Schlechte Vorzeichen

16. Januar 2014 13:02; Akt: 17.01.2014 11:48 Print

«Schumacher wird nicht mehr der Alte sein»

Michael Schumacher liegt 18 Tage nach seinem Skiunfall weiterhin im Koma. Laut Neurologe Erich Riederer muss mit Wesensänderungen gerechnet werden, sollte die Formel-1-Legende je wieder aufwachen.

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Am 9. September 2014 wurde bekannt, dass Michael Schumacher zur Reha vom Spital nach Hause darf. Am 5. August ist ein Mitarbeiter der Rega wegen dringendem Tatverdacht, die Schumacher-Akte weitergegeben zu haben, verhaftet worden. Einen Tag später fand man ihn erhängt in seiner Zelle. Ein Arztbericht über Schumacher wurde gestohlen - obwohl er offenbar unter einem Decknamen im Verzeichnis abgelegt war. Die Behörden ermitteln. Der ehemalige Formel-1-Rennfahrer wurde von Grenoble ins Universitätsspital Lausanne CHUV verlegt, wie Schumachers Managerin Sabine Kehm mitteilte. Corinna Schumacher will, dass ihr Mann in ihrer Villa am Genfersee medizinisch versorgt wird. Der deutsche Formel-1-Rennfahrer Nico Rosberg ist beim Rennen in Melbourne auch bei Michael Schumacher - die Seite seines Mercedes ziert «#KeepFightingMichael». Schumis früherer Formel-1-Kollege Philippe Streiff kritisiert, dass der Felsabschnitt, wo Schumacher verunfallte, nicht abgesperrt war. Ferrari-Fans aus aller Welt pilgerten an Schumachers 45. Geburtstag am 3. Januar 2014 zum Spital in Grenoble. Sie gratulierten ihrem Idol und spendeten still Kraft. Auch Flaggen durften nicht fehlen. Die Familie bedankte sich am 2. Januar auf Schumis Website für die grosse Anteilnahme. Bruder Ralf (links) und Vater Rolf Schumacher betreten das Spital. Das Spital in Grenoble, in dem Michael Schumacher im Koma liegt, wird von zahlreichen Journalisten aus der ganzen Welt belagert. Angeblich wurden wichtige Arbeitsabläufe im Spital behindert, weshalb die Medien am 2. Januar vom Gelände verbannt wurden. Am 1. Januar traf Jean Todt (links), Präsident des Automobil-Weltverbands FIA und ehemaliger Teamchef von Ferrari, in Grenoble ein. Rolf Schumacher (M.) vor der Uniklinik in Grenoble, wo sein Sohn schwer verletzt auf der Intensivstation liegt. Vater Rolf und Bruder Ralf Schumacher. Schumacher-Fans zeigen ihre Unterstützung vor dem Spital von Grenoble, drapieren Ferrari-Flaggen. Die Uniklinik in Grenoble: Hier liegt Michael Schumacher auf der Intensivstation, nachdem er bei einem Skiunfall ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitt. Die französischen Professoren Jean-François Payen (l.) und Emmanuel Gay (r.) informieren gemeinsam mit Professor Gérard Saillant an der zweiten Medienkonferenz zu Schumachers Zustand am 31. Dezember 2013. Die Klinikdirektorin Jacqueline Hubert gibt an der Medienkonferenz Auskunft. Das internationale Interesse am Gesundheitszustand des Formel-1-Stars ist riesig. Ein Mann wirft eine Nachricht in den Briefkasten des Schumacher-Anwesens in Gland VD. Der siebenfache Formel-1-Weltmeister erhält Genesungswünsche aus aller Welt. Ein Helikopter vor dem Spital in Grenoble. Hier befindet sich Michael Schumacher nach einem Skiunfall in den französischen Alpen. (29. Dezember 2013) Hätte er keinen Helm getragen, wäre Schumacher jetzt mit Sicherheit nicht mehr am Leben, meinen die Ärzte an der ersten Pressekonferenz am 30. Dezember. Sein Zustand sei kritisch, man wage keine Prognose. Schumacher hat ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten. Spital-Direktor Jean-Marc Grenier spricht vor den Medien. Vor dem Spital haben sich Schumi-Fans versammelt. Sie sind in Gedanken bei ihrem Idol. Der siebenfache Formel-1-Weltmeister gilt als passionierter Skifahrer. In Madonna di Campiglio ist sogar eine Piste nach ihm benannt.

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Offizielle Informationen zum Gesundheitszustand der Formel-1-Legende fliessen spärlich. Zuletzt hiess es, Schumachers Zustand sei kritisch, aber stabil. Sicher ist: Der siebenfache Weltmeister liegt 18 Tage nach dem Horrorunfall immer noch im Koma.

