Falsche Lehrabschlüsse

18. Februar 2019 12:13; Akt: 18.02.2019 12:13 Print

«Wer Diplome fälscht, riskiert die Karriere»

von P. Michel - Der Bund warnt vor ausländischen Anbietern, die gefälschte Lehrabschluss-Diplome verkaufen. Das Risiko, aufzufliegen, ist laut Anwalt Martin Steiger gross.

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Herr Steiger*, mit welchen Konsequenzen muss man konkret rechnen, wenn man sich mit einem gefälschten Diplom bewirbt?
Die Gefahr, angezeigt und verurteilt zu werden, ist gross. Man muss lebenslang damit rechnen, aufzufliegen. Wer Zeugnisse gebraucht, um das berufliche Fortkommen zu erleichtern, kann sich der Ausweisfälschung strafbar machen. Es handelt sich um ein Offizialdelikt, das mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft werden kann. Bei einer Verurteilung erfolgt ein Strafregistereintrag und die weitere berufliche Laufbahn kann ruiniert sein.

Ist das Fälschen von Lehrabschlusszeugnissen ein neues Phänomen?
Nein, das gab es schon immer. Früher wurde ein Zeugnis eher selbst gefälscht, während es heute entsprechende Angebote im Netz gibt. Wir leben in einer Zeit, wo Titel und gute Abschlüsse wichtig sind. Wer auf dem Papier keinen guten Abschluss vorweisen kann, hat es schwer. In diesem Umfeld ist es verlockend, ein Diplom mit ein paar Klicks im Netz fälschen zu lassen.

Wie sollen Firmen vorgehen, die einen Betrug vermuten?
Bei Zweifeln ist es ratsam, das Originaldokument zu verlangen. Auch gibt es die Möglichkeit, Referenzen einzuholen, um sicherzustellen, ob jemand einen Abschluss tatsächlich erworben hat. Liegt eine Fälschung vor, kann die Polizei oder Staatsanwaltschaft eingeschaltet werden.

Warum sind der Bund oder auch betroffene Firmen machtlos, um gegen solche Anbieter aus dem Ausland etwas zu unternehmen?
Gegen ausländische Anbieter rechtlich vorzugehen, ist schwierig. Die schweizerischen Strafverfolgungsbehörden sind nur ausnahmsweise für Straftaten im Ausland zuständig. Die internationale Rechtshilfe in Strafsachen ist aufwendig, und allenfalls handelt es sich je nach Land nicht einmal um eine Straftat.

*Martin Steiger ist IT-Rechtsanwalt in Zürich.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bündner am 18.02.2019 12:31 Report Diesen Beitrag melden

    Was solls

    Wer es nötig hat ein Diplom zu fälschen hatte eh keine grosse Karriere vor sich.

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  • Ava am 18.02.2019 12:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schönä Seich

    Oder man kann sie nicht vorweisen weil sie... verbrannt sind?

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  • Sandra am 18.02.2019 12:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Interessante Erkenntnis

    Braucht man dafür einen Artikel? Ist doch eigentlich klar denke ich..

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ahmed B. am 19.02.2019 22:56 Report Diesen Beitrag melden

    Fahre immer noch VBZ-Busse

    Ich bin ursprünglich aus Bangladesch und wies mich bei der VBZ als erfahrener Busfahrer aus, obwohl ich in meiner ehemaligen Heimat nur Rikschas fuhr. Ich zeigte dem VBZ-Personalchef einen auf Bengali ausgestellten Impfausweis und erhielt die Stelle ohne Probleme.

  • Elisabeth am 19.02.2019 16:25 Report Diesen Beitrag melden

    Lehrabschlussprüfung

    Ausser man heisst von zu Gutenberg!! Der kann sogar einen Doktortitel fälschen und..... es passiert nichts! 2-3 Jahre nach Amerika und kommt wieder in die Politik

  • Thomas Twerenbold am 19.02.2019 15:22 Report Diesen Beitrag melden

    Lehner Akustiker

    Ich hatte eine ungarischen Deutschen als Vorgesetzter. Der gab an in meinem Fach studiert zu sein und dies sogar als Professor unterrichten zu können. Er verstand aber nicht einmal die Grundlagen. Den Chef hat das nicht interessiert und mich beim ersten Mobbing gegen mich rausgeworfen!

  • David am 19.02.2019 12:50 Report Diesen Beitrag melden

    Das geht ohne Probleme

    Also im Kinderspital geht das ganz einfach.Ausländische Diplome werden nicht überprüft oder man kann sogar 2 1/2 Jahre ohne Diplom arbeiten.Man muss nur gute Ausreden haben. Alles schon erlebt.

  • Postmanager am 19.02.2019 10:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Betrug zahlt sich

    gut das man bei der Post mit Betrug die Karriere kaum riskiert. Schlimmstenfalls muss man gehen, mit monatelanger Lohnfortzahlung. Kleine werden sofort fristlos entlassen.