Mobility Pricing

30. Juni 2016 15:46; Akt: 30.06.2016 16:02 Print

«Sie bestrafen damit den kleinen Angestellten»

Wer zu Stosszeiten auf Strasse oder Schiene unterwegs ist, muss künftig mehr bezahlen. Dieser Vorschlag löst heftige Reaktionen aus.

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Die Ankündigung von Verkehrsministerin Doris Leuthard, mit interessierten Kantonen und Gemeinden Mobility Pricing zu testen, löste bei den 20-Minuten-Lesern heftige Reaktionen aus: Innert kürzester Zeit schrieben diese mehr als 1000 Kommentare.

Umfrage
Was halten Sie von der Idee des Mobility Pricing für den privaten und den öffentlichen Verkehr?
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40 %
14 %
37 %
Insgesamt 42039 Teilnehmer

Bei den meisten Lesern löste die Ankündigung der Bundesrätin vor allem eine Reaktion aus: Dass man nicht zum Vergnügen pendle und gar keine andere Wahl habe, wie Leserin Martina schreibt. «Liebe Frau Leuthard, mit diesen Massnahmen bestrafen Sie den ‹kleinen Angestellten›, der nicht frei wählen kann, wann er den ÖV nutzt.»

Zweiklassengesellschaft?

Leuthard hatte heute vor den Medien in Bern betont, dass es nicht um eine Bestrafung von Pendlerinnen und Pendlern gehe. Mobilität solle erschwinglich bleiben. Der Bundesrat sei sich bewusst, dass nicht alle freiwillig zu Spitzenzeiten unterwegs seien.

Leser Marc Meier befürchtet dennoch das Entstehen einer Zweiklassengesellschaft: «Wer es sich leisten kann, startet früh und hat schön Zeit am Abend (zum Beispiel für Familie oder Freunde), die anderen müssen später mit der Arbeit beginnen und am Abend länger arbeiten.»

Home-Office soll gefördert werden

Die Wurzel des Problems liegt für Leser Kurtis woanders. «Die Wirtschaft soll zur Verantwortung gezogen werden, dass genügend dezentrale Arbeitsplätze zur Verfügung stehen. Aber das Gegenteil ist der Fall: Die halbe Deutschschweiz arbeitet inzwischen in Zürich.»

Ein Grossteil der Kommentarschreiber lehnt Mobility Pricing ab und fordert stattdessen den Ausbau der Strassen. Leser Mr. White entgegnet: «Solange Herr und Frau Schweizer alle zur selben Zeit aufgeboten werden, können wir noch 10 Spuren bauen, das Problem löst sich nicht.» Das Problem liege beim Arbeitgeber, der flexiblere Arbeitsmodelle und Home-Office möglich machen solle. Um dies zu fördern, brauche es für die Arbeitgeber entsprechende Anreize, schreibt Leser M.K. Home-Office werde noch immer stiefmütterlich behandelt.

Arbeitgeber sollen Aufpreis zahlen

Leser Peter nervt sich: «Euer Gejammer ist unglaublich! Jeder visionäre Gedanke wird niedergeschrien.» Und Peter Bächtold meint: «Frage an all jene, die jetzt hier auf die Barrikaden steigen: Sollen wir Strassen und Parkplätze bauen, bis kein Grün mehr übrig ist in unserem Land?»

Einige Leser fordern, dass die künftigen Mehrkosten auf den Arbeitgeber abgewälzt werden. «Tatsache ist, dass die täglichen Staus mein Unternehmen viel mehr kosten, als wenn ich den Pendleraufpreis zu Stosszeiten für meine Mitarbeiter übernehmen würde», sagt Leser Arbeitgeber.

(num)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Martina am 30.06.2016 09:06 Report Diesen Beitrag melden

    Pendeln aus Spass?

    Super! Weil die allermeisten Pendler reisen ja nur zum Vergnügen. Und falls sie dann doch mal arbeiten gehen, ist es ihrem Chef bestimmt egal, ob sie um 7,8 oder 11 Uhr anfangen! Liebe Frau Leuthard, mit diesen Massnahmen bestrafen Sie den "kleinen Angstellten" der nicht frei wählen kann, wann er den ÖV nutzt. Ich finde das nicht fair! In einem übervollen Zug zu reisen ist schon Strafe genug!!

    einklappen einklappen
  • Fred F. am 30.06.2016 09:04 Report Diesen Beitrag melden

    Juhuu!!

    Statt richtige Lösungen zu präsentieren, werden dem Autofahrer nur Steine in den Weg gelegt. Dafür benutzt man sogar sein eigenes Geld. Dann schön alles in die ÖV "investieren", und nächstes Jahr... Überraschung: ÖV Preise steigen!

    einklappen einklappen
  • Regula am 01.07.2016 11:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abtreten, Frau Leuthard und D.Müller

    Denn Sie selber haben das GA 1Kl. gratis !

Die neusten Leser-Kommentare

  • Henz Meier am 06.07.2016 08:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So gehts ...

    Auf immer mehr Strassen herrscht der ganze Tag 6-20h STAU. Die Infrastruktur kann nicht beliebig ausgebaut werden. Somit gibts nur: -Zuwanderung begrenzen -Zur Rush Hour keine AHVler mit GA, Flüchtlinge -unterschiedliche Schulferien in den Kantonen Und schon rollts wider ....

  • Thomas R am 05.07.2016 08:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Privatsphäre?

    Was am meisten stört und noch verheimlicht wird ist, dass der Autofahrer registert und gespeichert wird in seinem Verhalten. Anders gehts gar nicht. Wo bleibt da die Privatsphäre?

  • Silberpfeil am 05.07.2016 07:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Politik

    Ich glaube einzelnen Politiken würde es gut tun, wenn sie wieder einmal einer Arbeit in der Privatwirtschaft nachgehen würden bevor sie anhand einer theoretische Studien etwas neues einführen.

  • Herr Bünzli Theophil am 05.07.2016 07:01 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    ich brauche keinen Sitzplatz, wenn ich ein Bett bekomme

  • Walter K. am 02.07.2016 22:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Breath pricing

    Irgendwann kommt dann auch ne Sondergebühr für gute Luft. Breath pricing Monetarisierung von allem...