Schweiz

30. Dezember 2010 22:50; Akt: 30.12.2010 21:02 Print

«Und vergesst nicht die Sprenggürtel»

von Gaudenz Looser - Ein Oppositions-Aktivist aus Tunesien, der als politischer Flüchtling in der Schweiz lebt, ruft im Internet zu Bomben-Terror auf. Nun krebst er zurück.

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Guesmi debattierte 2006 im TSR über die Mohammed-Karikaturen. Foto: TSR

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Nicht lange ist es her, dass Larbi Guesmi aus Neuenburg die Klage gegen die Schweiz wegen der Annahme der Minarett-Initiative beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte unterstützte. «Es tut mir im Herzen weh, dass die Schweiz – Land der Menschenrechte – vor diese Instanz treten soll. Aber wir müssen dies machen, wir wurden diskriminiert», sagte er damals. Dass der Menschenrechtler auch ganz anders kann, zeigte Guesmi auf der tunesischen Webseite Alhiwar.net: «Sattelt die Pferde und vergesst nicht die heiligen Gürtel, die Sprenggürtel für die Verräter», schreibt er laut «24 heures» an die islamistische tunesische Opposition. Und: «Wir werden Widerstand leisten, sei es mit dem Sieg oder dem Tod.»

Saida Keller-Messahli vom Forum für einen fortschrittlichen Islam ist schockiert: «Jemand, der zum Töten aufruft, gehört nicht in eine demokratische Gesellschaft und darf nicht toleriert werden.» Die Schweizer Justiz müsse eingreifen. Auch SP-Nationalrätin Chantal Galladé fragt sich, «warum ausgerechnet ein Menschenrechtsaktivist zu Gewalt aufruft». Doch Guesmi ist nicht nur Präsident der Menschenrechtsorganisation Ez-Zeitouna, sondern auch Mitglied der islamistischen Partei Ennadha. Konfrontiert mit seinen Aussagen, will Guesmi plötzlich alles nicht mehr so gemeint haben: Die Passage sei «aus dem Kontext gerissen», der Aufruf sei im «übertragenen Sinn zu interpretieren». Er sei für einen «gewaltlosen Kampf für das unterdrückte Volk» mit «Weisheit und mit Steinen», sagt Guesmi. Falls er das Schweizer Volk brüskiert habe, tue ihm das leid.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Thomas Buxtorf am 31.12.2010 09:29 Report Diesen Beitrag melden

    Tschüss!

    Wenn das so stimmt, dann muss er gehen. Es kann ja nicht sein, dass er der Gesellschaft schaden will, die ihn aufgenommen hat. Ein Hetzer weniger!

  • Michael H. aus Oberdorf am 31.12.2010 09:16 Report Diesen Beitrag melden

    Müssen wir solche Personen schützen ?

    Larbi Guesmi provozierte offensichtlich mit seiner politischen Meinung die Regierung in seiner Heimat Tunesien. Das ist soweit nichts ungewöhnliches. Aber es darf nicht sein dass er dies aus der Schweiz heraus mit unserem Schutz weiter praktiziert. Er ist nicht der einzige der so die Neutralität und die Sicherheit unseres Landes ausnutzt und gewollt oder ungewollt den Unmut anderer Länder auf unser Land provoziert. Dem gehört endlich ein Riegel geschoben.

  • PhilB am 31.12.2010 09:11 Report Diesen Beitrag melden

    Schranken auch für Muslime

    schon komisch, dass da nicht eingeschritten wird. Hätte sich ein CH Mitbürger über gewisse Leute geäussert, hatte man ihn gleich bestraft! Wer sich zu solch Aussagen verleiten lässt, hat sich definitiv nicht unter Kontrolle und hat dies auch so gemeint!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Danny am 03.01.2011 10:50 Report Diesen Beitrag melden

    Und noch was

    Bei uns herrscht jede mögliche Art von Freiheit. Redefreiheit, Pressefreiheit, Glaubensfreiheit, Religionsfreiheit etc. Die letzten beiden gilt es aber deutlich zu unterscheiden. Glaubensfreiheit ja. Religionsfreiheit nein. Die Letztere sollte abgeschafft werden. Der Mensch kann auch frei entscheiden was er glauben will, ohne dass eine Religionsgemeinschaft dahinter steht. Und woran jemand glauben will ist Privatsache.

