Frauen-Protest gegen Abaya

19. November 2018 14:26; Akt: 19.11.2018 14:29 Print

«Sind wir geboren, um uns zu verstecken?»

Saudische Frauen protestieren auf Twitter gegen das Tragen des Überkleids Abaya. Auch Schweizer unterstützen den Protest.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Unter den Hashtags Abaya_InsideOut oder InsideOutAbaya wehren sich saudische Frauen auf Twitter gegen den vom Königreich auferlegten Dresscode. «We are sick of black» (dt. «Wir haben die Nase voll von Schwarz») oder «Sind wir geboren, um uns zu verstecken?» lauten ihre Parolen gegen die Abaya.

Umfrage
Was halten Sie von Abayas?

Nicht länger wollen die saudischen Frauen gezwungen sein, dieses «stickige, langweilige und einfarbige» Überkleid zu tragen. Um ihren Protest zu unterstreichen, posten die Anhängerinnen auf Twitter Fotos, auf denen sie die Abaya verkehrt herum tragen. Eine Aktivistin bezeichnet die Aktion als Form des «zivilen Protests».

Überkleid ist nicht obligatorisch, aber doch Alltag



Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman al-Saud sagte zwar, dass die Abaya im Islam nicht obligatorisch sei. Doch in der Praxis sieht es anders aus: In der Öffentlichkeit und bei der Arbeit müssen die meisten saudischen Frauen das schwarze Überkleid tragen. Gleichzeitig haben viele Frauen einen Niqab oder ein Kopftuch an.

Saïda Keller-Messahli, Präsidentin des Forums für einen fortschrittlichen Islam, unterstützt den Protest. «Ein Grund mehr, die Vollverschleierung von muslimischen Frauen im öffentlichen Raum auch in der Schweiz zu verbieten!», schreibt sie auf Twitter. Auch Therese Schläpfer, Gemeindepräsidentin (SVP) von Hagenbuch ZH, schiesst gegen das Überkleid scharf: «Hier der Gegenbeweis für unsere Naiven, welche glauben, dass die Frauen die Vollverschleierung freiwillig tragen», schreibt sie.

(bz)