Unterschätzte Gefahr

13. Oktober 2014 12:02; Akt: 13.10.2014 12:36 Print

«Tiere verbreiten Ebola besser als Menschen»

von Vroni Fehlmann - Die Mensch-zu-Mensch-Übertragung von Ebola ist nicht das grösste Problem. Fledermäuse und andere Säugetiere sind die besseren Wirte, sagt Immunologe Beda Stadler.

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Experten sind sich einig, früher oder später wird es auch in der Schweiz einen Ebola-Fall geben. Doch die Leute müssen sich nicht nur vor infizierten Patienten fürchten, besonders wohl fühlt sich das Virus nämlich im Tierreich. «Der Mensch ist kein guter Wirt für das Ebola-Virus, denn er ist viel zu schnell tot. Tiere sind aus Sicht des Erregers besser geeignet», sagt der Immunologe Beda Stadler. Das bestätigen Studien aus der ganzen Welt: Das Virus wurde schon bei Nagetieren, Fledermäusen, Antilopen, Schweinen, Hunden, Schimpansen, Gorillas und Affen nachgewiesen. Laut einem amerikanischen Forscherteam könnten sogar Vögel mögliche Überträger von Ebola sein, berichtet «Discovery News». Es kann zudem nicht ausgeschlossen werden, dass weitere Arten betroffen sind.

Von den Tieren wird das Virus auf den Menschen übertragen, erklärt Stadler. Allerdings nicht durch den Fleischkonsum. Wird es gekocht, sterben die Erreger ab. «Das Problem ist die Jagd. Beim Ausnehmen der erlegten Tiere können sich die Menschen anstecken.» Das Virus verbreite sich auch über die Schleimhaut. Leckt beispielsweise ein infizierter Hund das Gesicht seines Herrchens, kann das Virus auf den Menschen übertragen werden. Zudem können die gefährlichen Erreger mittels Fäkalien im Abwasser landen und so an Ratten gelangen.

Fledermäuse, Hunde und Schimpansen als Wirte

Dass sich das Virus auf diese Weise unkontrolliert verbreiten kann, glaubt Stadler jedoch nicht. «Die meisten Leute trinken das Abwasser ja nicht. Ausserdem gibt es viel gefährlichere Krankheiten, die darin enthalten sind.» Laut dem Immunologen müsse es eine sehr unglückliche Verkettung von Zufällen und fahrlässigem Handeln geben, damit sich das Virus in der Schweiz über das Tierreich verbreiten könnte. Das mache eine Ausbreitung praktisch unmöglich. «Frisst ein Hund Erbrochenes eines Ebola-Patienten, wird er geschlachtet. Wir würden jedes Tier finden, das das Virus in sich trägt. Die Schweiz könnte die Krankheit mit Leichtigkeit ausrotten.»

Stadler gibt jedoch auch zu, dass ihm kein Massnahmenplan bekannt ist, der das Vorgehen bei Ebola-Fällen im Tierreich regelt. «Die Krankheit war für die Schweiz bis vor Kurzem auch nicht wirklich interessant, da es sie hierzulande schlicht nicht gab.» Zudem sei nicht klar, welche Schweizer Tierarten das Virus überhaupt übertragen könnten. In Afrika sind es vor allem Fledermäuse und Schimpansen, aber auch Hunde, die immer wieder für einen Ausbruch der Krankheit unter Menschen verantwortlich sind.

Fehler bei der Entsorgung sind gefährlich

Jedoch sei die Situation in diesen Regionen eine andere als in der Schweiz. «Hierzulande wird ein Ebola-Patient ins Spital gebracht. Dort gibt es keine Hunde, Fledermäuse oder andere Tiere, die das Virus aufnehmen können», sagt Stadler. Die Hygienemassnahmen seien aber nur so gut wie das schwächste Glied. Komme es beim Entsorgen von Kleidern, Ausscheidungen oder menschlichen Überresten zu Fehlern, bestehe trotzdem die Gefahr einer Weiterverbreitung. Dass die Angst davor real ist, zeigt der aktuelle Fall aus Spanien. Dort haben die Behörden den Hund einer infizierten Krankenpflegerin einschläfern lassen, weil er sich angesteckt haben könnte.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • MK am 13.10.2014 12:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gefahr wird unterschätzt

    Die Schweiz unterschätzt dieses Problem gewaltig, wie so manche andere auch, was man in letzter Zeit zu oft sehen konnte.

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  • andy am 13.10.2014 12:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wieso nicht?

    wieso soll ebola hier keine chancen haben. bitte um aufklärung.