Für Neurologe Erich Riederer ein schlechtes Zeichen: «Komapatienten versucht man üblicherweise innert zwei bis drei Wochen aufwachen zu lassen, nachdem die Narkosemittel langsam zurückgefahren worden sind.» Dass diese Massnahme noch nicht eingeleitet worden sei, deute auf eine gravierende Hirnverletzung hin. «Der Ausgang ist völlig ungewiss, Schumacher könnte noch Monate im Koma liegen», sagt Riederer.

Je nach Art und Schwere der Hirnverletzung müsse mit motorischen und kognitiven Einschränkungen gerechnet werden, etwa mit Lähmungen, Sprechstörungen, Lese- oder Rechenschwierigkeiten. «Es kann sein, dass er selbst für die kleinsten Verrichtungen Hilfe braucht», erklärt der Neurologe. Zudem würden Patienten mit vergleichbaren Hirnverletzungen eine Wesensänderung durchmachen: «Schumacher wird nicht mehr der Alte sein.» Es könne zu Introvertiertheit oder sogar zu aggressivem Verhalten kommen, was «für die Angehörigen oft sehr schwierig» zu handhaben sei. Wie gross das Rehabilitationspotenzial sei, könne allerdings erst nach dem Aufwachen beurteilt werden.

(hvw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Robert am 16.01.2014 13:21 Report Diesen Beitrag melden

    Immer nur Mutmassungen

    Jede Gewissheit ist erträglicher als diese ständigen Mutmassungen! Allen voran für die Familie! Also belassen wir es bei den offiziellen Informationen. Jeder Mensch reagiert unterschiedlich. Der Pilot, dem zeitgleich gleiches passiert ist, und dem sogar der Schädel gespalten wurde, der war nach wenigen Tagen wieder wohlauf (den Umständen entsprechend). Lasst den Mann und seine Familie doch in Ruhe, die haben es schon schwer genug. Und den ganzen Rummel wollen die sicher nicht.

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  • manfred am 16.01.2014 13:33 Report Diesen Beitrag melden

    das grosse umdenken

    aus eigener erfahrung kann ich nur bestätigen, dass schumacher nicht mehr der selbe sein wird. auch ich lag 5 wochen im koma - 62 tage intensiv und 6 monate auf der abteilung im krankenhaus. die reha dauert über jahre hinweg. da wird einem plötzlich bewusst, das geld und erfolg im leben zweitrangig ist.

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  • 47J gesund am 16.01.2014 15:03 Report Diesen Beitrag melden

    Tragisch. Meine ganz persönliche

    Meinung: sollte mir so etwas je widerfahren, möchte ich nie mehr aufwachen. Meine Frau oder die Verwandten sollen den Stecker ziehen. Steht so in meiner Patientenverfügung.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ukaj Shpend am 18.01.2014 21:31 Report Diesen Beitrag melden

    Schumacher

    Gott ist gross. Ich hoffe das Im Michael Schumacher Kraft gibt. Lg und gute besserung.

  • Ueli Schneiter am 18.01.2014 19:37 Report Diesen Beitrag melden

    Geduld, die sich lohnt

    Infolge eines schweren Unfalles als siebenjähriger Knabe lag ich 21 Tage im Komma. Die Aerzte kämpften um mein Ueberleben - sehr schwere Hirnerschütterung - und rechneten mit meinem Ableben oder, wie meine Eltern mir später sagten, mit schwersten Hirnschädigungen. Heute bin ich siebzig Jahre alt und absolvierte ein akademisches Studium..einzige, wohl auf den Unfall zurückzuführende Folgen: Verlust des Riechvermögens und schnellere Ermüdungserscheinungen bei Stress. Hoffnung auf Genesung Michael Schumachers ist aus dieser meiner Erfahrungssicht betrachtet, angebracht.

  • Bleim Mensch am 18.01.2014 11:07 Report Diesen Beitrag melden

    Wiso muss sich jeder äussern

    Schade dass sich schon wieder einmal ein Gott in weiss, darüber auslässt wie e sein könnte. Glauben sie nicht dass es besser wäre abzuwarten, denn wissen kann es niemand genau, aber eben bei einem Promi gibt es Schlagzeilen und das Umfeld tut am besten daran nichts zu lesen. Schumi suche die Kraft im Schlaf.

  • Bernereidgenosse am 16.01.2014 21:56 Report Diesen Beitrag melden

    Lebe heute und schätze es

    Gesundheit ist das grösste Gut was der Mensch besitzt. Ob Promi oder einfacher Bürger zuletzt zählt nur Dein eigenes Leben und die Gesundheit. Jeder gesunde Mensch soll sich besinnen was für ein wertvolles Gut er besitzt. Die meisten erkennen es nie oder erst wenn sie krank werden...

  • Schumifan am 16.01.2014 17:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schumi

    Wach wieder auf und leb weiter