Vegan-Challenge

05. Januar 2018 10:16; Akt: 05.01.2018 10:16 Print

Was passiert, wenn wir einen Monat vegan leben?

von Silvana Schreier - Tierfreunde fordern dazu auf, einen Monat vegan zu leben. Wie viel Kilo Fleisch, Eier und Milchprodukte würden liegenbleiben?

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Im Februar 28 Tage lang ausschliesslich vegan leben: Dazu ruft die Tierrechtsorganisation Tier im Fokus (TIF) mit ihrer Plakatkampagne auf. «Wir wollen Vorurteile gegenüber der veganen Lebensweise abbauen, Tipps zur veganen Ernährung geben und die Nachfrage nach tierischen Produkten langfristig senken», sagt Präsident Tobias Sennhauser. Die Aktion richte sich besonders an «Neulinge», die wenig über die vegane Ernährung wüssten.

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Doch was würde geschehen, wenn alle Schweizer einen Monat lang auf tierische Produkte verzichteten? Jährlich konsumiert der Schweizer pro Kopf 50,98 Kilogramm Fleisch, 176,6 Eier, 114,7 Kilogramm Milch und Milchprodukte. Das heisst: Im Monat Februar würden in der Schweiz insgesamt etwa 35'000 Tonnen Fleisch, rund 80'000 Tonnen Milch und Milchprodukte sowie knapp 124 Millionen Eier nicht gegessen werden.

«Tierprodukte zu Dumping-Preisen»

Für Urs Niggli, Direktor des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL), ist die Vegan-Challenge zwar «eine gute Aktion», aber der Veganismus sei nur Teil der Lösung der Probleme: «Veganismus ist kein Allerheilmittel.» Würden alle Schweizer im Februar auf tierische Produkte verzichten, stapelten sich grosse Mengen an Fleisch in den Kühllagern. Die Folge: «Im März würden die Produkte dann zu Dumping-Preisen verkauft werden. Was den Konsum wieder anheizen würde.» Laut Niggli wäre es aber hilfreich, wenn «die Leute weniger Schweinefleisch oder billige Güggeli und nur noch ein Ei pro Woche essen würden».

Für die Migros wäre es problematisch, wenn sie einen Monat lang keine tierischen Produkte verkaufen könnte: «Denn die Hühner würden trotzdem Eier legen, die Kühe würden Milch geben und die Kälber würden schlachtreif werden», sagt Sprecherin Martina Bosshard. Welche Massnahmen in einem solchen Fall ergriffen werden müssten, kann die Migros nicht vorhersagen. Eine genaue Bezifferung des Verlusts sei ebenfalls nicht möglich.

Coop wollte sich zum konkreten Szenario nicht äussern. Eine Veganismus-Welle in der Schweiz sei unwahrscheinlich. «Grundsätzlich ändern die Menschen ihre Ernährungsgewohnheiten nicht über Nacht», sagt Sprecherin Alena Kress.

«Gemüse würde knapp»

Würden plötzlich alle Schweizer vegan leben, dann könnte das Gemüse rasch knapp werden, befürchtet Danielle Cotten vom Verein Swissveg, die die Aktion grundsätzlich befürwortet. Und: «Der Fleischmarkt würde noch stärker subventioniert als bisher – der Bund greift bei solchen Fällen immer ein.» Sinnvoller sei deshalb ein stetiger, nachhaltiger Rückgang der Nachfrage. Wenn man seine Ernährung von heute auf morgen umstellen müsse, könne das überfordernd und frustrierend sein – «obwohl der Umstieg auf die vegane Ernährung nicht so aufwendig ist, wie man annimmt». Wenn man alle Informationen habe, könne man sich ausgewogen vegan ernähren.

