Diebe am Greenfield

16. Juni 2013 18:40; Akt: 17.06.2013 09:32 Print

«Vor der Bühne lagen all die leeren Portemonnaies»

von Raffaela Moresi - Mit dreister Masche schlugen Langfinger am Greenfield-Festival zu: Während den Konzerten klauten sie Dutzenden Opfern Portemonnaies und Handys direkt aus den Hosentaschen.

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Nightwish lieferten am Samstag das Finale Grande. Sängerin Floor begeisterte alle. Crowdsurfing während Nightwish. Lustig wars! Gummi und Blasen geht eben auch ganz harmlos. Auch Airbourne rockten die Bühne am Samstagabend. Das Trio war selbst am dritten Tag fit genug, um das Greenfield zu rocken. Hände in die Höh: Am Greenfield gilt stets Party hard. Den Pfau hat sich die Dame schon lange gewünscht. Vor drei Jahren liess sie ihn sich stechen. War? Sorry, kleiner Joke! Mädels, aufgepasst: Auch solche Exemplare hat man hier gefunden. Nächstes Jahr kommen wir wieder. Vampir-Attacke, uaaaaaaaaaaaa!!!! The Prodigy heizten dem Greenfield-Publikum am Ende des zweiten Tages mächtig ein. Turbonegro zeigten auf der Nebenbühne vollen Einsatz. Danko Jones on Stage. Krasse Zunge, lieber Rockstar. Den Rockern hats gefallen. Am Greenfield gab es Dinge zu sehen, von denen man nicht wusste, dass es sie gibt. Auch Itchy Poopzkid haben alles gegeben. Und fett gerockt. So soll es 2014 wieder werden. Am Greenfield Festival hat das Publikum Luftsprünge gemacht. Um Punkt 12 Uhr stürmte die Meute stets auf das Konzertgelände. Bevor es in der Nacht auf Freitag am Greenfield ganz schön wild wurde, war der Nachmittag und Abend feuchtfröhlich und ganz schön crazy. Diese Damen haben Lösli verkauft. Jede ein Glücksgriff auch ohne Lösli, finden wir. Auch das Wetter hat mehrheitlich mitgemacht, Hier kam jeder Rocker auf seine Kosten. Haare in allen Farben bis das Auge reicht. Wer nicht mitmachte, ist kein Greenfielder! So sehen Nachwuchsrockerinnen aus. In Interlaken wusste man eben, wie man Party macht. Kreativ waren sie, die Guten. Rammstein beendeten den ersten Greenfield-Tag mit einem furiosen Konzert. Frontmann Till Lindemann zeigte vollen Körper- und Pyroeinsatz. Über seine Kleiderwahl liess sich, wie so oft, streiten. Von wem die zwei Fans sind, haben wir bis zum Schluss nicht rausgefunden. Josh Homme von Queens of the Stone Age in voller Fahrt. Am Greenfield ging so etwas. Am Greenfield geht eben immer alles. In Interlaken war es laut, heiss und ganz schön bunt. Auch sie waren gekommen, um den Rock zu feiern. Auch von hinten gab es hie und da ganz schön viel zu sehen.

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«Unglaublich, diese Typen gingen total professionell und organisiert vor», sagt Sebastian Perrig (17), der mit seinem Bruder Thierry (16) und einigen Kollegen am Greenfield-Festival war. Während die Jungs den Konzerten lauschten, leerten ihnen Diebe die Hosensäcke.

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«Wir haben absolut nichts gemerkt, es herrschte ein solches Gedränge», so Sebastian. Er selbst hatte das Portemonnaie an einer Kette befestigt. «Es hing noch dran, nur das Geld war verschwunden.» Seinem Bruder und einem Freund kamen die Geldbörsen komplett abhanden, weitere Festival-Besucher vermissten ausserdem ihre Handys.

Wohl reihenweise Besucher bestohlen

Dass die Langfinger im grossen Stil klauten, bewies ein Blick vor die Bühne. «Dort lagen nach praktisch jedem Konzert haufenweise Portemonnaies herum, die die Diebe geleert und dann weggeworfen hatten», erzählt Sebastian. Dies fiel auch der Festival-Leitung auf, wie Greenfield-Sprecherin Aviva Gottheil auf Anfrage bestätigt. Der Kapo Bern sind bisher 27 Diebstähle gemeldet worden. Vier Personen wurden gemäss Kapo-Sprecher Andreas Hofmann vorübergehend festgenommen. Es sei gut möglich, dass in den nächsten Tagen weitere Anzeigen eingingen. Doch viele der Betroffenen dürften sich überhaupt nicht bei der Polizei melden - so wie die Gruppe von Sebastian Perrig: «Eine Anzeige bringt nichts, das Geld ist futsch. Wenigstens haben wir alle die Portemonnaies samt Ausweisen wieder gefunden.»

