Christa Markwalder

12. Mai 2015 11:31; Akt: 12.05.2015 12:02 Print

«Prüfe rechtliche Schritte gegen die Lobbyistin»

Die letzten Tage waren für Christa Markwalder laut einem Interview die Hölle. Die Schuld für die Kasachstan-Affäre sieht sie grösstenteils bei der Lobbyistin Marie-Louise Baumann.

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«Eine solche Lobbyistin hat in der Wandelhalle nichts mehr zu suchen», sagte Markwalder über Baumann. (Bild: Keystone/Marcel Bieri)

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Die Berner FDP-Nationalrätin Christa Markwalder bläst in der Kasachstan-Affäre zum Gegenangriff. Ihr Vertrauen sei durch die Lobbyistin Marie-Louise Baumann «aufs Übelste missbraucht» worden. Sie wirft ihr Fehlverhalten vor und prüft rechtliche Schritte.

Baumann habe im Januar ein Memo, in dem ihr Vorstoss aufgelistet war, an mehrere Parlamentarier anderer Parteien weitergeleitet. «Das geht nicht, und ich hoffe, sie muss sich für ihr Fehlverhalten noch im Detail erklären», sagte Markwalder in einem Interview im «Blick» vom Dienstag.

Ihr gehe es derzeit nicht gut. «Die letzten Tage waren für mich und mein privates Umfeld die Hölle», so Markwalder. Sie wisse nicht, wer ihr genau schaden wolle. Sie habe aber die Hoffnung, dass die nächsten Tage «Licht in die Machenschaften» der Burson-Marsteller bringt. «Die Kommunikation der Agentur war nämlich mir gegenüber extrem unfair.»

Zerrüttetes Verhältnis

«Eine solche Lobbyistin hat in der Wandelhalle nichts mehr zu suchen», sagte Markwalder. Das Verhältnis der beiden Frauen sei schon seit Monaten zerrüttet gewesen. Baumann musste am Montag ihren Zutrittsbadge abgeben.

Weil Kasachstan zur Schweizer Stimmrechtsgruppe in den Bretton-Woods-Institutionen zähle, lägen ihr gute Beziehungen zu dem Land am Herzen, erklärte Markwalder ihr Handeln. Sie sei unvorsichtig gewesen, als sie «schriftliche Antworten des Bundesrats, die in der Kommission nicht einmal debattiert wurden» weitergeleitet habe. «Dafür entschuldige ich mich und werde mich dem Büro erklären.»

(dia/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Müüsli am 12.05.2015 11:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verantwortung übernehmen

    Ja klar, schuld sind immer die anderen! Wenn sie die Aufgaben delegiert, so ist sie auch verantwortlich dafür, sie kann es ja teilweise selber machen, aber outsourcen ist ja grosse Mode geworden, die anderen haben den Fehler gemacht und ich kassiere trotzdem!!!

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  • Michael am 12.05.2015 11:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Endlich Transparenz

    Ich als Stimmbürger habe das Recht zu wissen, welche Nationalräte Interessenverbindungen mit Organisationen pflegen. Diese müssen ja auch zu Beginn der Legislatur angegeben werden. Man sollte Markwalder verklagen, nicht die Lobbyistin, die die Wahrheit ans Licht brachte.

  • SOnne am 12.05.2015 11:40 Report Diesen Beitrag melden

    Wie immer sind die anderen Schuld;-)

    bei uns im Büro auch, unser Chef gibt uns heute nicht Sommer-Frei für die Badi:-((

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Dosa am 13.05.2015 09:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Prüfe rechtliche Schritte

    Prüfe rechtliche Schritte? Sie als Juristin hätte eigentlich vorher prüfen sollen, wäre wahrscheinlich billiger gewesen. Aber eben Juristen sind halt auch nicht gescheiter als andere Leute.

  • Morgan Stern am 13.05.2015 07:54 Report Diesen Beitrag melden

    Von wem werden die Politiker gewählt?...

    ...von der Stimmbürgern der Schweiz! Die Damen und Herren Politiker sind NUR ihren Wähler und der Verfassung verpflichtet. Die Lobbyisten müssen per Strafe verboten werden, denn die korrumpieren die Politiker mit Geld, Macht und VL-Mandaten, sodass die Politiker ihren eigentlichen Auftrag vergessen. ZUVIELE sind inzwischen NICHT mehr Volksvertreter sondern Interessen-Vertreter von FIRMEN....!...und kommt mir jetzt nicht mit dem Milizsystem-Gelabber!

  • K.B. am 12.05.2015 22:09 Report Diesen Beitrag melden

    Konsequenz

    Ein NR der für fremde Mächte vertrauliche Informationen Parlamentsunterlagen gegen Schweizer Interessen liefert hat in der Wandelhalle nichts mehr zu suchen. Werde die FdP sicher nicht wieder wählen, wenn dort solche Personen weiterhin den Ton angeben!

  • Parteilos am 12.05.2015 21:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Angriff, die beste Verteidigung

    Aber CM hat natürlich was zu suchen in der Wandelhalle..? Unglaubwürdig und peinlich, wie sie jetzt auf Gegenangriff geht, um ihre Haut bzw. ihren gewünschten NR-Präsidentinnensessel retten will.

  • Stella am 12.05.2015 19:49 Report Diesen Beitrag melden

    Lügen und Betrügen

    Muss die Zeit noch schön gewesen sein, bevor diese Lobbyisten ins Bundeshaus kamen. Nach einer firmainternen Ausbildung zu Lobbyismus, vor vielen Jahren schon, war mit klar, da werden absichtlich Menschen ausgebildet um andere über den Tisch zu ziehen. Selbstverständlich geht es auch beim Lobbyisten nur um Geld, um sehr viel Geld. Wer besser Lügen und betrügen kann, der gewinnt. Leider gibt es immer nur einen der im Spiel gewinnen kann.