30 Prozent Frauen

28. November 2014 19:04; Akt: 28.11.2014 19:04 Print

«Quoten schaffen nur Verlierer»

von J. Büchi/ N. Glaus - Für die einen ist es eine Hiobsbotschaft, für die anderen ein längst überfälliger Entscheid: Die vom Bundesrat geplante Frauenquote polarisiert.

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FDP-Nationalrat Andrea Caroni glaubt nicht, dass weibliche Anwärterinnen im Auswahlverfahren bisher systematisch benachteiligt wurden. (Bild: Keystone/Peter Schneider)

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Bis in fünf Jahren soll in der Schweiz jeder dritte Sitz in Geschäftsleitungen und Verwaltungsräten von Frauen besetzt sein. So will es der Bundesrat. Für Prisca Birrer-Heimo (SP) ein Schritt in die richtige Richtung: «Ich finde es sehr wichtig, dass sich etwas bewegt.» Wie der Bundesrat verweist auch sie darauf, dass die Frauen in den Führungsetagen noch immer stark untervertreten seien. Die Wirtschaft habe es nicht geschafft, den Frauenanteil in Eigenregie massgeblich zu erhöhen.

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Dass die Konzerne nun dazu gezwungen werden sollen, ist für Andrea Caroni «ein Eingriff in die Freiheit der Firmeneigentümer». Der FDP-Nationalrat glaubt nicht, dass weibliche Anwärterinnen im Auswahlverfahren bisher systematisch benachteiligt wurden. «Es gibt keinen Grund, weshalb eine Firma so etwas tun sollte.» Wer einen Verwaltungsrat zu besetzen habe, sei daran interessiert, die am besten qualifizierte Person einzustellen und nach Möglichkeit gemischte Teams zu bilden.

«Zweitbeste Wahl wird eingestellt»

«Quoten hingegen schaffen nur Verlierer», ist Caroni überzeugt. Wenn eine gute Frau einen Posten bekomme, setze sie sich automatisch dem Verdacht aus, eine Quotenfrau zu sein. Erhalte eine falsch- oder unterqualifizierte Frau den Posten, schade es dem Unternehmen und schliesslich auch der Frau selber. Caroni glaubt, besonders in technischen Branchen werde es zum heutigen Zeitpunkt schwierig, die Quote ohne Qualitätsverlust umzusetzen. «Die Regelung wird diesen Firmen und der ganzen Wirtschaft schaden.» In dieselbe Kerbe schlägt Erich Herzog von Economiesuisse. Um die «Besten von den Besten» einstellen zu können, sei eine möglichst grosse Flexibilität nötig. «Im schlimmsten Fall bedeutet eine starre Quotenregelung, dass die zweitbeste Wahl eingestellt werden muss.»

Birrer-Heimo widerspricht vehement. «Studien belegen, dass Firmen sogar besser wirtschaften, wenn Frauen in Führungspositionen sind.» Es gebe in der Schweiz ein ganzes Netzwerk an weiblichen Spitzenkräften, die für entsprechende Posten geeignet und auch daran interessiert seien. Auch in der Industrie müssten nicht alle Verwaltungsratsmitglieder unbedingt aus der Branche kommen. In jedem Unternehmen gebe es verschiedenste Sparten, die strategisch und operativ geleitet werden müssten.

«Heute sitzen viele Männer, die Jura oder Wirtschaft studiert haben, in den Verwaltungsräten. Da fragt auch niemand, ob sie aus der Branche kommen», so Birrer-Heimo. In diesen Studienrichtungen gebe es gut qualifizierte weibliche Absolventinnen. «Voraussetzung ist, dass wir nun die Vereinbarkeit von Familie und Beruf vorantreiben. Das ist nach der Annahme der Masseneinwanderungsinitiative sowieso das Gebot der Stunde.»

