Lohngleichheit

01. März 2018 07:44; Akt: 01.03.2018 07:44 Print

Sollen Firmen alle Löhne offenlegen?

von D. Krähenbühl - Der Ständerat will neue Massnahmen gegen Lohndiskriminierung prüfen. Das heizt die Diskussion um die Lohntransparenz bei Firmen an.

Im Gespräch über die Lohntransparenz.
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Frauen verdienen in der Schweiz laut Zahlen des Bundes sieben Prozent weniger als Männer, obwohl sie die gleichen Qualifikationen aufweisen. Bundesrätin Simonetta Sommaruga will Unternehmen darum verpflichten, ihre Mitarbeiter über Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern zu informieren. Firmen mit mindestens 50 Mitarbeitern müssten künftig alle vier Jahre eine Lohnanalyse vornehmen. Sanktionen bei grosser Lohnungleichheit sieht der Gesetzesentwurf aber nicht vor.

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Mit dem Vorschlag ist Sommaruga am Mittwoch im Ständerat aufgelaufen: Dieser hat das Gesetz an die vorberatende Kommission zurückgewiesen, um Alternativen zu prüfen. Für CVP-Ständerat Pirmin Bischof wäre eine dieser möglichen Alternativen die Einführung von transparenten Löhnen - ein System, das Deutschland seit Januar 2018 kennt. Firmen müssten also die Lohnbandbreite für die einzelnen Funktionen kommunizieren.

«Diskriminierung muss ein Ende haben»

«So ist es für eine betroffene Frau sofort ersichtlich, wenn sie weniger verdient als ihre männlichen Kollegen», sagt Bischof. Das mache es einfacher, beim Chef eine Lohnerhöhung zu verlangen. Jetzt müsse die Kommission entscheiden, ob seine Forderung mehrheitsfähig sei. «Schlussendlich braucht es auch ein Umdenken, denn viele Frauen würden sich bei Lohnverhandlungen zu schnell zufrieden geben und zu wenig auf einen höheren Lohn pochen», sagt Bischof.

Dass in den Betrieben die Lohnschere zwischen den Geschlechtern nicht schon längst geschlossen ist, stört auch SP-Ständerätin Anita Fetz: «Diese Geschlechterdiskriminierung muss ein Ende haben». Die Einführung der Lohntransparenz sei einer der Wege, um dies zu erreichen. «Aber der Ständerat wird das ganz sicher als wirtschaftsfeindlich abschmettern», sagt Fetz. CVP-Ständerätin Brigitte Häberli-Koller befürwortet den Vorschlag Bischofs. «Allerdings ist es schwierig, mit solchen Ideen Mehrheiten im Parlament zu finden», stimmt sie Fetz zu.

«Der Wirtschaft nicht zu viel aufbürden»

Der Forderung Bischofs nach einer totalen Lohntransparenz will sich SVP-Ständerat Hannes Germann nicht anschliessen. Man solle der Wirtschaft nicht zu viel auf einmal aufbürden. «Transparenz ist gut, aber nur wenn sie zielführend ist und nicht dann noch die Unzufriedenheit bei den Leuten erhöht.»

Die freiwilligen Massnahmen würden greifen, so Germann. «Die Lohndiskrepanz hat sich in den letzten 20 Jahren mehr als halbiert.» Diese vorhandenen Probleme soll man aber gemeinsam mit der Wirtschaft und Sozialpartner lösen. «Und nicht durch ein Staatsdiktat, die nur Bürokratie bringt und keinen Nutzen», sagt Germann.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Barkley am 01.03.2018 07:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Work Hard Play Hard

    Qualifikation rechtfertig einen gleichen Einstiegslohn und sonst nichts.

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  • guck mal am 01.03.2018 07:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    also bitte

    Wenn die lohne offen gelegt werden, dann bitte auch due von den ceo's.

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  • Stefan K. am 01.03.2018 07:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer das gleiche

    Gleichheit würde auch beim AHV Alter gelten. Immer die gleichen Diskussionen :(

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Outplacement Berater am 04.03.2018 09:46 Report Diesen Beitrag melden

    Hört mit dem Mist auf!

    Es wird nie eine Lohngleichheit geben, weil wie unten öfters erwähnt, es zuviele nicht berücksichtigte Unterschiede gibt. Und es fehlt vielen an Objektivität; vielen meinen sie seien die Besten; sind es aber nur in ihrer eigenen Vorstellung. Bewerbt euch doch ein- oder zweimal pro Jahr. Erstens seht ihr, ob ihr auf dem Markt eine Chance habt mir eurem Wissen, Ausbildung und Erfahrung und zweitens, falls ihr soweit kommt, könnt ihr auch einen Lohnvergleich anstellen. Bedenkt aber auch die weichen Faktoren, wie Arbeitsweg, Klima im Betrieb und andere Benefits.

  • DangerRanger am 02.03.2018 01:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gerecht

    Was hier für Argumente gebracht werden ist ja total lächerlich. Vor allem wird das Problem nicht verstanden. Natürlich darf ein Gelehrter mehr verdienen. Die Frage ist aber wieviel mehr. Wieviel mehr darf ein Volksvertreter verdienen? Wir sind eine Gesselschaft, sei es Privatwirtschaft oder Staatlich... ... Ansonsten müssen wir zu den Weiler (Dörfer/Höfen) zurückkehren und Selbstversorger machen. Denn die Wirtschaft dient der Güter und Arbeitsteilung... ... Deswegen müssen die Löhne/Verdienst angepasst werden.

  • BiChaDe am 01.03.2018 20:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    apokalyptisch

    Noch wichtiger als die Lohngleichstullung Mann/Frau, finde ich dass der Unterschied zwischen oberste Kader und unterster Angestellter fair und nicht apokalyptischen gross ist... Schliesslich braucht es alle !!!

  • Thom am 01.03.2018 19:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kolchosensystem

    Was ist mit Qualifikationen. Am besten werden die Kolchosen eingeführt...

    • Ueli am 01.03.2018 19:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Thom, steht doch im Text

      Was hat denn die Forderung nach gleichem Lohn bei gleicher Qualität mit dem damaligen russischen Kommunismus zu tun? Richtig: Nichts, aber auch gar nichts.

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  • Kapi am 01.03.2018 19:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weiter so

    Dann geht es uns bald wie unseren Nachbarn. Die haben sich auch zu Tode geregelt. Diese Sozialstaaten sind alle praktisch Bankrot (Frankreich ist ein Paradebeispiel)