Reaktion der Befürworter

13. Februar 2011 15:49; Akt: 08.03.2012 10:52 Print

«Wir fordern ein zentrales Waffenregister»

von Lukas Mäder - Sie hätten viel weniger Geld gehabt als die Gegner, sagt Initiant Jo Lang. Obwohl sie schon viel erreicht haben, stellt er weitere Forderungen bei den Waffengesetzen.

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«Die Abstimmung wurde zu einer Frage der Ideologie und der Ehre hochstilisiert»: Jo Lang, Nationalrat der Grünen und Mitglied des Initiativkomitees.

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Die Waffenschutz-Initiative ist klar gescheitert. Warum?
Jo Lang: Ich bin über das Resultat enttäuscht, weil die Initiative ursprünglich mehrheitsfähig war. Unser Volksbegehren hat einige Sachen erreicht, was sie aber die Mehrheitsfähigkeit gekostet hat. So gibt es heute keine Waffe mehr ohne Erwerbsschein. Und die Soldaten bekommen keine Taschenmunition mehr mit nach Hause.

Die Taktik der Gegner, zumindest gewisse politische Zugeständnisse zu machen, ist aufgegangen?
Zumindest teilweise, ja. Es gibt aber noch zwei andere Gründe, warum wir eine Mehrheit verpasst haben. Zum einen gibt es derzeit eine konservative Welle in der Schweiz. Dies macht es leichter, traditionalistisch denkende Männer sowie die Landbevölkerung zu mobilisieren. Zum anderen hatten die Gegner wohl rund zehnmal mehr Mittel als die Befürworter.

Ist das nicht ein zu einfaches Argument?
Wir hatten insgesamt inklusive SP und Grüne höchstens 300 000 Franken zur Verfügung. Ein Indiz für die Grösse des Budgets ist immer, ob sich ein Komitee den öffentlichen Aushang von Weltformatplakaten leisten kann. Wir konnten das nicht. Die Schützen hingegen haben schon seit Jahren Geld gesammelt.

Es ging aber auch um die besseren Argumente. Was hat die Stimmbürger zu einem Nein gebracht?
Man sollte nicht vergessen, dass über 40 Prozent Ja gesagt haben. Die Leute wollen weniger Gewalt und Suizide mit Schusswaffen. Uns ist es aber nicht gelungen zu zeigen, dass sich für lizenzierte Schützen und Jäger mit der Initiative nichts ändert.

Die Schützen haben behauptet, das Zürcher Knabenschiessen könne mit der Initiative nicht mehr durchgeführt werden.
Diese Behauptung stimmt einfach nicht. Die Schützenvereine sind vom gesellschaftlichen Wandel und dem daraus folgenden Mitgliederschwund viel stärker betroffen, als sie es von unserer Initiative gewesen wären. Nach unseren Berechnungen hätte sich die Zahl der lizenzierten Schützen etwa verdoppelt, was den Schützenvereinen mehr Geld in die Kassen gespült hätte.

Trotzdem waren die Schützen ganz klar dagegen.
Die Abstimmung wurde zu einer Frage der Ideologie und der Ehre hochstilisiert. Deshalb kamen wir mit unseren Argumenten nicht durch.

Trotz der Niederlage haben Sie haben Sie viel erreicht. So sollen nun sogar die kantonalen Waffenregister harmonisiert werden.
Das geht zu wenig weit. In der ganzen Schweiz gibt es 33 Waffenregister, neben den kantonalen noch solche vom Bund. Ein zentrales Register wäre viel einfacher. Das grosse Problem ist jedoch, dass nur Waffen erfasst sind, die gehandelt oder vererbt werden. Deshalb sind nur rund ein Viertel aller Schusswaffen in den Registern erfasst. Trotzdem ist die Harmonisierung natürlich ein Schritt Richtung nationales Waffenregister.

Werden Sie in diesem Bereich politisch aktiv?
Ich glaube, es gibt drei Sachen, die im Abstimmungskampf unbestritten waren. Dazu gehört ein zentrales Register, in dem auch Waffen erfasst werden, die nicht gehandelt oder vererbt werden. Wir fordern, ein solches Waffenregister einzuführen.

Welches sind die zwei anderen Forderungen, die Sie erheben?
Wir wollen eine grosse Kampagne von Bund und Kantonen zum Einsammeln von Waffen, die irgendwo in einem Schrank liegen. Zudem fordern wir ein Verbot von besonders gefährlichen Waffen wie den sogenannten Pump Actions. Wir prüfen nun, wie wir dieses Anliegen umsetzen wollen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Beat Hemmi, Widnau am 02.05.2011 15:27 Report Diesen Beitrag melden

    Keinen blassen Schimmer!