Verhältnis nicht auf 50:50 «prügeln»

Für die Förderung «unbürokratischer Tagesstrukturen» spricht sich auch Caroni aus. Zudem müssten die heute zu männerlastigen Bildungsgänge so gestaltet werden, dass sie auch für Frauen interessant sind. «Kurz: Die Strukturen müssen so ausgestaltet sein, dass meine Tochter erfolgreiche Ingenieurin werden kann, wenn sie das will.» Es dürfe aber nicht so sein, dass nun massenweise Frauen in Unternehmenszweige gedrängt werden, die sie nicht ansprechen. «Möglicherweise sind gewisse Interessen bei Mann und Frau einfach anders gelagert. Dann muss das Verhältnis in den Verwaltungsräten bei aller Gleichstellung auch nicht auf 50 zu 50 geprügelt werden.»

Economiesuisse betont, man wünsche sich eine stärkere Vertretung von Frauen im Management von Unternehmen. Herzog schlägt eine Regelung vor, wie man sie auch in Finnland kennt: «Dort muss mindestens eine Frau im Verwaltungsrat sitzen. Es zeigte sich, dass sich daraus eine positive Dynamik entwickelt und sich der Frauenanteil im Unternehmen schnell erhöht.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jonas am 28.11.2014 19:13 Report Diesen Beitrag melden

    Totaler Schwachsinn....

    ... Mehr fällt mir dazu nicht ein...Frauen mit dem nötigen KnowHow schaffen dass auch ohne Quote... Und wie kann man als Normaldenkender Bürger noch SP wählen...

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  • Eine Frau am 28.11.2014 19:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sinnlos!

    Eine Frauenquote ist in meinen Augen absolut sinnlos - schaut auf die Qualifikationen und die Erfahrung, nicht ob da ein Mann oder eine Frau sitzt! Ansonsten kommt es so heraus wie bei unserer Chefin: eine mit der Arbeit absolut überforderte Frau sitzt auf dem Posten, unterqualifiziert - aber man musste dank Frauenquote eine Frau einstellen und sie war nunmal die "passabelste" Besetzung des Postens...

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  • rab am 28.11.2014 19:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erfolg

    Erfolg resultiert durch Leistung!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Herr EM am 30.11.2014 09:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Maskx

    Weshalb nicht!? Somit hätten die Frauen mehr Macht. Was zum Vorteil für mich sein kann.

  • Scen Glauser am 30.11.2014 07:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Quote auch im Militär?

    Gleichberechtigung finde ich gut. Alles sollen gleich lang arbeiten müssen + obligatorischer Dienst für Frauen. Warum nicht? Heute kann Mann ja wählen ob Zivi oder Militär. Die meisten Frauen würden wohl den Zivi machen. In den Spitälern hat es ja eh "Fachkräftemangel". Quote... Würde die Quote auch für das Militär gelten? Nein, sorry... die Frauen degradieren sich selber. Alle weiblichen Fortgesetzte würden dann als "Quoten-Frau" betrachtet. Würdet ihr eine Quoten-Frau ernst nehmen? Das Ganze ist einfach nur Hirnrissig und hat rein gar nichts mit Gleichberechtigung zu tun.

  • D.H. am 29.11.2014 23:29 Report Diesen Beitrag melden

    Blödsinn

    Willkommen auf ihrem Flug nach Lissabon, hier sprechen ihre beiden Pilotinnen, wir sind nicht wegen unserer Qualifikation hier vorne sondern wegen der Quote, wir wünschen Ihnen einen entspannten Flug

  • Ich wars nicht am 29.11.2014 23:17 Report Diesen Beitrag melden

    Hier ein Beispiel...

    Falsch: Mann: "Warum muss ich gehen?" Chef: "Wegen der Quote." Frau: "Warum bekam ich den Job?" Chef "Wegen der Quote." Richtig: Mann: "Warum muss ich gehen?" Chef: "Wegen fehlender Leistung." Frau: "Warum bekam ich den Job?" Chef: "Weill du die Fähigkeiten hast, um diesen Job zu machen."

  • Anton Müller am 29.11.2014 22:52 Report Diesen Beitrag melden

    warum so negativ

    Was haben so viele Männer nur gegen eine Frauenquote? Ist doch super, jetzt können sich dann bald auch die Männer nach oben schlafen...