Bildungsstand ein bisschen Grösser wäre und Sie sich die Mühe nehmen würdet, das ganze aus Physikalischer und Ökonomischer Sicht betrachten, müssten auch Sie zugeben dass die vorgesehene Energiewende reinste Träumerei ist.

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  • Bird22 am 18.12.2015 18:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verschlingt Milliarden

    Super Projekt, aber mit dem billigen Strom aus Deutschland absolut nicht mehr konkurrenzfähig.

    • jaso am 18.12.2015 19:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bird22

      es geht ja auch nicht darum Strom zu produzieren, Sondern darum Schwankungen auszugleichen...

    • Peter Tessin am 18.12.2015 19:36 Report Diesen Beitrag melden

      Schnell Kohle machen

      Gerade mit dem billigen Strom aus Deutschland (oder FR) wird der Muttsee gefüllt. Und in den Momenten wo der Strom rar und teuer ist, das sind Mittagsspitzen oder andere Stromlöcher kann die Energie erzeugt und verkauft werden. Diese Umschalterei geht sehr schnell. (innert 10 min) und kann in ultrakurzer Zeit richtig Geld generieren weil im Notfall richtig hohe Preise bezahlt werden. Die Schweiz ist in diesem Verbund mit der EG Laufenburg eine Schlüsselstelle

    • Hugo 2 am 18.12.2015 19:41 Report Diesen Beitrag melden

      @Bird22

      Jaja, im Moment... Aber Anteil Wind- und Solarenergie wird steigen. Und eine permanente erneuerbare Band-Energie gibt es noch nicht. Glaub mir, die EU wird nochmal froh sein um unsere mächtigen Super-Batterien und den Tag-Nacht-Leistungsausgleich auch dementsprechend entlöhnen. - Alles in allem also ein cleverer Schachzug der Schweiz für die Zukunft..!

    • Jürg Jehle am 18.12.2015 20:46 Report Diesen Beitrag melden

      Sonnenschein ist Klimaabhängig

      Sonne und Wind sind nur während 2000-3000 Stunden verfügbar! Im 24-Stunden-Diagramme jeder Anlage bewiesen!

    • Toni Meier am 18.12.2015 21:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Jürg Jehle

      Wir rechnen mit durchschnittlich 1000 Stunden /Jahr Sonneneinstrahlung bei PV... Statistisch bewiesen.

    • Jürg Jehle am 18.12.2015 21:46 Report Diesen Beitrag melden

      @Toni Meier

      Locarno beweist 2000 Sonnenstunden. Deutschland durchschnittlich 1550 Sonnenstunden pro Jahr. Die Sonnenleistung schwankt zwischen 10 - 100 Prozent. Ihre Statistik stimmt.

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  • Praktiker am 18.12.2015 18:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Sache... jetzt voll nutzen

    Das sind doch einmal gute Nachrichten aus dieser Branche. Es gäbe aber noch erhebliches Potential wenn ich an die gigantischen Windkraftfelder denke. Jedesmal wenn ich in Südfrankreich vorbei fahre sind nur wenige am drehen. Erst zu den Spitzenzeiten werden die in den Wind gedreht. Wahrscheinlich ist es zu teuer den Strom über all die Netzbetreiber bis zu den Speicherwerken in der Schweiz zu transportieren!