Betroffenheit bei Bähnler

08. August 2019 15:06; Akt: 08.08.2019 16:08 Print

«Bruno war beliebt und hatte einen guten Humor»

SBB-Kundenbegleiter Bruno R. (54) ist in der Nacht auf Sonntag von einer Tür eingeklemmt und tödlich verletzt worden. Kollegen gedenken seiner mit einer Schweigeminute.

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Bei den SBB-Mitarbeitern sitzt der Schock tief: In der Nacht auf Sonntag wurde der 54-jährige Kundenbegleiter der SBB, Bruno R.*, in Baden in einer Tür eingeklemmt und tödlich verletzt. «Viele Kollegen haben genau wie ich Mühe, den Tod von Bruno zu akzeptieren», sagt ein Freund erschüttert, der den Bähnler seit über 30 Jahren kannte und von Kollegen über den Unfall informiert wurde. «Keiner rechnet mit so etwas. In der Regel vertrauen wir darauf, dass das System funktioniert.»

«Bruno war sehr beliebt, hatte einen speziellen, guten Humor. Er war eher ruhig, sehr pflichtbewusst und liebte den Kontakt zu den Kunden», so der Freund weiter. Leider könne er an der Schweigeminute, die am Freitagmittag am Hauptbahnhof Zürich stattfinde, nicht teilnehmen. «Das tut weh.»

«Wir sind geschockt, dass so etwas passieren kann»

Die Betroffenheit und Trauer ist auch bei der Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV) gross. Präsident Giorgio Tuti sagt: «Wir sind geschockt, dass so etwas passieren kann.» Der Zugchef sei bekannt gewesen am Zürcher Hauptbahnhof, wo man ihn regelmässig habe antreffen können. Die Gewerkschaft habe der Ehefrau und der Familie das Beileid ausgesprochen.

Tuti fordert eine schonungslose Aufklärung des Unfalls. «Da die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) festgestellt hat, dass das Einklemmschutz-System nicht funktioniert hat, und es als Gefahrenquelle anschaut, müssen alle Züge dieses Typs sofort kontrolliert werden, bis sie wieder fahren.» Man warte nun den Schlussbericht der Sust ab. Dann werde man ausführlich Stellung nehmen.

Die SBB teilte mit, die Abfertigungsprozesse sofort zu überprüfen. Die Wagentüren des entsprechenden Zugtyps würden einer vertieften Nachkontrolle unterzogen. «Die SBB unternimmt alles, um zusammen mit den untersuchenden Stellen diesen tragischen Unfall aufzuklären und eine Wiederholung auszuschliessen», sagte SBB-Sprecher Raffael Hirt zu 20 Minuten.

*Name der Redaktion bekannt

(daw/qll/bz)