Presseschau

13. Februar 2014 04:29; Akt: 13.02.2014 12:04 Print

«Schweizer, grinsend wie Mörgeli?»

In der deutschen Sendung «Anne Will» durfte sich Nationalrat Christoph Mörgeli zur SVP-Initiative äussern. Bei der Presse schneidet er nicht nur gut ab.

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SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli lieferte sich gestern spätabends in der ARD-Talksendung «Anne Will» mit Luxemburgs Aussenminister Jean Asselborn einen harten Schlagabtausch. «Sie sind abgehoben und hören nicht gern Widerspruch», griff Mörgeli ihn an, «die Luxemburger würden wie wir stimmen, wenn Sie sie liessen.»

Asselborn seinerseits bezeichnete Mörgeli als «Aufwiegler» und riet: «Machen Sie doch einen Zaun um die Schweiz.» Auch SPD-Frau Gesine Schwan gab Mörgeli Saures: «Sie sagen Sachen, da frage ich mich, ob sie dabei mitdenken.» Mörgeli erklärte den geringeren Ja-Anteil in den Schweizer Städten damit, dass man dort viele Einbürgerungen vorgenommen habe. Faktisch seien eigentlich 40 Prozent der Bevölkerung Ausländer. Die Bilateralen seien für die Schweiz «keine Rosinenpickerei, sondern Krötenschlucken».

Presse: Mörgeli zeigte das wahre Gesicht der SVP

In der deutschen Presse wird Mörgeli zwar nicht gerade gefeiert wie Roger Köppel nach seinem Auftritt in «Hart aber fair», doch die «Welt» ist beispielsweise fasziniert von Mörgelis spezieller Art. «Es fiel kaum auf, wie oft und selbstverständlich er Ausländer und Last in einem Satz sagt», schreibt die Zeitung. Und wundert sich über die Aussage von Mörgeli, dass richtige Schweizer die SVP wählen: «Sind richtige Schweizer braungebrannt und grinsend wie er?» Für den «Spiegel» hat die Sendung das wahre Gesicht der SVP entlarvt – nicht wie beim «zumindest halbnetten» SVP-Freund Roger Köppel am Montag.

Die «Rheinische Post» bezeichnet Mörgelis Auftritt als «durchschaubaren Populismus-Tanz». Die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» schreibt ebenfalls kritisch: «Die deutschen Sender werden ihm auch in Zukunft Roger Köppel vorziehen.» Für die «Bild» hatte die Sendung «fast alles» und erfreut sich am Schlagabtausch zwischen Mörgeli und dem luxemburgischen Aussenminister Jean Asselborn – «es war hitzig, emotional und kontrovers».

Kritik an Moderation und Kräfteverhältnis

Die Sendung hat auch auf Twitter ein grosses Echo ausgelöst. Die Meinungen decken dabei das ganze Spektrum ab.

Claudio Kuster, ein Hintermann der Minder-Initiative, kritisiert das Kräfteverhältnis.


Auch der Moderationsstil wurde kritisiert – wie immer bei Talk-Sendungen. Nach Ansicht vieler habe Frau Will die Teilnehmer nicht ausreden lassen und sei parteiisch gewesen.


Die «Frankfurter Allgemein Zeitung» twittert ebenfalls kritisch.


Mit dem Hashtag #annewill führt der Schweizer Medienjournalist Dennis Bühler einen vielgenutzten Seitenhieb auf die Gästeliste.



Wer in diesem Fall der «Hitler» sein soll, lässt er offen.

Über den Inhalt wurde nicht viel getwittert. Die Meinungen sind wohl grösstenteils schon gemacht.



(lüs/pwe/wed)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Robert am 13.02.2014 05:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht nur die Schweiz

    lasst doch mal Deutschland abstimmen, und Frankreich! Das wär spannend.

