Spielgruppe will sie nicht

02. November 2019 18:40; Akt: 02.11.2019 18:45 Print

Kinder von schwulem Paar lösen Polit-Streit aus

Der Fall der Lenzburger Spielgruppe erreicht die Politik: Bereits drei Monate vor der Abstimmung geht der Streit um die Ausweitung der Rassismus-Strafnorm auf Homosexuelle los.

Die Regenbogenfamilie ist enttäuscht über die Rückweisung. (Video: 20 Minuten)
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In den sozialen Netzwerken und in den Kommentarspalten von 20 Minuten wirft die Geschichte hohe Wellen: Ein schwules Pärchen möchte seine dreieinhalb-jährigen Zwillinge in eine Spielgruppe schicken – und blitz ab. Grund soll die sexuelle Orientierung der Eltern sein. Die Gruppenleiterin reagierte nicht auf eine Anfrage von 20 Minuten.

Da die Spielgruppe privat organisiert ist, ist die Leiterin nicht zu einer Aufnahme der Kinder verpflichtet. Weder die Spielgruppe noch die Eltern bekommen Beiträge von der Stadt, wie der Lenzburger Stadtschreiber Christoph Hofstetter sagt. Entsprechend kann die Stadt den Spielgruppen auch keine Auflagen machen.

«Wenn diese Kinder jüdische Eltern hätten, wäre ein solcher Ausschluss schon heute strafbar»

Allerdings könnte eine Ablehnung aufgrund sexueller Orientierung bald strafrechtliche Konsequenzen haben. Auf diesen Standpunkt stellen sich die Befürworter der Ausweitung der Anti-Rassismus-Strafnorm auf Homosexuelle, über die das Volk am 9. Februar abstimmt. Das Pro-Komitee macht mit dem Fall Lenzburg bereits Werbung für die Vorlage.

So sagt Rechtsanwältin und Komiteemitglied Cordula Niklaus: «Dieser Fall zeigt deutlich, dass der Schutz vor Hass und Diskriminierung dringend notwendig ist. Wenn diese Kinder jüdische Eltern hätten, wäre ein solcher Ausschluss schon heute strafbar.» Mit der Erweiterung der Strafnorm wären auch diese Zwillinge geschützt, so Niklaus.

Auch auf Twitter wird der Fall als Argument für ein Ja zum Anti-Diskriminierungsartikel ins Feld geführt:

«Gefährliche Vorlage»

Benjamin Fischer, Präsident der Jungen SVP, kann die Argumentation nicht nachvollziehen: «Wenn eine Strafe droht, wird die Frau ihre Ablehnung nicht mehr äussern. Die Kinder würden am Ende gar in eine Krippe gehen, in der man negativ über Schwule denkt.» Halte man dagegen das Recht auf die freie Äusserung der Meinung hoch, seien die Verhältnisse für beide Seiten klar.

Dass eine Spielgruppenleiterin in einem solchen Fall bestraft werden könnte, findet Fischer total absurd. «Einen Frauenverein, der Männer ausschliesst oder einen Gayclub, der keine Heterosexuellen reinlässt, müsste man sonst ebenso bestrafen.» Es sei wichtig, dass man nun über die Auswirkungen der Vorlage spreche. «Die Vorlage ist gefährlich, weil sie die Meinungsäusserungsfreiheit einschränkt.»

(daw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Spyy83 am 02.11.2019 19:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    falsches handeln des paares

    was ich viel schlimmer finde, ist das die kinder zur schau gestellt werden, aber sich die eltern nicht zeigen wollen, obwohl es die erwachsenen einfacher haben, sich zu wehren.

  • Freddy am 02.11.2019 19:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich bin ich

    Die Einen wollen sie aufnehmen, die Anderen nicht, geht mir doch schon seit Geburt so. Wo ist das Problem?

  • Findnicht am 02.11.2019 19:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine neuen Gesetze

    Natürlich können die Kinder nichts dafür, aus welchem Umfeld sie kommen und es gibt keinen Grund, sie deshalb von etwas auszuschliessen. Sie werden sich wohl während ihrer künftigen Schulzeit noch viel Schlimmeres an Hänseleien anhören müssen. Den Kinder untereinander können auch verbal ziemlich hart miteinander umgehen. Weitere sog. Rassismusgesetze oder "Maulverbietungen" halte ich für völlig fehl am Platz. Denn sie radikalisieren eher, als dass sie die Minderheiten schützen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jöggi am 02.11.2019 20:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Läst die Kinder in Hort!!!

    Was mich stört an dieser Abgelegenheit, ist der Umstand, das man wieder mal das wesentliche vergessen hat, das Kind. Es geht hier nicht um 2 Homosexuelle Menschen, sondern um 2 Kinder. Kinder lieben ihre Eltern, auch dann wenn sie nicht so sind wie andere. Also warum lässt man sie nicht in die Spielgruppe? nicht die beiden Brüder sind anders sondern Ihre Eltern. Also wenn die Kinder in diesen Hort wollen, dann lässt sie doch. Das sie gehänselt werden können, ist klar, nur das passiert später in der Schule auch, doch keiner weiss, wie sie das meistern, wenn es so weit ist. Übrigens das Rad können wir nicht zurückdrehen, wir leben nun mal im 21 Jahrhundert, was mehr zulässt als im letzten Jahrhundert. Im weiteren können die beiden Männer den beiden Kinder gute Eltern sein. Also hört doch mit den Vorurteilen auf. Und eben es geht hier um 2 Kinder die in einen Hort wollen, wo man sie nicht will. Was haben denn die Kinder dafür? Warum straft man hier die Kinder? Schon was von Kinderrechten gehört.

  • Dingsda am 02.11.2019 19:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Toleranz & Akzeptanz

    Gibt es immernoch Leute, die den Unterschied zwischen Toleranz und Akzeptanz nicht verstehen?

  • Freddy am 02.11.2019 19:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich bin ich

    Die Einen wollen sie aufnehmen, die Anderen nicht, geht mir doch schon seit Geburt so. Wo ist das Problem?

  • ungläubiger am 02.11.2019 19:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    es ist eine frechheit!

    nicht die kinder lösen den streit aus sondern diejenigen die verantwortlich sind dass diese buben einen kindergartenplatz bekommen können. es ist eine schande dass dieses thema wieder in den medien breit getreten wird!

  • Vanessa Zufferey am 02.11.2019 19:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Angebot

    Hallo zusammen ich Arbeite in der Kita Sandys Piratenland in Niederwil AG. Wir wurden uns sehr über eure 2 Jungs freuen.