Schlittelbahnen-Test

05. Februar 2019 12:23; Akt: 05.02.2019 12:23 Print

«Hier kann man drei, vier Meter nach unten fallen»

Mit drei Experten hat der «Kassensturz» die fünf längsten Schlittelbahnen der Schweiz verdeckt geprüft. Der Test deckt teils gravierende Sicherheitsmängel auf.

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Drahtzäune, Holzpflöcke und Eisenstangen: Das SRF-Konsumentenmagazin «Kassensturz» hat die fünf längsten Schlittelbahnen der Schweiz mit dem höchsten Schwierigkeitsgrad geprüft. Das Resultat: Drei der fünf Schlittelbahnen überzeugten bei der Sicherheit nicht.

Für den Test gaben sich drei Experten als Touristen aus: Benedikt Heer von der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU), Sarina Buser vom Bundesamt für Sport und Weltcup-Rodler Jérôme Almer.

Saas-Grund VS

Diese Strecke ist weniger steil als die anderen Bahnen im Test. Doch BfU-Experte Benedikt Heer entdeckt Sicherheitsmängel. Ein Sicherheitsnetz ist zu hoch montiert. Dadurch können Schlittenfahrer durchrutschen und abstürzen. Zudem kämen sich Schlittler und Skifahrer ins Gehege.

Punkte bei der Streckensicherheit 2/5.

Pizol-Wangs SG

Hier entdecken die Experten Gefahren im unteren Teil der Bahn: Ein Absperrgitter ist ungeschützt. Am Wegrand gibt es zahlreiche Holzpflöcke. Ausserdem Draht. «Dieser Draht hier ist scharf wie ein Messer, wenn man genügend schnell kommt», so Almer.

Punkte bei der Streckensicherheit 2/5.

Fiescheralp-Lax VS

Heer bemängelt eine riskante Kurve: «Wenn man da mit dem Schlitten darüberkommt, fällt man gute drei, vier Meter hinunter.»

Punkte bei der Streckensicherheit 2/5.

Muottas Muragl GR

Diese Schlittelbahn schneidet bei den Experten gut ab. Sie hat zwar 20 Kurven, ist aber mit vielen Bretterwänden gesichert. Mit einer Ausnahme: Ein Schneewall funktioniert nach Ansicht der Tester wie ein Schanze. Dies könne zu «unschönen Unfällen» führen, sagt Almer.

Punkte bei der Streckensicherheit 4/5.

Grindelwald First BE

Diese Bahn ist die längste Schlittenabfahrt Europas. Die Strecke sei gut gesichert, urteilen die Experten.

Punkte bei der Streckensicherheit 4/5.

Sämtliche Schlittelbahnbetreiber sagen gegenüber SRF, dass sie Massnahmen zur Verbesserung der Sicherheit eingeleitet hätten. Einige Bergbahnen verweisen zudem darauf, dass sie über das Gütesiegel «Geprüfte Pisten» von Seilbahnen Schweiz verfügten.

Den ganzen Schlittelbahn-Test sehen Sie im «Kassensturz» auf SRF1 am Dienstag, 21.05 Uhr.

(qll)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Select Filter am 05.02.2019 12:34 Report Diesen Beitrag melden

    Natürlich selektiv

    Einige nennen es gefährlich. Ich nenne es "selektiv".

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  • Konsument am 05.02.2019 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    Ist das nicht ein schönes Beispiel..

    ..dafür, was viele dieser "Gütesiegel" für eine Aussagekraft haben? Null.

  • Misox am 05.02.2019 12:30 Report Diesen Beitrag melden

    No Risk No Fun

    Wenn ich auf solchen Naturschlittelbahnen nicht irgendwo 3 oder 4 Meter runter stürzen könnte, könnte ich auch gleich auf dem Sofa liegen bleiben oder die Rutsche im Schwimmbad nutzen. Auf Muottas sind wir mal derart abgeflogen, dass wir diese nette deutsche Ärztin in Samedan im Spital kennen gelernt haben. Das war im ersten oder zweiten Jahr als sie eröffnet wurde. War voll geil. Jetzt leider viel zu sicher. Aber immer noch gut. Wo ist Preda-Bergün? Da hat sich meine Schwester die Wade gebrochen an der Bretterwand. Die ist auch heute noch voll geil.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Schirna am 06.02.2019 13:25 Report Diesen Beitrag melden

    Ja so ist es

    Ja das ist Gefährlich ! Aber was ist nicht gefährlich im Leben. Selbst das Aufstehen am Morgen kann gräflich sein!

  • schlittler am 06.02.2019 10:02 Report Diesen Beitrag melden

    schlitteln ist sehr gefährlich

    Preda-Bergün solltet ihr Mal unter die Lupe nehmen, da gibt es so viele Unfälle, hatten auch jemanden im Bekanntenkreis der recht abgeflogen ist und dann im Spital landete.

  • de Kari am 06.02.2019 10:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    War schon immer so. Punkt.

    Die STARKEN ÜBERLEBEN, die schwachen nimmts.

  • Argus am 06.02.2019 09:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nichts ist 100 Prozent sicher

    Nichts im Leben ist 100 Prozent sicher, im Sport sowieso nicht. Der heutige Mensch hat es zum grössten Teil verlernt, vorsichtig zu sein, die Lage richtig einzuschätzen, bei Unsicherheit auch mal zu verzichten und Eigenverantwortung zu übernehmen. Der Grund ist, dass bei uns heute alles und jedes reglementiert ist. Anstatt selbst zu denken, verlässt man sich einfach auf alle anderen. Und wenn etwas passiert macht man alle anderen dafür verantwortlich. Das Leben ist nun mal gefährlich. Also Augen auf und Vernunft walten lassen.

    • Edmo am 06.02.2019 11:05 Report Diesen Beitrag melden

      @Argus

      Gut, dass es dich gibt. Ich befürchtete schon, ich wäre das letzte Fossil mit einer solchen Einstellung zum Leben.

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  • Scheinbar am 06.02.2019 09:56 Report Diesen Beitrag melden

    Müssen heute alle an die Hand

    Genommen werden, einfach nur peinlich.