    Sehr geehrter Herr Lang, ihr Interview habe ich aufmerksam gelesen. Als Jahrelanger Sportschütze und Sammler (über 30 Jahre) attestiere ich ihnen, dass Sie KEINE Ahnung von der Materie Waffen und Munition haben! Deshalb rate ich ihnen einfach darüber zu schweigen und das Thema Leuten zun überlassen, die was verstehen davon. Leute wie Sie verschlimmern die Gesammtsituationen nur noch mehr mit konfusen Abstimmungsvorlagen und was noch schlimmer ist mit unqualifizierten, öffentlichen Äusserungen und Angstmachereien.

  • CH am 13.02.2011 16:08 Report Diesen Beitrag melden

    Wer ist denn nun borniert?

    Schade, er hat wohl aus dem Resultat nicht viel profitiert. Der Weltverbesserer soll doch bitte mal erklären, was an einer "Pumpaction" so gefährlich ist? (dabei handelt es sich prinzipiell um eine gewöhnliche Schrotflinte, welche halt nicht über ein Kasten-, sondern Röhrenmagazin geladen wird. Deshalb auch das System des "pumpen") Schön, dass man sich gegen den drohenden Vertrauensentzug gewehrt hat. In Zukunft sollten sie den Abstimmungskampf wohl mit wahren Argumenten führen und die nächste Initiative nicht wieder überladen? ...aber es ist ja bezeichnend - die Fehler sucht man bei andern

  • Domi am 13.02.2011 16:27 Report Diesen Beitrag melden

    Immer diese Unterstellungen

    Einigen Politikern traue ich durchaus zu, dass ihre Stimmen käuflich sind, aber dem Volk dauernd vorzuwerfen es sei käuflich und lasse sich durch irgendwelche teure werbetechnische Massnahmen in der eigenen Meinung beeinflussen finde ich arrogant und überheblich. Wirklich ein schlechter Verlierer.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Beat Hemmi, Widnau am 02.05.2011 15:27 Report Diesen Beitrag melden

    Keinen blassen Schimmer!

    Sehr geehrter Herr Lang, ihr Interview habe ich aufmerksam gelesen. Als Jahrelanger Sportschütze und Sammler (über 30 Jahre) attestiere ich ihnen, dass Sie KEINE Ahnung von der Materie Waffen und Munition haben! Deshalb rate ich ihnen einfach darüber zu schweigen und das Thema Leuten zun überlassen, die was verstehen davon. Leute wie Sie verschlimmern die Gesammtsituationen nur noch mehr mit konfusen Abstimmungsvorlagen und was noch schlimmer ist mit unqualifizierten, öffentlichen Äusserungen und Angstmachereien.

  • M.R. am 15.02.2011 12:45 Report Diesen Beitrag melden

    Immer das gleiche!!

    Langsam geht es aber auch mir auf die Nerven, das ewige Heulen der Linken, wenn sie ne Abstimmung verloren haben...und dann kommen sie auch IMMER wieder mit dem, das die Rechten mehr Geld als die Linken haben! Ja und? Ist doch ihre Schuld, wenn sie niemand finden, wo sie unterstützen!! Sie sollen doch einfach mal zugeben, das die Linken am Volk vorbei politisieren! Die SVP z.b. weiss was das Volk will. Sonst würde sie nicht jede Abstimmung gewinnen...

  • ein Schweizer am 15.02.2011 09:24 Report Diesen Beitrag melden

    Wir fordern

    Sie fordern ein Zentrales Waffenregister? Wir fordern ein Zentrales Register von SEX Tätern! Genau das wird aus den linken reihen verhinder, Datenschutz hahah.. ich möchte wissen ob so ein Täter mein Nachbar ist.

  • John Meier aus Zürich am 14.02.2011 16:51 Report Diesen Beitrag melden

    Zentrales Register für Politiker des Typus Joe Lan

    Wir sollten ein zentrales Register für Politiker wie Joe Lang (Andreas Gross etc.) einführen,(Armeeabschaffung, Welmeister im fremden Geld ausgeben, Leben von öffentlichen Geldern, EU Beitritt Fetischisten, Abschaffung der Volks-Demokratie damit Sie in Ihren öfftentlichen Samtsesseln schalten und walten können wie es Ihnen passt), damit jeder Wähler weiss wie gefährlich die Herren für unsere Demokratie sind. Hr. Lang sollte jetzt einfach mal aufhören sinnlose Kosten zu generieren und den Volksentscheid akzeptieren.

  • Willi Türler am 14.02.2011 15:38 Report Diesen Beitrag melden

    Was meint Herr Lang mit Pump-Guns?

    Warum verlangt Herr Lang derart penetrant nach einem Verbot dieser angeblich so furchtbar gefährlichen Waffen namens Pump-Guns? Weiss Herr Lang eigentlich wovon erspricht. Jede Waffe ist in falscher Hand sehr gefährlich, sogar ein Messer und nota bene es gibt eigentlich näher betrachtet noch gefährlichere Schrotflinten (wenn er denn das überhaupt das meint), z.B. eine halb- oder gar vollautomatische Flinte (gibt es tatsächlich).