Abstimmung vom 23. September

24. August 2018 20:00; Akt: 24.08.2018 20:00 Print

«Wie sollen Mangos in der Schweiz gedeihen?»

von Julia Käser - Im Zuge der Gegenkampagne zur Fair-Food-Initiative haben Jungfreisinnige den Grünen einen Korb mit den «letzten exotischen Früchten» übergeben. Falsch, finden diese.

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Mit einem ungewöhnlichen Geschenk platzten gestern Jungfreisinnige in eine offizielle Veranstaltung der Grünen des Kantons Zürich. Sie übergaben den Politikern den «letzten Früchtekorb» mit exotischen Früchten. Mit der Aktion habe man ein Zeichen setzen wollen gegen die nicht umsetzbaren Vorstellungen der Fair-Food-Initianten, so die Jungfreisinnigen. Über die Initiative wird am 23. September abgestimmt.

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«Wir haben schlicht zu wenig grüne Fantasie, um uns vorstellen zu können, wie Mangos und Papayas unter nachhaltigen und ökologischen Bedingungen in der Schweiz gedeihen sollen», sagt Sandro Lienhart, Präsident der Jungfreisinnigen Kanton Zürich. Die Behauptung der Grünen, dass im Fall einer Annahme der Fair-Food-Initiative auf nichts verzichtet werden müsse, sei unrealistisch.

Bald keine Mangos und Papayas mehr?

Würden alle Produktionsstandards und protektionistischen Massnahmen, die die Initiative beinhaltet, umgesetzt, sei der Kauf von Mangos und Papayas in Schweizer Lebensmittelläden bald nicht mehr möglich. Die Produktpreise würden deutlich steigen und die Konsumenten müssten sich mit einer kleineren Vielfalt zufriedengeben, so Lienhart.

Laut dem Jungfreisinnigen hätten die Grünen auf diese Aktion offen, wenn auch ein wenig spöttisch reagiert. «Mit der rechten Klimapolitik wachsen Bananen bald auch in der Schweiz», soll Martin Neukom, Kantonsrat der Grünen und Regierungsratskandidat, spontan gekontert haben. Alles in allem sei es ein schönes Zeichen, dass man trotz gegenteiliger Meinungen positiv und nicht feindselig auf eine solche Aktion reagiere, wie Lienhart einräumt.

Zerrbild der «grünen Zwangsjacke»

Marionna Schlatter-Schmid, Präsidentin der Grünen Kanton Zürich, die den Korb entgegengenommen hat, sagt, diese Früchtekorb-Aktion passe zur Kampagne der Fair-Food-Gegner: «Fakt ist jedoch, dass durch die Initiative nichts verboten werden soll, sondern Nachhaltiges gefördert», sagt sie. Den Befürwortern der Initiative gehe es in keinster Weise darum, den Verkauf exotischer Früchte in der Schweiz zu unterbinden.

Es brauche mehr Kostenwahrheit und bei Importprodukten müsse der Transportweg im Preis stärker berücksichtigt werden, so die Politikerin der Grünen: «Es kann einfach nicht sein, dass ein Apfel aus Neuseeland in Schweizer Supermärkten billiger ist als Äpfel aus der hiesigen Produktion», sagt Schlatter-Schmid. Von einem Verbot zu sprechen, wie die Jungfreisinnigen es täten, sei unzutreffend und gebe bloss das Zerrbild der «grünen Zwangsjacke» wieder. Auch bei Annahme der Initiative sei das Geschenk der Jungfreisinnigen noch lange nicht der «letzte exotische Früchtekorb» gewesen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tinel am 24.08.2018 20:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur regionales

    Was Mangos sind nicht aus der Schweiz? Ich nehme immer Bananen aus der Region

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  • 2lbox am 24.08.2018 20:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klima erwärmen!

    Na dann sollten wir aber das Klima weiter kräftig erwärmen - dann können wir alles bald selbst im Garten anbauen! Und unser vieles Wasser wird dann so wertvoll wie Öl.

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  • Sonderegger am 24.08.2018 20:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nahrung

    Ist ein Geschenk kein Privileg

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Didi Weidmann am 25.08.2018 23:22 Report Diesen Beitrag melden

    Unsere Generation lebt auf Pump!

    Wir müssen uns einfach einer Sache klar bewusst sein: Unsere jetzige Generation lebt auf Pump! Wir verschwenden heute die Ressourcen unserer Kinder und Enkel, die dann dereinst für uns die Zeche bezahlen müssen. Wenn wir wollen, dass auch in 100 Jahren noch Menschen auf dieser Welt leben können und werden und wenn wir den Menschheit ein grausames Ende ersparen möchten, dann sollten wir heute umdenken. Dass dies auch etwas kostet, dessen müssen wir uns bewusst sein. Eine echte grüne Politik wird nicht zum Nulltarif zu haben sein!

  • Walther Sommer am 25.08.2018 23:21 Report Diesen Beitrag melden

    Chriesi

    Ich fand den Auftritt Roger Köppels in der heutigen Tagesschau interessant: Als Feinde der SVP, die bekämpft werden müssen, zählte er auf: Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger, die anderen Parteien, die Kantone und der Bund. Schwierig, wenn man sich so verfolgt fühlt!

  • Heinz am 25.08.2018 21:48 Report Diesen Beitrag melden

    Wo wohl

    Bei Bästeli Girod und Bälze Glättli im Garten wahrscheinlich.

  • Petra Wyler am 25.08.2018 21:46 Report Diesen Beitrag melden

    Bye bye Freiheit

    Wird das angenommen wird die Zukunft düster. Erst dass Essen vorgeschrieben, dann Wieviele km man Autofahren darf, dann wohin man in die Ferien darf und am Schluss noch Wieviele Kinder man Zeugen darf.

    • its me am 25.08.2018 23:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Petra Wyler

      limiten für kinder sind längst fällig! für gewisse ist schon 1 zuviel.

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  • Peter M am 25.08.2018 21:20 Report Diesen Beitrag melden

    Frage an Befürworter

    Denkt wirklich ein einziger von euch, dass die Produktion im Ausland für die Schweiz angepasst wird? Spanien produziert einfach gleich weiter für die anderen 550 Mio Europäer und wir gehen leer aus.