Fleisch zu Dumping-Preisen und Schlachttiere, die umsonst sterben müssten – gibt das Initiant Sennhauser nicht zu denken? Dieses hypothetische Szenario dürfte laut Sennhauser nie so eintreten. «Aber es könnte zu einem ernsthaften Einbruch bei der Nachfrage nach Fleisch und Milchprodukten kommen, der der Tierindustrie nachhaltig schadet.» Realistisch betrachtet sei es aber ein schleichender Prozess: «Der Veganismus wird sich über die nächsten Jahrzehnte weiter verbreiten. Und Nachfrage und Angebot werden sich laufend daran anpassen», so Sennhauser.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sandra Forster am 05.01.2018 10:51 Report Diesen Beitrag melden

    Keine sehr gute Idee

    Nein meine lieben Tierfreunde, ich bin auch Vegi, aber dies geht zu weit! Wir können und dürfen nicht verlangen das andere Personen kein Fleisch mehr Essen dürfen. Das Ich Vegi bin ist meine alleinige Entscheidung die ich niemanden aufzwingen kann. Fleischesser verlangen auch nicht das wir einen Monat lang Fleisch Essen. Genau solche absurden Ideen werfen immer wider ein schlechtes Licht auf Veggis, Veganer, Tieefreunde usw..

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  • Beobachter am 05.01.2018 10:52 Report Diesen Beitrag melden

    Ist ja schön und gut

    Aber ist es wirklich nötig, beinahe täglich die Essgewohnheiten von verschwindend kleinen Minderheiten zu promoten? 97% der CH-Bevölkerung welche dieser veganen Glaubensrichtung nicht angehört hat durchaus das Recht, dass sie von diesen Missionaren in Ruhe gelassen werden.

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  • Freitag am 05.01.2018 10:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Veganer Trend

    Vegan ist ein Trend, Keine Ernährung ! So etwas sollte man ganz klar unterscheiden können! Ausserdem braucht der Körper Eiweiss und Fett der Tiere, wer glaubt dass man Durch normalen Konsum zunimmt kennt seinen Körper nicht. Jeder soll so essen wie er sich wohlfühlen kann. Viel spass mit dem schönen Trend Vegan Ps. Man ist dadurch kein besserer Mensch

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bauer Fritz am 05.01.2018 12:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    was wäre wenn

    was würde passieren, wenn wir einen Monat von der Filetgesellschaft wegkämen, und ebenfalls in bewussten Mengen einkaufen d.h. auch nichts weg schmeissen würden....

  • Robert am 05.01.2018 12:17 Report Diesen Beitrag melden

    Grundgedanken gut, aber zu extrem

    Vor allem wenn es um Tierquälerei in der Massenproduktion geht finde ich den Grundgedanken nicht dauernd Fleisch zu essen ganz gut. Trotzdem gönne ich mir ab und zu ein gutes Stück Fleisch, vor allem wenn vielerorts kaum Alternativen angeboten werden. Aber grad die TIF sollte wissen, dass mit ihrer extremen, nichtssagenden Werbung und Boykottaufrufen gar nichts erreicht wird. Wichtig wäre Aufklärung und auch klare Hinweise auf Alternativen. Das ganz Extreme verstehe ich aber auch nicht: Eine Kuh zu melken, oder Eier von Hühnern zu essen ist keine Tierquälerei.

  • Chl am 05.01.2018 12:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ausprobieren ohne Zwang

    Das sich jeder so ernähren will er möchte und offen bleibt für anderes, finde ich gut. Ausprobieren ohne jeden Zwang, dann kann auch jeder mitreden.

  • Tom am 05.01.2018 12:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    essen sollte man geniessen

    soll doch jeder das essen was ihm schmeckt. essen sollte ja nicht einfach nur eine nahrungsaufnahme sein, es darf auch gut schmecken und ein genuss sein.

  • Carnivor am 05.01.2018 12:09 Report Diesen Beitrag melden

    Gesundheitskosten

    Eine der Auswirkungen wäre dass die Gesundheitskosten resp die Arztbesuche rasant in die Höhe schnellen würden.