Analyse

18. Dezember 2014 10:37; Akt: 18.12.2014 11:10 Print

«Thiels Coolness hat Schawinski verunsichert»

von Nicolas Saameli - Kommunikationsexperte Marcus Knill analysiert das «Schawinski»-Interview: Schuld am Debakel sei wohl der Stolz des Moderators.

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Roger Schawinski liess sich von Komiker Andreas Thiel provozieren. (Bild: Screenshot)

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Herr Knill, der Talk zwischen Roger Schawinski und Komiker Andreas Thiel ist eskaliert. Warum?
Was hier geführt wurde, war keine Diskussion im klassischen Sinne, sondern ein Duell. Keiner der Gesprächspartner hatte das Ziel, sein Gegenüber zu überzeugen. Die beiden haben verbal aufeinander eingeprügelt. Was dabei zählte, war nicht, wer die besseren Argumente hat, sondern wer am Ende besser wegkommt.

Umfrage
Wer trägt Schuld daran, dass die Diskussion bei Schawinski aus dem Ruder lief?
65 %
15 %
20 %
Insgesamt 74005 Teilnehmer

Wer ist denn besser weggekommen?
Bei diesem Streit konnte es keinen klaren Sieger geben. Rein aus der Gesprächsanalyse würde ich sagen, dass sich die beiden ein Unentschieden geliefert haben. Dabei wird aber ein wichtiger Punkt vergessen: Schawinski hatte viel mehr zu verlieren als Thiel. Die Sendung, in der das Gespräch ausgestrahlt wurde, trägt seinen Namen. Wenn er darin die Fassung verliert, zählt das viel mehr, als wenn das bei seinen Gästen passiert.

Wie hat Thiel es geschafft, Schawinski aus dem Gleichgewicht zu bringen?
Er hat vor allem mit der Überraschung gearbeitet. Wer Schawinski ein bisschen kennt, weiss, dass dieser alle Interviews mit der Frage «Wer bist du?» beginnt. Thiel war darauf vorbereitet und hat sofort angefangen, Schawinski mit Gegenfragen in die Enge zu treiben. Zudem hat er das Gespräch auf eine sehr persönliche, emotionale Ebene reduziert und Schawinski damit destabilisiert. Dabei ist er selber immer sehr ruhig geblieben, obwohl es in ihm vor Wut gebrodelt haben muss.

Und das hat schon gereicht, um einen erfahrenen Talkmaster wie Schawinski aus der Fassung zu bringen?
Schawinski war wohl völlig überrumpelt von Thiels Art. Ich kenne ihn persönlich und so fassungslos wie am Montag habe ich ihn noch nie erlebt. Schuld am Debakel war vielleicht sein Stolz. Er hatte einige recht gute Trümpfe gegen Thiel in der Hand und muss sich wohl gedacht haben: «Den Typen nagle ich jetzt an die Wand.» Dieser ist aber so gut wie gar nicht auf die Vorwürfe eingegangen. Damit hat er wohl einen Schwachpunkt getroffen: Schawinski ist stark, solange er aggressive Fragen stellen kann. Wenn jemand dabei aber cool bleibt wie Thiel, wird er unsicher.

Wie hat sich diese Unsicherheit geäussert?
Ein gutes Beispiel dafür war, als Thiel ihn fragte, ob er denn den Koran selber gelesen habe. Das Einzige, was Schawinski darauf sagen konnte war: «Ich habe dafür andere Bücher gelesen.» Mit solchen Gegenfragen hat Thiel sich über die klassische Rolle eines Interviewten weggesetzt und eine Machtposition eingenommen. Man könnte sagen: Wer fragt, führt.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Zyniker am 18.12.2014 10:49 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht verstanden...

    Herr Thiel hat eine ganz klare Botschaft gehabt und diese war, dass es ein Unding ist jegliche Diskussion über den Islam zu verweigern aus falschem Respekt/Angst vor Islamistischem Terror. Schawinski wollte aber genau das, er wollte, dass Thiel sagt; "Ja, man darf das nicht" und das ist eine Schande in einem freien Land! Fachlich hat Thiel nur unbestreitbare Fakten aufgezählt wie z.B. der kleine aber feine Unterschied die Erzählung von Gewalt in der Bibel vs. Aufruf zu Gewalt im Koran, die fehlende Aufklärung, Koran mehr Anleitung für Staat als was anderes usw. Kritik daran ist mehr als nötig.

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  • Isa Hausbein am 18.12.2014 10:50 Report Diesen Beitrag melden

    Grosses Kino

    Thiel war super, Schawinski eher weniger, wie meistens. Ich brauche keinen Kommunikationsexperten der mir ein so einfaches Duell erklärt. Ich mache mir noch meine eigene Meinung. Thiel hat sich einen Spass erlaubt, der wunderbar funktioniert hat und Schawi als emotionale Tomate da stehen lässt. Grosses Kino!

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  • Peter Stelzer am 18.12.2014 10:50 Report Diesen Beitrag melden

    Schawinski auch bei Blancho überrumpelt

    ... und bei vielen anderen auch. Dass dieser Narzist grundsätzliche Dinge immer noch nicht gelernt hat, ist kaum zu glauben.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jose Hermano am 21.12.2014 14:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Angst

    früher hat Schawinski für die Sache gekämpft, heute ist er nur noch von der Angst getrieben, dass man ihn vergisst!

  • Hmmm... am 20.12.2014 07:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selberschuld

    Ganz zu beginn der sendung hat thiel sich mit schawi ein scherz erlaubt (...und wer bist du?), satiriker-like. Dass schawi so verärgert und beleidigt darauf reagierte zeigt dessen trägheit, emotionalität und arroganz. Schawi ist auf thiels wunsch, über die sache zu reden, erneut nicht eingegangen. Wer das gegenüber nicht hören will muss fühlen... Schawi lenkte schon beim intro den fokus auf thiel und nicht auf dessen artikel und dessen reaktionen. Selberschuld.

  • Peter am 19.12.2014 22:29 Report Diesen Beitrag melden

    Was aufgefallen?

    Schawinski fragte zuerst, weshalb Thiel den Artikel geschrieben hat und im Gesprächsverlauf gab er selbst zu, dass Mohammed ein Massenmörder war - aber Schawinski findet, dies dürfe man nicht sagen, da bin ich ganz anderer Meinung.

  • Alfonso von Pizza am 19.12.2014 20:52 Report Diesen Beitrag melden

    darf man das

    Kann ich die Billlag Gebühren storniern. Ich verpflichte mich dafür, Drogen zu kaufen und diese auch zu nachweisbar konsumieren, weil das Ergebniss ist wohl das Gleiche; alles benebelt wie in einem Durchlauferhitzer und das Ged ist auch wieder im Umlauf.

  • Ruth am 19.12.2014 20:20 Report Diesen Beitrag melden

    Roger De Weck muss jetzt handeln

    und den Diktator Roger Schawinskivom Leutschenbach endlich absetzen und keine neue Chance mehr geben.