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  • AndyR am 13.10.2014 12:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hysterie schüren

    Das Ebola eine Bedrohung sein kann, dürfte wohl jedem klar sein. Unklar ist jedoch, warum auf Teufel komm raus, eine künstliche Hysterie provoziert wird. Kann mir einmal einer erklären, warum Grippe pro Jahr X Todesfälle verursacht und darüber nie so ein Theater gemacht wird??

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Die neusten Leser-Kommentare

  • felix erpf am 14.10.2014 16:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schlechter vergleich

    saisonale grippe hat eine viel, viel kleinere todesrate und ist- wie es der name sagt- saisonal bergenzt und flaut somit wieder ab. ebola nicht. schlechter vergleich!

  • Clemens am 14.10.2014 12:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frage:

    Hätte man den Hund nicht auf Ebola mit einem Bluttest testen können? Ich als Hundebesitzer hätte das Geld auf jeden Fall investiert, wenn ich damit das Leben des Hundes verschonen könnte - und für den Fall, dass der Test positiv ausfallen würde, hätte man wenigstens Gewissheit...

  • Christa Pardeller am 14.10.2014 11:20 Report Diesen Beitrag melden

    Richtiges Gesetz machen!

    Go vegan (keine "tierische Produkte"), und das auch per Gesetz machen, auch damit Ebola für den Menschen existiert und sich kein Mensch anstecken kann. Es ist nicht normal, daß ein Mensch ein anderes Lebewesen isst (Gorilla, Flughunde, Antilopen, Schweine, Hühner, Kühe, usw.)

    • Charles Darwin am 14.10.2014 11:47 Report Diesen Beitrag melden

      Andersrum

      Der Mensch ist ein Allesesser: Es ist nicht normal, dass er nur pflanzliche Kost isst. Dass einige Menschen damit nicht (mehr) umgehen können, ist meiner Meinung nach ein Zeichen einer kränkelnden, dekadenten Zivilisation.

    • cap am 14.10.2014 12:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      was für ein Quatsch!

      Gehts noch? Hast du dir schonmal das menschliche Gebiss angeschaut? Ein Blick darauf pulverisiert jedes Argument von euch veganern und vegetariern zu Staub! Der Mensch hat schon immer Fleisch gegessen und wird es auch weiterhin tun. Da wird man ja richtig aggressiv wenn ihr anderen vorschreiben wollt, was sie zu essen haben. Sonst keine Probleme?!

    • Christa Pardeller am 14.10.2014 12:35 Report Diesen Beitrag melden

      Pflanzliche Nahrung essen

      das sage ich dir: was für ein Quatsch. Ist doch lächerlich die deine Theorie mit dem Gebiss: ist etwa die pflanzliche Nahrung (welche gesund ist) flüssig? Ich nämlich brauche dazu auch mein Gebiss und Zähne

    • AndyR am 14.10.2014 14:41 Report Diesen Beitrag melden

      @Christa Pardeller

      Ihr Ansatz in allen Ehren, aber der vegane Lebensstil wird Ebola auch nicht auslöschen. Ausserdem können Sie niemandem und schon gar nicht dem Rest der Welt, tierische Produkte verbieten. Tut mir wirklich leid aber Ihre Forderung ist schlicht eine Utopie

    • Christa Pardeller am 14.10.2014 15:54 Report Diesen Beitrag melden

      Man kann und muß verbieten

      Die Freiheit eines jeden Menschen hat Grenzen und zwar spätetens, wenn ein anderes Lebewesen (Tier, Mensch) verletzt/getötet wird. Auch von daher sind "tierische Produkte" zu verbieten. Tiere sind Lebewesen wie Menschen

    • Hirnakrobat am 14.10.2014 17:29 Report Diesen Beitrag melden

      So ein Quatsch!

      Ja, das bringt bestimmt viel und die Menschen im afrikanischen Busch oder in Asien werden sich bestimmt ab sofort ohne Murren an so ein Gesetz halten.

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  • bennn am 14.10.2014 11:18 Report Diesen Beitrag melden

    Panikmache etc.

    Jahrelang haben die Regierungen, Pharmakonzerne und Medien jede Gelegenheit genutzt um Panik zu schüren. Vogelgrippe, Schweinegrippe und wie sie alle heissen. Bei Ebola wiederholt sich alles. Ob es diesmal berechtigt ist oder nicht, ist auch wieder nicht klar. Schlussendlich müssen sich die Herren und Damen da oben auch nicht wundern, wenn sie nicht ernstgenommen werden.

  • Raul 7 am 14.10.2014 10:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Menschliche Versuchsobjekte

    Wir sind die besten Versuchsobjekte für die Regierungen um Krankheiten zu testen und einzudämmen. Es gibt bestimmt schon ein Impfstoff gegen Ebola. Das ist Tragisch aber wahr.