  • Danny am 03.01.2011 10:35 Report Diesen Beitrag melden

    Irrglaube

    Der Koran ist, im Gegensatz zur prosaischen Bibel, ein Buch mit wild zusammengestellten Versen, welcher jedermann so interpretiert, wie er grade lustig ist. Meist falsch womöglich. Man schürt Hass und Gewalt im Namen des Glaubens. A propos Glaube. Ich glaube die Bundesstaatsanwaltschaft hätte besser daran getan, die X-Million Franken für die Überwachung radikaler Moslems auszugeben, als es für die haltlosen Ermittlungen gegen die Hells Angels aus dem Fenster zu schmeissen.

  • Markus, St.Gallen am 03.01.2011 10:14 Report Diesen Beitrag melden

    Ausschaffung

    In anderen Länder würde man für solch eine Ausage Hingerichtet werden und von uns verlangt er noch Asyl? Bei unserer Kuscheljustiz hat er ja nichts zu befürchten, da kann er machen was er will. Unsere Botschaften werden angegriffen und viele schweizer Soldaten sterben jedes Jahr im Ausland im Kampf gegen solche weltverschlossenen Menschen und als Dank müssen wir solche Aussagen erdulden? Das geht echt nur in der "sozialen" Schweiz und es wird Zeit das dies sich ändert mit dem neuem Ausländergesetz..

  • frank007 am 02.01.2011 13:57 Report Diesen Beitrag melden

    Relligionsfreiheit ja...

    aber dann bitte auf der ganzen Welt! Solange es keine Kirchen in Arabien geben darf, darf es auch kein Minarett in der Schweiz geben. DER GLAUBE JEDOCH IST FREI! Vor Gott sind alle gleich, nicht vergessen.

    • Heinrich Zimmermann am 03.01.2011 10:35 Report Diesen Beitrag melden

      Es gibt keine Glaubens und Gewissensfreiheit

      Leider ist dieser Gedanke religionsintern keinesfalls akzeptiert. Dies wird dem Nachwuchs auch nicht so weitergegeben, im Gegenteil, immer sind ihre eigene Variante die den einzig richtige Weg beschreiten sollen. Ihr Gott ist der einzig wahre etc. Und ploetzlich sollen wir glauben, dass ein schoener Spruch von Glaubens und Gewissensfreiheit bestehen solle ? Solch ein Kunststueck gelingt selbst dem verwirrtesten Geist nicht, umsomehr es ja keinen allgegenwaertigen Gott gibt, sondern nur die Vorstellung, dass ein heiliger Pappi es dann schon richtet (natuerlich wieder im eigenen Sinn)

    • Paul Buchegger am 04.01.2011 00:11 Report Diesen Beitrag melden

      @ frank007 - Unrecht mit Unrecht vergelten?

      Sie sind mir aber ein schöner Christ. Sie finden es also in Ordnung,wenn Unrecht (keine Kirchen in Arabien) mit Unrecht (keine Minarette in der Schweiz) vergolten wird.Haben Sie das so in Ihrer Kirche gelehrt bekommen? Mit Ihrer Geisteshaltung ist Friede unter den Religionen oder die allgemeine Akzeptanz von universalen Menschenrechten doch gar nicht möglich. Ihr Prinzip ist auch mit unserer christlich geprägten Rechtsprechung unvereinbar.

    • hasler am 04.01.2011 10:47 Report Diesen Beitrag melden

      falsch informiert

      Es gibt aber Kirchen in "Arabien"

    einklappen einklappen
  • Barbara Slavatore am 31.12.2010 18:42 Report Diesen Beitrag melden

    Alle Nahdha Mitglieder in der Schweiz denken ähnli

    Guesmi ist kein Einzelfall, alle NAHDHA mitglieder in der Schweiz denken ähnlich. Alle sind politisch aktive in verschiedesn organisationen unter verschedenen Namen. Sobald sie die Aufenthaltsbewilligung C oder CH Pass bekommen zeigen ihr wahres Gesicht. ein sehr gutes Stoff für den Medien übrigens, um uns zu zeigen, wie die unesische Islamisten in de Schweiz leben und was sie hier genau machen.. lassen wir uns überraschen.