Reaktionen in der SVP

09. Januar 2016 14:50; Akt: 09.01.2016 19:56 Print

«Toni Brunner zeigte übermenschlichen Einsatz»

Toni Brunners Parteikollegen sehen seinen Rücktritt mit Bedauern, können seinen Schritt jedoch nachvollziehen. Seinem Nachfolger stärken sie den Rücken.

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Der Rücktritt Toni Brunners sorgt in der SVP für Bedauern, allerdings begegnen Parteikollegen seinem Entscheid auch mit Verständnis. Das Amt des Parteipräsidenten sei eben ein «Verschleissjob», sagte der ehemalige SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli zu 20 Minuten. Brunner sei ein «sicherer Wert für Erfolg». In den acht Jahren als Parteipräsident sei ihm nie ein Fehler unterlaufen, dennoch habe er «keine Allüren» entwickelt. Mörgeli beschreibt seinen Parteikollegen als «Sympathieträger». Er sei bei der Bevölkerung gut angekommen – «egal ob in der Zürcher Bahnhofstrasse, in der Bergbeiz oder im Fussballstadion».

Mörgeli wertet Albert Rösti als eine «sehr gute Wahl» als Nachfolger. Er sei hundertprozentig auf der SVP-Linie. Er verbinde das bodenständige Landwirtschaftliche und das Akademische. Zudem habe er sein Können als Wahlkampfleiter bei den letzten Wahlen unter Beweis gestellt.

«Lebendige Persönlichkeit, ein Kommunikator»

Ähnlicher Ansicht ist SVP-Nationalrat und Fraktionschef Adrian Amstutz. Brunner habe als Parteipräsident «übermenschlichen Einsatz» gezeigt. Kein Mensch halte das ewig aus und man müsse seinen Rücktritt respektieren. Ihn habe Brunners Entscheid nicht überrascht. Auch er befindet, die Parteileitung habe mit Albert Rösti einen «hervorragenden Vorschlag» für die Brunner-Nachfolge gemacht. Damit behalte die SVP ihre Richtung bei.

Für den SVP-Staatsrat Oskar Freysinger kam Brunners Schritt überraschend, dennoch zeigt er Verständnis: «Das Amt des Parteipräsidenten ist schwierig, es ist ein Vollzeitjob und mitunter nervenaufreibend.» Der Schritt komme aber zu einem logischen Zeitpunkt, so Freysinger. Es sei immer dann am besten zu gehen, wenn man gerade einen Riesensieg errungen habe so wie die SVP bei den Parlamentswahlen im Oktober. Die Partei verliere im Amt des Präsidenten eine lebendige Persönlichkeit, einen Kommunikator, der in Verbindung zu den Menschen stehe.

(mlr/woz)