12. Dezember 2006 22:58; Akt: 13.12.2006 07:07 Print

«Rambo-Film» der Armee in der Kritik

120000 Franken Steuergelder bezahlte das VBS für einen Kriegsspielfilm. Das ist «inakzeptabel», ärgern sich Politiker von links bis rechts.

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Der actiongeladene und preisgekrönte Spielfilm «Beyond Enemy Lines» zeigt den Einsatz von Schweizer Fallschirmaufklärern, die im Rambo-Stil das Gebiet hinter feindlichen Linien infiltrieren. Was nach einem neuen Streifen des Action-Regisseurs Michael Mann klingt, wurde auf Wunsch der Schweizer Armee abgedreht.

«Die DVD-Produktion, welche neben dem Spielfilm einen Dokumentationsteil enthält, kostete 120000 Franken», so die Sprecherin des Verteidigungsdepartements (VBS), Eva Zwahlen. Finanziert wird der Actionfilm im Rahmen der Ausbildungsmittelbudgets der Armee – also mit Steuergeldern. «Der Film soll bei potenziellen Anwärtern das Interesse an der Fallschirmaufklärung wecken und zu einer Bewerbung motivieren», so die Begründung für den teuren Streifen.

«Das ist eine blöde Kinderei des VBS», entrüstet sich SP-Nationalrat Boris Banga. Ein solcher Film zeige, dass im VBS immer noch viel zu viel Geld vorhanden sei. Ähnlich tönt es bei der SVP: «Dies ist inakzeptabel», wettert SVP-Nationalrat Ulrich Schlüer.

Jährlich gibt das VBS bis zu 900000 Franken für Armeefilme aus. Produziert werden sowohl Ausbildungs- als auch Spielfilme.

Nico Menzato