Sara M. (17) getötet

08. Januar 2020 04:42; Akt: 08.01.2020 11:07 Print

«Sie hatten sich mehrmals getrennt»

Verwandte und Freunde trauern um Sara M. Mit dem Hauptverdächtigen M. H. führte sie eine leidenschaftliche On-off-Beziehung. Unklar ist das Motiv der Bluttat.

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Die tagelange Suche der Polizei war vergebens: Am Dienstagnachmittag teilte die Polizei mit, dass die Leiche der vermissten Sara M. (17) in der Nähe des Neuenburgersees gefunden worden sei. Die Polizei geht von einem Tötungsdelikt aus und hat ihren Ex-Freund M. H.* (19) festgenommen. Er ist dringend tatverdächtig.

Diesen hat sie am Tag ihres Verschwindens getroffen. Laut Saras bester Freundin Dharma begann die Beziehung der beiden, als Sara etwa 13 war. Die beiden hätten eine On-off-Beziehung geführt. «Sie haben sich mehrmals getrennt, endeten am Schluss aber doch wieder zusammen. Es war eine leidenschaftliche Liebe.»

«Für mich ist er kein guter Typ»

Sara, die als Flüchtling aus Afghanistan in die Schweiz kam, sei Muslimin. Die Mutter habe nicht erlaubt, dass sie einen Freund habe. Über Saras Ex sagte die Freundin kurz nach dem Verschwinden bloss: «Für mich ist er kein guter Mann.»

Gross ist die Trauer in der Gemeinde, in der Sara zusammen mit ihren zwei Schwestern und drei Brüdern wohnte. Im Haus der Familie gehen Trauernde ein und aus – alle in Schwarz gekleidet. Einige weinen, andere wirken äusserlich gefasst. Ein Familienmitglied sagt zu 20 Minuten: «Es ist sehr schwierig für uns.»

Ein Paar sagt nach dem Besuch bei der Familie, dass man jetzt zusammenstehen müsse: «Für die Familie ist das eine sehr schwierige Zeit und sie kann es nur durch die Hilfe aller überstehen.»

Tief sitzt der Schock auch in der Nachbarschaft: «Sie war wie eine Tochter für mich. Ein sehr nettes, sympathisches und hilfsbereites Mädchen», sagt ein Nachbar. Sie habe viel geholfen und ihre Familie überall unterstützt. «Es tut einfach nur weh. Meine Gedanken sind bei der Familie.» Den verdächtigen M. kennen die Nachbarn nicht: «Ich weiss nichts von einem Ex-Freund, sie hat nie einen Freund nach Hause gebracht.»

Tatwaffe nicht bekannt

Unklar ist, wie Sara getötet wurde – ebenso das Motiv der Tat. Jean-Christophe Sauterel, Sprecher der Kantonspolizei Waadt, sagt, die Autopsie sei noch nicht abgeschlossen. Die Frage, ob eine Tatwaffe sichergestellt worden sei, beantwortet er nicht. Allenfalls gebe es dazu am Mittwoch weitere Informationen.

Sara M. war am 27. Dezember nach dem Besuch einer Trampolinhalle in Yverdon verschwunden. Die Polizei suchte seit Tagen nach der 17-Jährigen, 30 Ermittler standen im Einsatz.


Der Fundort der Leiche. (Video: 20 Minuten)

(daw/km)