Tabakprävention

10. Januar 2011 11:20; Akt: 10.01.2011 15:28 Print

«SmokeFree» gegen das Rauchen

Nichtrauchen soll bei den Jungen gut rüberkommen. Der Bund hat zu diesem Zweck eine neue Tabakpräventionskampagne gestartet.

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Die Tabakpräventionskampagne «SmokeFree» soll Jugendliche vom qualmen anhalten. (Bild: Keystone)

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Nichtrauchen soll als «cooler» Lebensstil etabliert werden. Mit dieser Zielsetzung hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Montag seine neue Tabakpräventionskampagne «SmokeFree» gestartet.

Wie BAG-Direktor Pascal Strupler vor den Medien deutlich machte, will das BAG auch unter seiner Leitung bei der Tabakprävention nicht lockerlassen. Fahre man die Präventionsbemühungen zurück, steige der Tabakkonsum wieder an, sagte er.

Zahl der Raucher weiter senken

Dass die Kampagnen der letzten Jahre Erfolg hatten, lässt sich laut Strupler an den Statistiken ablesen. Zwischen 2001 und 2009 sank der Anteil der Raucherinnen und Raucher unter den 14- bis 65- Jährigen von 33 auf 27 Prozent. In der Alterskategorie der 14- bis 19-Jährigen sank der Anteil der Rauchenden im gleichen Zeitraum gar von 31 auf 22 Prozent.

Es gebe aber Anzeichen, dass der Anteil der Rauchenden nun stagniere, sagte Ursula Koch, Co-Leiterin der Abteilung Nationale Präventionsprogramme des BAG. Die neue Kampagne «SmokeFree» soll nun dafür sorgen, dass die Zahl der Raucher und Raucherinnen weiter zurückgeht. Gemäss dem Tabakpräventionsprogramm des Bundesrats soll der Raucheranteil in der Wohnbevölkerung 2012 auf 23 Prozent reduziert werden.

Jährlich fordert der Tabakkonsum in der Schweiz noch immer 9000 Todesopfer. So viele Raucher wie möglich sollen deshalb zum Ausstieg bewegt werden, sagte Strupler. Im Vordergrund stehe, die Gesundheit der Menschen zu verbessern. Es gehe aber auch um die Frage der Gesundheitskosten.

Effektive Prävention

Die Tabakprävention gilt unter diesem Gesichtspunkt als effektiv. Laut Strupler konnte gemäss einer Studie aus dem letzten Jahr mit jedem für die Tabakprävention eingesetzten Franken ein «gesamtgesellschaftlicher Gewinn» von 41 Franken realisiert werden. Dieser besteht vor allem aus eingesparten Kosten für die Behandlung von tabakbedingten Krankheiten.

Die «SmokeFree»-Kampagne dauert bis 2012, kostet 9,8 Millionen Franken und bedient sich Werbekonzepten der Tabakindustrie. Mit dem Slogan «Keine Zigarette ist besser» soll Nichtrauchen als eigentliche Marke etabliert werden.

Die Marke heisst «SmokeFree» und kommt als leeres, blau-weisses Zigarettenpäckli daher. Vorteil dieser Marke sei, dass sie alle anderen Zigarettenmarken in den Schatten stelle, sagte Ursula Koch. Denn sie sei «die einzige Zigarette ohne Gift» und die «einzige Zigarette, die nicht schadet», sagte sie und zitierte damit andere Slogans der Kampagne.

Tabakindustrie kopieren

In der Auftaktphase werden ein Kinospot, Anzeigen, Plakate sowie eine Internet-Seite lanciert. Dabei soll - ganz im Stil echter Zigarettenmarken - das «SmokeFree»-Päckli etabliert werden. Auch in der zweiten Phase nutzt das BAG die Bildersprache der Tabakindustrie: In einem Spot tritt etwa der Abenteurer in der freien Natur auf, allerdings in einem rauchfreien Umfeld.

Die Kampagne wird auf Deutsch, Französisch und Italienisch gefahren. Um auch möglichst viele Migrantinnen und Migranten anzusprechen wird die Kampagne zum Teil auf Albanisch, Englisch, Portugiesisch, Spanisch, Serbisch-Kroatisch-Bosnisch und Türkisch durchgeführt.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dino am 10.01.2011 13:46 Report Diesen Beitrag melden

    Verursacherprinzip

    Es sollte nach dem Verursacherprinzip abgerechnet werden. Wer raucht, ist pozenziell gefährdet und der soll das gefälligst auch selber berappen im Gesundheitswesen. Die Krankenkassen müssten da mal einen Riegel schieben und ein Exempel satuieren. Es kann doch nicht sein, dass wir mithelfen die Vernuft zu finanzieren und die hohen Kosten die Entstehen

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  • Brutus am 10.01.2011 13:30 Report Diesen Beitrag melden

    Gesamtgesellschaftlicher Gewinn

    Laut BAG wird mit jedem für die Tabakprävention eingesetzten Franken ein gesamtgesellschaftlicher Gewinn von 41 Franken erzielt. Diese Berechnung möchte ich sehen. Ist da auch berücksichtigt, dass mit weniger verkauften Zigaretten auch die Steuereinnahmen des Bundes zurückgehen. Oder ist auch berücksichtigt, dass die Raucher, die weniger lang leben, die AHV (und auch zum Teil die Pensionskassen) massiv entlasten? Vermutlich nicht. Aber wir haben uns ja daran gewöhnt, dass wir von Bundesbern selten die Wahrheit erfahren.

