Bericht des Bundes

06. Dezember 2018 07:05; Akt: 06.12.2018 13:35 Print

Über 1000 Bahnhöfe sind nicht behindertengerecht

Ein neuer Bericht des Bundes zeigt: Über die Hälfte der Bahnhöfe sind für Behinderte nicht zugänglich. Auch grosse Bahnhöfe sind betroffen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Bis 2023 hat die Schweizer ÖV-Branche Zeit, um ihre Bahnhöfe behindertengerecht umzubauen. So sieht es das Behindertengleichstellungsgesetz vor. Die Bahnhöfe müssen bis dann autonom und spontan benützbar sein. Ein neuer Bericht des Bundesamts für Verkehr (BAV) zeigt nun: Der Weg dorthin ist noch weit.

Zurzeit erfüllen erst 745 der über 1800 Bahnhöfe das Gesetz – dies entspricht einer Quote von nur 41 Prozent. Weil aber schon viele grosse Bahnhöfe umgebaut werden, profitieren 59 Prozent der Ein- und Aussteiger von einem zugänglichen Bahnhof. Bis Ende 2023 sollen weitere 580 Bahnhöfe folgen. Dann sollen 74 Prozent der Bahnhöfe den gesetzlichen Anforderungen entsprechen.

Frist wird überschritten

Bei rund 100 Projekten werde «trotz Intervenieren des BAV» die Anpassungsfrist auf 2023 voraussichtlich überschritten, heisst es im Bericht. Es handle sich grösstenteils um grosse Bahnhöfe wie Bern, Lenzburg, Neuenburg oder Zürich SZU, bei denen sehr grosse Bauprojekte gleichzeitig anstehen und koordiniert werden müssen. Der grösste Teil davon könne «wenige Jahre» nach 2023 gesetzeskonform in Betrieb genommen werden. Die Verantwortung für diese Verzögerung liege bei den betroffenen Bahnen, so das BAV.

Bei zehn Prozent der Bahnhöfe erweise sich eine bauliche Anpassung zudem als unverhältnismässig, so das BAV. An diesen Bahnhöfen müssen die Bahnen Ersatzmassnahmen anbieten. In den meisten Fällen dürfte das zusätzliches Personal sein, das beim Ein- und Aussteigen hilft. Das kann allerdings auch bedeuten, dass sich betroffene Personen im Voraus anmelden müssen.

Weitere 180 Bahnhöfe sind zurzeit noch nicht behindertengerecht und sollen zwar umgebaut werden, es sind aber noch Fragen offen. Zu dieser Gruppe gehören auch grössere Bahnhöfe wie Zürich-Oerlikon, Olten, Sargans oder Zug. Das Problem bei diesen Bahnhöfen ist meistens, dass sie in Kurven liegen, was bauliche Massnahmen erschwert. Ob diese Bahnhöfe umgebaut werden oder ob dort zusätzliches Personal zum Einsatz kommen soll, das Betroffenen hilft, ist noch offen.

(ehs)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • alexlomismo am 06.12.2018 07:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zürich-Oerlikon?

    Der SBB-Bahnhof in Zürich-Oerlikon wurde erst kürzlich umfassend saniert bzw. umgebaut. Es gibt Aufzüge, befahrbare Rampen und erhöhte Perons. Warum also soll dieser Bhf. nicht behindertengerecht sein?

    einklappen einklappen
  • El.Ing.FH am 06.12.2018 07:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nitcht zugänglich..

    .. gilt auch für Kinderwägen, Rollatoren, Leute mit viel Gepäck .. Hört mal auf immer gegen behinderte Personen zu Wettern. Es bringt vielen Leuten etwas, wenn die Bahnhöfe besser zugänglich werden.

    einklappen einklappen
  • ÖV Nutzerin am 06.12.2018 07:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kosten

    Es liegt nicht immer nur am Bahnbetreiber. Viele Gemeinden blockieren seit Jahren einen Umbau der Bahnstationen, weil sie sich teilweise an den Kosten beteiligen müssten.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Walter Portmann am 07.12.2018 13:28 Report Diesen Beitrag melden

    Wir machen klar zu viel

    Wir können nicht alle Bahnhöfe behindertengerecht machen, dieses Geld fehlt dann anderswo, wo es auch dringend wäre ! Das verschlingt Milliarden für 1-2% der Bevölkerung ! Nur grosse Bahnhöfe sollten so hergerichtet und umgebaut werden.

    • Kim 9080 am 07.12.2018 15:45 Report Diesen Beitrag melden

      Wenn Sie mal in ihre Lage wäre..

      würden Sie sich für die Unterstützung dankbar sein, die Ihnen ein unabhängiges Leben ermöglichen könnte. Die Invaliden sind auch Teil der Bevölkerung. Lieber gebe ich meine Steuergelder für die Invaliden aus, als für ein neue Kampfflugzeuge oder überteuerten Bileteralen Verträgen.

    einklappen einklappen
  • Spikey am 06.12.2018 16:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schande

    Allein schon bis zum Bahnhof anzukommen, zB. mit den Trottoirs die nicht abgeschrägt sind usw. Diesbezüglich ist unsere Schweiz karastrophal veraltet und absolut rücksichtslos!!!

    • Walter Portmann am 07.12.2018 13:29 Report Diesen Beitrag melden

      Klar nicht dafür

      Hallo, bezahlen sie denn alles für die 1-2 % der Bevölkerung. Wir können uns nun mal nicht einfach überall alles leisten. Wir müssen es auch nicht allen bequem und einfach machen.

    einklappen einklappen
  • SBB lerherin am 06.12.2018 16:04 Report Diesen Beitrag melden

    Ja Herr Meier

    Ja das wusste d4er Meier auch schon lange dass das gemacht sein muss!

  • Schweizer am 06.12.2018 14:56 Report Diesen Beitrag melden

    Bahnhof Umbau

    Bei uns wurde kürzlich der Bahhof umgebaut. Neu gibt es eine Rampe vom Gleis in die Unterführung, jedoch keine von der Unterführung Richtung Zentrum, dort gibt es nur eine Treppe. Ich glaube die müssen fast die andere Seite nehmen und dann einen Umweg machen um ins Zentrum zu kommen. Und dafür hat man nun über 2 jahre lang gebaut. Sehr peinlich finde ich.

  • Lea am 06.12.2018 14:24 Report Diesen Beitrag melden

    Anzeigetafeln

    Ich bin selten durch meinen Gendefekt im ÖV beeinträchtigt, da sich dieser nur schubweise äussert, aber seit sie die alten Anzeigetafeln mit den Lamellen gegen "moderne" Leuchttafeln ausgetauscht wurden, kann ich nichts mehr lesen, wenn ich gerade einen Anfall habe, zum Glück, weiss ich auf welche Gleise ich muss und finde mich zurecht. Das Lesen jedoch ob er links oder rechts fährt dauert nun 10x so lange, weil ich versuchen muss den Pixelhaufen, der wie bei alten Röhrenbildschirmen, rauf und runter flimmert, zu entziffern. Früher konnte ich kurz konzentrieren, sahs und wusste wo.

    • Walter Portmann am 07.12.2018 13:31 Report Diesen Beitrag melden

      Geht leider klar nicht

      Bedaure, was sie haben. Aber wir haben nun mal kein Wunschkonzert und würden für jeden Einzelnen das Optimum wollen, müssten wir die Steuern um 30-40% anheben !!

    einklappen einklappen