«Eine neue Dimension»

Weitere Festivals, die in den kommenden Wochen stattfinden werden, sind nun auf jeden Fall besonders auf der Hut. Dass nicht mehr bloss aus den Zelten, sondern gezielt in der Masse gestohlen werde, sei «eine neue Dimension», wie Joachim Bodmer vom Openair Frauenfeld sagt. Er rät Besuchern dringend, nur das Allernötigste mitzunehmen. Ansonsten stünden Schliessfächer zur Verfügung. Weiter seien Polizisten direkt auf dem Gelände stationiert. Auch beim Openair St. Gallen wird die Polizei laut Festivalchef Christof Huber «sehr präsent» sein.

St. Gallen erstmals bargeldlos

Das macht durchaus Sinn: So hatte erst vor zwei Jahren – ebenfalls am Greenfield Festival - eine 15-köpfige Diebesbande reihenweise Besucher um ihre Wertsachen gebracht. Die neuste Massnahme des Openairs St. Gallen dürfte solch organisierten Langfingern das Treiben stark erschweren. «Durch den erstmals in den Bändel integrierten Chip, auf den bereits im Vorfeld Geld geladen werden kann, ist Bares eigentlich unnötig», sagt Huber.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ronnie am 17.06.2013 09:01 Report Diesen Beitrag melden

    und WOHER kommen diese Diebesbanden?

    früher in den 70er Jahren konnte meine Mutter noch problemlos die Einkaufstasche vor der Migros stehen lassen, und als ich sie dort abholen sollte, war sie (nach ca einer halben Stunde!!) immer noch da! Heute genügt es, einen Moment wegzuschauen, und schon wird alles geklaut was nicht niet- und nagelfest ist. Dank der PFZ wird die Schweiz von Kriminaltouristen überschwemmt. Die PFZ war wohl das Dümmste, was sich die Schweiz antun konnte.

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  • Sämi Spülwasser am 17.06.2013 10:09 Report Diesen Beitrag melden

    Aus eigener Erfahrung...

    Am Sonisphere Festival 2011 wurde mir bereits mal das Smartphone geklaut. Nach drei Monaten habe ich bereits jegliche Hoffnung verloren, bis mich plötzlich die italienische Polizei kontaktierte, sie hätte bei einer Razzia an der slowenischen Grenze mein Natel wiedergefunden. Sie hätten es in einem Lieferwagen voll geklauter Ware gefunden, der in Richtung Ukraine unterwegs war. Habe das Natel wiederbekommen und habe es immer noch!

  • sandra burger am 17.06.2013 10:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ach

    während dem ich tief und fest geschlafen habe (nein, war nicht betrunken), wurde mein geld gestohlen, der im Zelt lag!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Thomas Wüest am 17.06.2013 13:05 Report Diesen Beitrag melden

    nie probleme

    ich habe an jedem konzert smartphone + portemonnaie dabei, und hatte noch nie probleme, ich geha ber auch nicht ins volle gedränge mit allem wo man eh nichts mehr spührt, is ja wohl genau so doof wie mit smartphone unter die dusche zu gehen...

  • Johnny W. am 17.06.2013 10:25 Report Diesen Beitrag melden

    Sommerloch...?

    Taschendiebe gibts schon seit Jahrzehnten, besonders an Orten mit viel Menschen! Es gibt ein paar einfache Regeln, wie man effektiv verhindern kann, beklaut zu werden. Warum da jetzt wieder ein "neues" Problem daraus konstruiert wird, verstehe ich nicht, vermutlich dass gewisse Kommentatoren (siehe untern) mal wieder Dampf ablassen können...

  • Diddy am 17.06.2013 10:20 Report Diesen Beitrag melden

    Leider alles weg

    Mir wurde auch mein ganzes Geld und mein Handy aus einer Seitentasche mit Reissverschluss gestohlen. Während dem Prodigy Konzert. Es ist schon traurig.

  • sandra burger am 17.06.2013 10:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ach

    während dem ich tief und fest geschlafen habe (nein, war nicht betrunken), wurde mein geld gestohlen, der im Zelt lag!

  • Sämi Spülwasser am 17.06.2013 10:09 Report Diesen Beitrag melden

    Aus eigener Erfahrung...

    Am Sonisphere Festival 2011 wurde mir bereits mal das Smartphone geklaut. Nach drei Monaten habe ich bereits jegliche Hoffnung verloren, bis mich plötzlich die italienische Polizei kontaktierte, sie hätte bei einer Razzia an der slowenischen Grenze mein Natel wiedergefunden. Sie hätten es in einem Lieferwagen voll geklauter Ware gefunden, der in Richtung Ukraine unterwegs war. Habe das Natel wiederbekommen und habe es immer noch!