26. Oktober 2007 17:57; Akt: 26.10.2007 18:23 Print

«SP-Wahlkampf war ein Desaster»

Für die Parteien kommt der Rücktritt von SP-Präsident Hans-Jürg Fehr nicht überraschend. Die Konkurrentinnen CVP und FDP bedauern den Rückzug des dialogfähigen SP-Politikers - und fürchten eine SP, die weiter nach links rückt.

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Es sei klar, dass Fehr nach diesen Wahlen unter Druck geraten sei, erklärte FDP-Generalsekretär Guido Schommer in einer ersten Stellungnahme. Bei der SP hat sicher niemand mit einem derartigen Abschwung gerechnet, es müsse ein Schock für die Partei gewesen sein. Schommer würdigte Fehr als «durchaus dialogfähigen Parteipräsidenten». Zwar habe er diametral andere Positionen zur FDP vertreten, aber er habe sich immer redlich um eine Lösung bemüht.

CVP ebenfalls unbeeindruckt

Die Rücktrittserklärung von SP-Parteichef Hans-Jürg Fehr ist auch bei der CVP nicht auf Überraschung gestossen. Der Wahlkampf der SP sei ein einziges Desaster und die Verluste in den Wahlen seien gravierend gewesen, sagte CVP-Generalsekretär Reto Nause auf Anfrage. Auch sei kein Konzept in Sicht, wie die SP mit der grünen Konkurrenz umgehen wolle. Deshalb sei der Schritt nachvollziehbar.

Die CVP habe mit Fehr und der SP aber in diversen Projekten gut zusammengearbeitet. Namentlich in der Familienpolitik seien Erfolge erzielt worden. Dies dürfe jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die SP ein grosser Faktor in der Polarisierung der Schweizer Politik sei. Nause äusserte die Befürchtung, dass die Partei nach ihrer Wahlschlappe noch weiter nach links rutschen könnte.

Grüne bedauern Rücktritt sehr

Die Präsidentin der Grünen Partei, Ruth Genner, hat den Rücktritt bedauert. Fehr sei als Parteipräsident ein aussergewöhnlich angenehmer und fairer Partner, sagte Genner. Mit ihm habe man auch die Zusammenarbeit Rot-Grün konstruktiv gestalten können. Fehr habe sich für die Partei und die Sache und nicht für seine Person eingesetzt. Er habe die Zügel wirklich in den Händen gehalten, sei fundiert in den Dossiers und immer sachlich gewesen, sagte Genner.

Sie habe sich nach dem Einbruch bei den eidgenössischen Wahlen vorstellen können, dass Fehr zurücktrete, aber sie habe nicht mehr dieses Jahr damit gerechnet. Für sie als Parteipräsidentin der Grünen sei es wünschenswert, weiterhin mit der SP Synergien zu bilden und die Kräfte für eine ökologische und soziale Schweiz zu bündeln.

Kein Kommentar von der SVP

Keinen Kommentar zum Rücktritt von Hans-Jürg Fehr wollte SVP- Generalsekretär Gregor Rutz abgeben.

(SDA/AP)