Urs Schwaller

03. März 2011 11:34; Akt: 03.03.2011 11:52 Print

«Wir sind gut aufgestellt»

Trotz Rücktritten und Parteiwechsel: Die CVP ist optimistisch, mit dem «C im Namen der CVP» im Wahljahr 2011 zu punkten.

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Für Fraktionschef Urs Schwaller ist die CVP für die Wahlen «insgesamt gut aufgestellt, auch wenn sich die Negativmeldungen nun etwas gehäuft haben». In einem Wahljahr werde «viel erzählt», sagt er.

Der Wechsel von Nationalrat Thomas Müller (SG) zur SVP, der Rückzug von Nationalrat Reto Wehrli (SZ) und der Rücktritt des Freiburger Kantonalpräsidenten Emanuel Waeber - das seien alles «Fälle, die nichts miteinander zu tun haben», sagt Schwaller in dem Interview, das am Donnerstag im «St. Galler Tagblatt» erschien.

Parteiaus- und -übertritte habe es immer wieder gegeben, bei der SVP sogar eine Parteispaltung. Auch persönliche Rivalitäten seien in einer Volkspartei normal. Wichtig sei, dass solche Konflikte rechtzeitig erkannt und Differenzen ausdiskutiert würden.

Keine Versäumnisse

Den Vorwurf, dass er und Parteipräsident Christophe Darbellay die Lage falsch eingeschätzt hätten, weist Schwaller zurück: Seines Wissens habe Müller die Partei gewechselt, weil dieser mit der Listengestaltung nicht einverstanden gewesen sei; Wehrli habe familiäre Gründe geltend gemacht, und Waeber habe sich von den verschiedenen Parteiflügeln zu wenig getragen gefühlt.

Er sehe nicht, was die nationale Parteileitung hätte anders machen können. «Wahltag ist Zahltag. Das ist am 23. Oktober. Der Wähler wird über die Wechsel entscheiden.»

In Umfragen schneidet die CVP allerdings nicht besonders gut ab. Im Mitte Januar veröffentlichten SRG/SSR-Wahlbarometer war ihr Wähleranteil gegenüber den letzten Wahlen um 1,6 auf noch 12,9 Prozent geschrumpft. Das tut der Zuversicht der Parteiführung keinen Abbruch. Die CVP hat sich zum Ziel gesetzt, im Herbst einen Wähleranteil von 17 Prozent erreichen.

«Es wird viel erzählt»

Zu Gerüchten über mögliche weitere Parteiwechsel namentlich hin zur SVP sagt Schwaller, in einem Wahljahr werde viel erzählt. «Wenn jemand eine politische Überzeugung hat, zu der er seit Jahren steht, dann gibt es keinen Grund, die Partei zu wechseln. Entweder man ist standfest, oder man versucht, auf der grössten Welle ins Parlament zu surfen.»

Schwaller ist froh, dass die CVP dieses Jahr zum ersten Mal mit einem gesamtschweizerischen Erscheinungsbild in die eidgenössischen Wahlen steigt - unter Hervorhebung des «C». Mit dem Prädikat «christlich» will sie den Wahlkampf ankurbeln. Erst vor kurzem verabschiedete die Parteileitung zu diesem Zweck ein Positionspapier mit dem Titel «Das C im Namen der CVP».

(sda)