SVP-Pannen

11. Dezember 2011 04:26; Akt: 11.12.2011 11:18 Print

«Wir lagen nie k.o am Boden»

Nach dem «Zuppiger-Gate» verteidigt SVP-Präsident Toni Brunner das Krisenmanagement der Partei. Von Rücktrittsforderungen will er nichts wissen: «Solche Töne höre ich nicht.»

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Welches Ranking erhält das «SVP-BBB» Blocher, Brunnder, Baader in den Wahlen im Mai 2012? (Bild: Keystone)

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Toni Brunner und Christoph Blocher weht ein eisiger Wind entgegen. Nach dem Wahldebakel und der Zuppiger-Affäre wird immer häufiger ein Rücktritt thematisiert. Die Frage nach seinem oder Christoph Blochers Rücktritt sei legitim, sagte Toni Brunner nun in einem Interview mit der «Zentralschweiz am Sonntag», die Frage stelle sich heute aber nicht.

Diese Forderung müsste von der Basis kommen, «aber solche Töne höre ich nicht», so Brunner weiter. «Im Mai sind Wahlen programmiert. Selbstverständlich werden dann alle Positionen geprüft und diskutiert. Auch das Amt des Präsidenten oder des Strategiechefs stehen zur Disposition. Das soll man sauber ausdiskutieren und dann entscheiden.»

«SVP muss etwas ausbaden, für das wir nichts können»

Zur aktuellen Krise in seiner Partei nach dem Fall Zuppiger sagt Brunner, dass es «ärgerlich ist, dass die SVP jetzt etwas ausbaden muss, für das wir nichts können». Denn Zuppiger sei zur Kandidatur bewegt worden, weil sein Ruf im Parlament «absolut intakt» gewesen sein. Noch am Donnerstag hatte allerdings Fraktionschef Caspar Baader vor den Medien eingeräumt, dass die Lagebeurteilung aufgrund der vorgelegten Unterlagen wahrscheinlich falsch war. «Wir haben die Situation vielleicht zu blauäugig eingeschätzt», sagte Baader.

Konsequenzen wird der Fall Zuppiger auf zukünftige Bundesratskandidaten nicht haben, wie Brunner sagt: Es komme nicht in Frage, dass Kandidaten extern durchleuchtete werden, bevor sie definitiv aufgestellt werden. Er setze auf Vertrauen. Brunner äussert im Interview aber Verständnis dafür, dass die Gegner der SVP den Fall nun politisch ausschlachten. Vehement dementiert Brunner, dass es eine SVP-Quelle gewesen sei, welche Zuppiger ans Messer lieferte.

Brunner verteidigt in der Affäre Zuppiger das Krisenmanagement der Parteispitze. Die SVP sei zu jedem Zeitpunkt handlungsfähig gewesen. «Wir lagen nie k.o am Boden», so Brunner in der «Zentralschweiz am Sonntag». Aus der Fraktion habe man für die Führungsarbeit sogar Komplimente erhalten.

(amc/sda)