Klara (15)

13. April 2019 13:12; Akt: 13.04.2019 13:12 Print

«So habe ich die Gymi-Prüfung geschafft»

Nachhilfe, Lernpläne und eiserne Disziplin: Klara (15) hat im Videotagebuch festgehalten, wie sie sich erfolgreich auf die Gymi-Prüfung vorbereitet hat.

Klara erzählt, wie sie die Zeit vor der Gymiprüfung wahrgenommen hat.
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Die Erleichterung ist Klara ins Gesicht geschrieben: Soeben hat die 15-Jährige aus dem Kanton Zürich erfahren, dass sie die Prüfung fürs Gymnasium bestanden hat. «Ich stand ein halbes Jahr lang unter Strom», sagt Klara, «es war nicht möglich, mich auch nur zwei Wochen zu erholen.»

Während zwölf Wochen, der letzten Phase vor der Gymi-Prüfung, hat Klara beinahe täglich festgehalten, wie ihre Vorbereitung verläuft. Sei es im Pyjama im Ferienhaus, mit verschnupfter Nase auf dem Sofa oder im Garten nach einem Streit mit den Eltern – die Kamera war stets dabei. Klara will Gymianwärtern zeigen, wie sie erfolgreich die Aufnahmeprüfung bestehen können.

Die Vorbereitung


Klara: «In den Sportferien habe ich einen Lernplan erstellt, den ich auch auf meinem Handy gespeichert habe. Morgens ging ich Ski fahren, am Nachmittag stand Mathe oder Deutsch auf dem Programm. Zusätzlich ging ich in eine Gymivorbereitung und hatte einen Tutor.

Der half mir sehr, da ich von ihm einen dicken Stapel Bücher zur Gymivorbereitung erhielt. Die alten Prüfungen durchzugehen ist sowieso das Beste, was man tun kann. Nur schade, dass man fürs Drucken der vielen Seiten so viel Papier benötigt.»

Ups & Downs


Klara: «Nicht immer verlief die Lernerei problemlos. Während der Ferien wurde ich krank und konnte weder Ski fahren gehen noch mich aufs Lernen konzentrieren. Das war echt blöd. Vor allem, weil ich das Verpasste schliesslich nachholen wollte.
Während dieser Zeit fragte ich mich immer wieder, ob das Gymi überhaupt der richtige Weg für mich ist.

Auch die Frage, was passieren würde, wenn ich die Gymi-Prüfung nicht bestehen würde, hat mir manche schlaflose Nächte beschert. Nicht wegen meiner Eltern, den Druck habe ich mir selber gemacht. Durch das Lernen bin ich aber viel selbstständiger geworden, was auch meine Eltern sehr positiv sehen.»

Lerntricks


Klara: «Als Vorbereitung für die Gymi-Prüfung habe ich ein- bis zweimal in der Kleidung, die ich am Prüfungstag, am 12. und 13. März, getragen habe, Simulationsprüfungen absolviert.

Auch Belohnungen spielten bei der Vorbereitung für die Gymi-Prüfung eine wichtige Rolle. Im Ferienhaus machten wir etwa mit der ganzen Familie einen Glacé- und Filmabend. Und als Belohnung für die absolvierte Prüfung hatte ich mir Konzerttickets für Shawn Mendes gekauft.»

Tipps für die Eltern


Klara: «Der wichtigste Tipp, den ich Eltern geben kann, ist: Sprecht mit eurem Kind, bevor ihr es für die Prüfung anmeldet. Will das Kind überhaupt ins Gymnasium, oder projiziert ihr eure Erwartungen einfach auf eure Nachkommen? Ausserdem ist es wichtig, dass Eltern keinen Druck auf das Kind ausüben. Will jemand wirklich ans Gymi, macht er sich selber schon genug Druck.

Was in der Vorbereitungszeit bei mir persönlich sehr wichtig war, war das Essen. Wenn ich Hunger habe, dann werde ich ‹hangry› – also eine Mischung aus wütend und hungrig. So kann sich doch niemand konzentrieren.»

Die wichtigsten Utensilien für die Prüfung


Klara: «Folgendes sollte man an der Prüfung auf keinen Fall vergessen: Die Identitätskarte, weil man sonst nicht zum Test zugelassen wird. Kaugummi und Traubenzucker, um während der Prüfung konzentriert zu bleiben. Trinken sollte man aus dem Grund nur Wasser, keine Energy-Drinks oder zuckerhaltigen Getränke. Der Zuckercrash macht es sonst zu schwierig, sich zu konzentrieren.

Die Schreibstifte sollte man am besten in einem durchsichtigen Plastiksack mitnehmen, weil ein Prüfungsaufseher gleich auf den ersten Blick erkennt, dass kein Spick versteckt ist. Apropos Spick: Macht keinen. Erstens ist es unfair, und zweitens versaut der einem alles, wenn man erwischt wird.»

So verlief der Prüfungstag


Klara: «In der Nacht vor der Gymi-Prüfung konnte ich erstaunlicherweise gut schlafen. In der Nacht hatte ich einige komische Träume, aber sonst ging es super. Besonders nervös war ich nicht. An der Prüfung selbst sassen rund 20 Schüler im gleichen Raum. Es hatte rund einen Meter Abstand zwischen den Bänken, damit man nicht abschreiben konnte.

Nachdem der Aufseher die Prüfung verteilt hatte, war er die meiste Zeit jedoch nur am Tablet. Ich hatte es mir viel strenger vorgestellt. Nach dem zweiten Tag der Prüfung hatte ich ein supergutes Gefühl. Trotzdem war die Wartezeit, während wir auf die Resultate warteten, extrem schwierig. Als mich dann meine Mutter anrief und mir erzählte, dass ich bestanden hatte, war ich völlig auf dem Häuschen. Es würde mich extrem glücklich machen, wenn meine Tipps auch einigen von euch weiterhelfen könnten.»

(dk)