  • Fulvio marzorati am 13.02.2014 07:02 Report Diesen Beitrag melden

    Panikmache

    Was man so alles liest und hört, könnte man meinen die schweiz schliesst die grenzübergänge. Lasst das doch die emotionen doch mal zuerst abkühlen und dann suchen wir eine passende lösung. Das die eu so reagiert ist klar, dieser riesigen geldvernichtungs maschinerie geht es langsam ans lebendige. Von den 28 eu mitgliedern kassieren 70% von den 30% die schön brav bezahlen. Das kann auf dauer nicht funktionieren

    einklappen einklappen
  • dominix.w am 13.02.2014 06:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich muss der SVP recht geben .. :(

    bin ja eigentlich kein Befürworter und habe meistens Meinungsverschiedenheiten mit der SVP. aber hier muss ich ihnen recht geben da die mehrheit es so angenommen haben sollte es auch dabei bleiben ! ausserdem vertreten dessen Politiker ihre eigene Meinungen ich denke viele Bürger bsp die Deutachen wären der gleichen Meinung

Die neusten Leser-Kommentare

  • Pius am 13.02.2014 22:17 Report Diesen Beitrag melden

    Bin SVPler aber Mörgeli war schlecht

    Ich wähle normalerweise SVP, aber Herr Mörgeli ist mir einfach unsympathisch. Er grinst so komisch und macht sich mit seiner Art nur noch lächerlich. Er kann nichts normal und ernst rüberbringen sondern wirkt als würde er scherzen. Der Auftritt im ARD war eine Katastrophe. Bin sehr enttäuscht.

  • P. Buchegger am 13.02.2014 19:20 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Aushängeschild für die CH

    Die Sendung auf ARD hat gezeigt, wie "schön" Herrn Mörgelis Statements in die Reihe jener von rechtsextremen Gruppierungen in F, NL, A und D passen, die ja das Abstimmungsergebnis alle mit grosser Freude beklatsch haben. Auch diese Klatsch-Szenen wurden in der ARD-Sendung eingespielt. Man musste sich als Schweizer richtig für unsern Herrn Prof. Mörgeli fremdschämen.

  • margrit kappeler am 13.02.2014 17:23 Report Diesen Beitrag melden

    Deutscher Schachzug

    Mit der Einladung von Herrn Mörgeli war ein Negativ-Echo vorprogrammiert, darum hat man IHN auch eingeladen. Herr Mörgeli verkörpert in keiner Weise den SVP-Wähler!

  • K.G. Eugster am 13.02.2014 14:01 Report Diesen Beitrag melden

    Volksmeinung missachten, wegdiskutieren!

    Die peinliche Frau Schwan (total Rot gefärbt und rechthaberisch) gab zum Ausdruck, dass alles in der EU diskutiert ist und es keine weiteren Diskussionen zum Thema Zuwanderung braucht. Sie erstickt damit auch den Ansatz der AfD, die Stimmung im Lande doch zu erfahren und darüber echter Diskussionsbedarf besteht. Ich bin überzeugt davon, dass die Sozis dank Ihrer Arroganz und Rechthaberei, das sie in der gesamten EU an den Tag legen, kein Gespür für die Volksmeinung haben. Wie bei uns!

  • Üse Umi am 13.02.2014 11:33 Report Diesen Beitrag melden

    Hört doch auf!

    Auf Mörgeli rumzuhacken! Ich hätte euch mal sehen wollen. Ich bin mir sicher, dass ihm ganz klar gesagt wurde, pass auf was du machst, darum war er auch eher zurückhaltend, wer ihn sonst kennt weiss, dass er ganz anders kann. Ihn als arrogant zu bezeichnen, hat keine Ahnung was Arroganz ist, nur weil er sich für die SVP wehrt, wenn man sie als Rechtsradikale-Gruppe tituliert, finde ich nur Recht. Arrogant fand ich höchstens die Moderatorin und die SPD Frau, die glaubt, nur weil sie älter ist, habe sie mehr Erfahrung. Ansonsten war die Sendung von Anfang an nur dazu da, Frust abzulassen!