Koch zur aktuellen Situation

17. März 2020 16:53; Akt: 17.03.2020 17:05 Print

«Wir kommen kaum mehr nach mit dem Zählen»

Am Dienstag hat der Bund erneut über die aktuelle Corona-Situation in der Schweiz informiert.

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Der Bund wehrt sich gegen den Vorwurf, dass er zu wenige und zu wenig gezielte Corona-Tests durchführt. «Wir testen jeden Tag mehr, und wir testen spezifisch», sagte Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit (BAG). Die Möglichkeiten seien aber beschränkt.

Seit Montag seien in der gesamten Schweiz rund 2250 Tests durchgeführt worden, sagte Koch, Leiter Übertragbare Krankheiten im BAG, am Dienstag vor den Bundeshausmedien. Sehr viele davon seien negativ ausgefallen, obwohl vor allem Personen mit schweren Symptomen, Risikogruppen und Pflegepersonal getestet würden.

«Wir sind praktisch immer am Maximum.» Es kämen laufend neue Labors dazu, die Tests auswerten könnten. Deshalb könnten die Kapazitäten in einer Woche schon viel höher sein als heute. Die Tests seien «nicht gegen oben beschränkbar».

Es sei das Ziel, auch weniger symptomatische Personen zu testen, damit sich diese nach einem positiven Befund nicht mehr in der Öffentlichkeit aufhielten. Es sei aber nicht sinnvoll und derzeit auch nicht möglich, «alle zu testen, die den kleinsten Schnupfen haben». Personen, die sich krank fühlten, sollten sich isolieren und zuwarten, sagte Koch.

Kantone vollziehen Verordnung

Koch entgegnete auch Kritikern, wonach der Bund der Öffentlichkeit Zahlen verheimliche. «Im Moment ist der Anstieg einfach so schnell, dass wir die Daten nicht alle erfassen können.» Der Bund versuche «mit Volldampf», den Rückstand aufzuholen. Der Fakt, dass es einen Rückstand gebe, sage viel über den Ernst der Situation aus.

Dass die Kantone verschiedene Modelle zum Ausweiten der Tests erarbeiten, ist laut Koch nicht zu verhindern. «Die Kantone sind die Vollzugsorgane, sie haben die Freiheit dazu.»

Wenig betroffene Kinder

Schliesslich machte Koch noch einmal klar, dass Kinder nicht der Treiber der Epidemie seien. «Es sind nur wenige Kinder, welche die Krankheit übertragen.» Zudem seien in den Spitälern praktisch keine erkrankten Kinder zu sehen.

Kinder sollten deshalb ein «einigermassen normales Leben weiterführen können», sagte Koch. Eine Isolation wie bei Erwachsenen sei weder zielführend noch notwendig. «Kinder sind nicht die, die mir Sorgen machen.» Viel wichtiger sei, dass die Generationen getrennt würden.

Deshalb habe der Bundesrat auch davon abgesehen, Kindertagesstätten zu schliessen. «Grosseltern sollten aktuell keine Enkelkinder betreuen.»

(sda)