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  • sinnlos am 10.01.2011 14:20 Report Diesen Beitrag melden

    Die Gesundheitskosten-Lüge

    Die Gesundheitskosten-Lüge wird immer wieder gerne benutzt um Geld zu verschleudern. Zahlreiche Studien belegen, dass Raucher früher sterben und somit weniger Gesundheitskosten verursachen! Also bringt mal was Neues!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Angelika S. am 17.06.2011 23:14 Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Freunde

    Ich habe fast alle Kommentare gelesen und muss sagen, das wir uns mal überlegen sollten ob wir wirklich besser sind. Wir beschweren, uns das man über uns Raucher urteilt und hetzt und wir haben nichts besseres zu tun als auf die Übergewichtigen und Trinker los zu gehen. Jeder weis das Rauchen, Trinken und zu viel ungesundes Essen auf Dauer schlecht ist für uns alle und trotzdem tun wir es, aber es ist unsere eigene Entscheidung. Es wird viel Geld damit verdient, Steuer , Werbung, alle machen ihren Reibach und keiner beschwert sich darüber. Alle profitieren doch keiner will es zugeben.

  • AS am 08.02.2011 23:56 Report Diesen Beitrag melden

    Geld zur Verfügungstellen!

    Stellt uns Rauchern das Geld zur Verfügung, damit wir wenn wir WOLLEN, eine Raucherentwöhnung machen können ohne jedesmal erst VIEL Geld in die Finger nehmen zu müssen! Vielleicht näme der eine oder andere dies in Anspruch... Freiwillig, weil Gratis.......Hypnose, Akupunktur, Seminare etc.

  • UW am 20.01.2011 14:13 Report Diesen Beitrag melden

    Tabaksteuer

    Alle Einnahmen aus der Tabaksteuer im Jahr 2008 waren es etwa 2,19 Milliarden Franken dienen zur Finanzierung der AHV/IV und decken rund 5% der Einnahmen! Danke liebe Raucher!!! Im Anbetracht von 2.19 Milliarden Einnahmen sind 9.8 Millionen Werbeausgaben doch ein Klacks - obwohl sie die AHV/IV gut gebrauchen könnte.

    • UW am 20.01.2011 17:54 Report Diesen Beitrag melden

      Tubak

      Ach ja, und die Raucher bezahlen die Tabakprävention auch gleich selber. Mit 0.26 Rappen pro Päckli wird die TABAKPREÄVENTION UND DER INNLÄNDICHE TABAKANBAU FINANZIERT! das waren 2008 über 8 Mio. Wiso will man eigentlich die Raucher am rauchen hindern?

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  • bergsee07 am 20.01.2011 13:18 Report Diesen Beitrag melden

    Giftfreie Zigaretten

    Wie wäre es eine Zigarettenmarke ohne Gift auf den Markt zu bringen? Was nützt den ein leeres Päckli, was soll Mensch damit? es stolz herumzeigen? Ich habe auch noch nie von jemandem gehört der wegen eines Nichtrauerplakats aufgehört hätte zu rauchen.

    • Student am 09.03.2011 09:01 Report Diesen Beitrag melden

      Giftfrei?

      Das gift ist nur ein Teil des schadenverurachers. Der RAUCH ist das schlimmste! Warum gibt es Rauchvergiftung? Bei einem Feuer mit Holz hat es auch keine künstlichen "Gifte" drinn. Doch man bekommt trotzdem eine Rauchvergiftung wenn man zuviel vom Rauch einatmet. Lg

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  • A.F. am 11.01.2011 17:00 Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit

    Es ist schlicht eine Frechheit, was sich der Staat wieder mal mit den Rauchern erlaubt. Bezahlen die keine Steuern oder keine Krankenkasse? Den Herren von der Statistik sei gesagt, sie sollen mal die Krankenkassen-Kosten der Fettleibigkeit den Kosten der Raucher direkt gegenüberstellen. Wetten, dass ersterer bedeutend höher ist? Aber das wird tunlichst verschwiegen. Wann hört der Staat endlich mit dieser mittelalterlichen Hetzerei gegen die Raucher auf?