Zoophilie

09. März 2017 14:03; Akt: 09.03.2017 15:20 Print

«Sex mit Tieren ist ein weit verbreitetes Phänomen»

Im Kanton Aargau wurde ein Kalb geschändet. Laut der Stiftung Tier im Recht kommt dies immer wieder vor. Es gibt auch kaum Möglichkeiten, die Tiere zu schützen.

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Das Kalb von Jungbauer Christoph Stocker (28) aus Obermumpf AG ist in der Nacht auf Sonntag von einem Unbekannten sexuell missbraucht worden. Das Tier wies Schwellungen im Afterbereich auf. Es sei nicht das erste Mal, dass eines seiner Tiere Opfer eines Übergriffs wurde, erklärt er gegenüber Tele M1.

Vor rund einem Jahr hat ein Fall aus dem Kanton Freiburg hohe Wellen geschlagen. Ein 19-jähriger Mann lief in den Stall eines Bauernhofs in Farvagny. Gemäss der Polizei steckte er seinen Arm mindestens bis zum Bizeps in den Anus und die Scheide zweier Kühe.

Tausende Missbrauchsfälle

Von Fällen sexuellen Missbrauchs hört die Stiftung Tier im Recht (TIR) oft, wie Gieri Bolliger, TIR-Geschäftsleiter und Rechtsanwalt, sagt. «Es gibt leider keine Zahlen, doch Sex mit Tieren ist ein weit verbreitetes Phänomen in der Schweiz.» Dieses werde von der Gesellschaft und den Behörden aber stark tabuisiert. «Dies, obwohl geschätzt rund fünf Prozent der Schweizer Bevölkerung schon Sex mit Tieren hatten und man von jährlich Tausenden Missbrauchsfällen ausgehen muss. Wirklich verfolgt wird aber nur eine Handvoll.» Dabei würden nicht nur Nutztiere, sondern auch Haustiere sexuell missbraucht.

Laut Bolliger besonders betroffen sind bei den Nutztieren grosse Tierarten wie Kühe, Kälber und Pferde, bei den Heimtieren vor allem Hunde. Bolliger: «Hunde sind beliebt, weil sie vertrauensvoll und anhänglich sind. Auch kann man sie darauf dressieren, aktiv oder passiv mitzumachen.»

Vielfältige Gründe

Weiter erklärt der Rechtsanwalt: «Es gibt kein eindeutiges Täterprofil. Die Personen verhalten sich im Alltag meistens unauffällig. Täter kann jeder sein. Bildungs- und Altersstufen spielen hierbei keine Rolle.»

Die Gründe, warum jemand an einem Tier sexuelle Handlungen vollzieht, sind laut Bolliger vielfältig. «Beispielsweise gibt es Personen, die keinen Zugang zu menschlichen Partnern haben und das Tier ist somit ein Ersatz.» Es gebe aber auch Täter, die dies einmal ausprobieren wollten oder sich ganz allgemein zu Tieren sexuell hingezogen fühlten. «Natürlich gibt es auch solche, die einfach einmal ein Tier so beherrschen wollen.»

Krankhafte Komponente

In Bezug auf die sexuelle Entwicklung sei ein solches Verlangen seiner Meinung nach nicht normal. «Zum Teil kann man sagen, dass es eine krankhafte Komponente hat, aber nicht nur. Oftmals ist es so, dass eine solche sexuelle Lust aus einer bestehenden starken Tierliebe heraus entsteht.»

Falls ein Täter erwischt wird, muss er gemäss dem Schweizer Strafrecht mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren rechnen, da Zoophilie in jedem Fall strafbar ist. Bolliger: «Meistens ist es aber so, dass nur symbolische Strafen ausgesprochen werden. Diese tun weder den Tätern weh, noch werden sie dem Leiden der Tiere gerecht.»

Kaum wirkungsvolle Massnahmen

Bauern haben laut Mirjam Hofstetter, Sprecherin des Schweizer Bauernverbands, kaum eine Möglichkeit, ihre Tiere zu hundert Prozent vor Übergriffen zu schützen. «Ein Hofhund ist eine Möglichkeit, den Täter oder die Täter abzuschrecken», erklärt sie. «Zusätzliche abschreckende Massnahmen sind meist mit Kosten verbunden, beispielsweise die Installation einer Überwachungskamera.»

Diese Massnahmen könnten aber gleich neue Fragen aufwerfen, wie beispielsweise die des Datenschutzes. «Zudem lässt sich leider nicht jeder Ort gleich gut schützen», erklärt sie. «Auf der Weide, wo sich die Tiere in warmen Sommernächten oft aufhalten, oder der Alp sind solche Massnahmen oft gar nicht möglich.»


(qll)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dr.Kern am 09.03.2017 14:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grauenhaft

    Das kan ich ja sowas von nicht verstehen. Und da sollen es tatsächlich 5% der Schweizer Bevölkerung machen? Ich hoffe sehr das diese Zahl weit übertrieben ist.

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  • Lukas am 09.03.2017 14:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu hohe Zahl?

    5 % der Schweizer Bevölkerung hatte schon Sex mit Tieren?! Das kann ich fast nicht glauben. Das wären ja 400000 Schweizer und Schweizerinnen.

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  • Jussilai Peter am 09.03.2017 14:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das glaube ich kaum!

    Sehr bedenklich so etwas. Aber ich glaube nicht das schon 5%der Bevölkerung, also um die 350000 das gemacht haben

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Di Diana am 12.03.2017 19:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie kann man nur?

    Da sieht man es wieder auch der Schweizer ist nicht nur ein Saubermann. Auch wir haben Leichen im Keller und mancher mer als eine . Ich schäme mich zu sagen im moment dass ich Schweitzer bin.

  • Pack Man am 12.03.2017 02:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schockierend

    Ich lass vor einigen Jahren von einem Bauern der es mit seiner Kuh trieb.Vor Gericht konnte er beweisen,das er die Kuh nicht quällte und wurde nur wegen,was weiss ich verbüsst.Er sagte tatsächlich er libe das Tier.Das alles geschah hier in der Schweitz!

    • Hiphop78 am 13.03.2017 16:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Pack Man

      Könnten Sie mir bitte sagen welches Land Sie meinen und wo das sein soll?

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  • Christoph am 09.03.2017 23:29 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht normal

    Dem Tier wird es ja wahrscheinlich weder weh tun tun noch wird das Tier emotionale Probleme haben. Aber mann mann macht sowas nicht! Das ist ja wiedernatürlich

    • Pumpi am 12.03.2017 03:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Christoph

      Haben Sie den Artikel gelesen? Wenn ein Erwachsener einem Kalb den Arm bis zum Bizeps in den After oder die Scheide einführt, dann tut das dem Tier sehr wohl weh.

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  • T.k am 09.03.2017 23:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...

    Ich verstehe die Welt nicht mehr.. Wie kann man nur?! Hoffentlich ist diese Zahl eine Fehleinschätzung... :-(

  • Meine Meinung am 09.03.2017 23:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lebenslange Strafe

    Ich finde solche Täter sollten ebenfalls eine Lebenslange strafe bekommen. Missbrauch ist Missbrauch und ein Tier ist nicht nur ein Tier und kann sich auch nicht wehren und reden so wie ein Mensch.