«Ich mache mir grosse Sorgen»

06. März 2019 08:38; Akt: 06.03.2019 08:43 Print

Moana (9) schreibt Migros-Chef wegen Plastik

Die 9-jährige Moana bittet die Migros mit Brief und Zeichnung, ihre Lieblingskräcker ökologischer zu verpacken. Die Geschichte ging viral – nun reagiert die Migros.

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Die neunjährige Moana will «d Wält rette». Das schreibt ihre Mutter in einem tausendfach geteilten Beitrag auf Facebook. Moana habe deshalb – so die Darstellung ihrer Mutter – einen Brief an die Migros geschrieben. Sie will vom Detailhändler wissen: «Wieso sind meine Lieblingskräcker, die «Lilibiggs»-Maiswaffeln, in Aktion immer dreifach eingepackt?» Moana findet das unnötig. Man könne doch auch ein Körbchen statt die Mehrfachverpackung aus Plastik und Karton verwenden. «Stellen Sie sich vor: Alle Bioprodukte nicht mehr in Plasitk einzupacken. Es kommen viel mehr Kunden, glauben Sie mir», heisst es weiter. Illustriert ist der Brief mit einer Zeichnung: Einmal zeigt sie einen schönen Strand, einmal ist er mit Abfall übersät.

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Der Beitrag wurde über 3000-mal geteilt. Auf Social Media sind die Leute begeistert von Moanas Brief. «Unsere Zukunft erkennt die Fehler der Gegenwart», schreibt ein User beinahe euphorisch. Viele weitere rufen die Migros dazu auf, auf Moanas Schreiben und die Zeichnung zu reagieren. Eine weitere Userin schliesst sich dem Mädchen an: «Und was mir auch so spontan in den Sinn kommt, ist die Frage, warum Gurken in Plastik eingeschweisst werden müssen.»

6000 Tonnen Verpackungsmaterial optimieren

Gegenüber 20 Minuten bestätigt Moanas Mutter: Ja, der Brief mit der Zeichnung stamme von ihrer Tochter .«Moana hat beides ganz allein gemacht, es war ihre Initiative und Idee.» Tatsächlich habe die Migros auch schon geantwortet – auf die Maiswaffeln in der Plastikverpackung wird im Antwortschreiben, das 20 Minuten vorliegt, aber nicht eingegangen. «Das ist schade und enttäuschend», sagt die Mutter von Moana.

Die Migros erklärt Moana im Brief, dass sie sich zum Ziel gesetzt habe, bis 2020 rund 6000 Tonnen Verpackungsmaterial ökologisch zu optimieren. Zudem sei es wichtig, zu verstehen, dass andere Verpackungsmaterialien – etwa Papier – je nach Gebrauch eine schlechtere Umweltbilanz hätten als Plastik: «Ein Kilo Papier ist zwar ökologischer als ein Kilo Plastik, allerdings wird in der Regel viel mehr Papier als Plastik gebraucht, um ein Produkt zu verpacken.» Was das nun für Moanas Lieblingskräcker, die Maiswaffeln, konkret heisst, bleibt für Moana unklar.

Gute Nachricht für Moana

Tristan Cerf, Mediensprecher der Migros, hat eine gute Nachricht für das Mädchen: «Die Migros überprüft momentan die Mehrfachverpackung der «Lilibiggs»-Maiswaffeln. Dabei werden alternative Möglichkeiten zum Plastik getestet.» Auch Fabrice Zumbrunnen, der Migros-Chef, habe Kenntnis vom Brief der Neunjährigen und ihr Anliegen ernst genommen. Ein Körbchen, wie Moana es vorschlage, sei jedoch leider aus logistischen Gründen keine Option, so Cerf.

Eine Verpackung diene auch dazu, sicherzustellen, dass die Ware nicht kaputtgehe, sagt Cerf. Bei der Migros arbeite ein ganzes Team täglich daran, die optimale Verpackung für jedes Produkt zu finden: «Ein Beispiel: Indem während zwei Jahren eine neue Hybric-Fleischverpackung entwickelt wurde, können nun 70 Prozent Kunststoff eingespart werden.»

(jk)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • S.D am 06.03.2019 09:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frage...

    Die Frage ist schreibt sie das oder die Eltern?

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  • Reto Dre am 06.03.2019 08:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Elternwunsch: Multitalent

    Eigentlich eine gutes Sache! Aber die Kinder sollten nicht vorgeschoben werden mit diktierten Anliegen der Eltern. Und dann noch behaupten die Tochter hätte alles selber gemacht!?!??? Wunschkind: Multitalent

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  • Fred am 06.03.2019 08:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kind sollte Kind sein

    Ein neunjähriges Kind sollte sich über das keine sorgen machen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • MB am 06.03.2019 10:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Im Namen der Mama....

    "Danke Mami, das hast du gut gemacht", wird Moana in 10 Jahren zu ihrem Mami sagen. Ich glaube kaum, dass dieses Kind auf diese Idee gekommen ist und alles selber geschrieben haben soll. 'Im Namen des Kindes' würde ich eher glauben. Greta als Vorbild, wird auch hier ein Kind für etwas missbraucht, um sich mehr gehör zu verschaffen. In dem die Mutter via Facebook an die Presse gelangt ist, hat sie ihr Ziel erreicht.

  • Manuwj am 06.03.2019 10:19 Report Diesen Beitrag melden

    könnte gut vom Kind kommen

    Sehr warhscheinlich, wurde der Brief von den Eltern miterfasst oder sie haben das Kind dazu ermutigt, diesen Brief zusammen zu schreiben. Aber ich denke die "ursprüngliche" Frage kommt vom Kind. Unsere Tocher (6 J) hat im Kindsgi durchgenommen, dass die Polkappen durch die Klimaerwärmung schmelzen. Eine "einfache" Möglichkeiten sei, regelmässig und konsequent das Licht zu löschen (für Kinder in diesem Alter verständlich!). Nun fragt sich meine Tochter (berechtigterweise, finde ich) warum denn grosse Einkaufsläden ihre Ladeflächen in der Nacht beleuchtet lassen, wenn doch gar Niemand da ist...

  • Wieder am 06.03.2019 10:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und

    Schlagzeilen! Aber die Lebensmittel Verordnung schreibt ja alles..allen Betrieben vor! Nun liebe Eltern-Lehrer und Kinder..meldet euch dort..!

  • Zeichnung am 06.03.2019 10:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Diese

    Bringt mich dem Weinen nah! Habe ein Leben lang gearbeitet..bin GA Besitzer..im Notfall fahre ich Suzuki Celerio..4.6 im Schnitt auf 100 km..und kein Mensch schreibt von mir..(was ist eigentlich los dass es plötzlich Mode ist, Kinder für sowas zu missbrauchen.. ) ist aber meine Meinung zu diesem Artikel!

  • Susi am 06.03.2019 10:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lokal produziert hilft viel mehr

    Die Produkte weltweit lokal zu produzieren hilft viel mehr. Abfallsäcke aus Asien und Trauben aus Indien verkaufen die Grossverteiler wie die Migros zuhauf. Und sm Schluss wollen sie den Kunden belehren. Lachhaft! Sogar das Brot wird vielfach nicht mehr lokal, sondern im Ausland produziert und dann in der Schweiz verkauft. Siehe Toast im Coop! Das WC Papier im Migros kommt aus der EU, 1000 Kilometer weit angeliefert. Und auch der Bioladen hat kaum lokale Produkte. Darum immer schön auf das Herstellerland schauen! Das ist nicht teurer, gibt lokales Know-how und mehr Arbeitsplätze!