Flüchtlinge

11. Mai 2017 10:38; Akt: 11.05.2017 14:02 Print

Über 9400 Minderjährige an der Grenze aufgegriffen

Die Flüchtlingswelle in Europa ging auch im April weitgehend an der Schweiz vorbei. Viele der im Jahr 2016 aufgegriffenen Personen sind jedoch minderjährig.

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Ein Grenzwächter wartet am Bahnhof in Buchs auf einen Zug. (Archiv) (Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller)

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In der Schweiz sind im letzten April 1307 Asylgesuche eingereicht worden, so wenige wie seit über sechs Jahren nicht mehr. Gegenüber April 2016 beträgt der Rückgang rund ein Viertel.

Im Vergleich zum Vormonat nahm die Zahl der Asylanträge im April um 329 oder gut 20 Prozent ab, wie das Staatssekretariat für Migration (SEM) am Donnerstag mitteilte. Tiefer war der Gesuchseingang gemäss SEM letztmals im Februar 2011 (1262 Gesuche). Die meisten Asylbewerber stammten auch im vergangenen Monat aus Eritrea, nämlich 246. Das sind 62 weniger als im März. Anschliessend folgen Syrien mit 217 Gesuchen (+72), Afghanistan mit 75 (-25), Guinea mit 70 (-44), Sri Lanka mit 60 (+10) und Nigeria mit 48 Gesuchen (-5).

500 Personen erhalten Asyl

Das SEM erledigte im April 1908 Asylgesuche in erster Instanz. Dabei wurden 417 Nichteintretensentscheide gefällt, 387 auf Grundlage des Dublin-Abkommens. 511 Personen erhielten Asyl und 537 weitere wurden vorläufig aufgenommen. Die Zahl der erstinstanzlich hängigen Fälle ging im Vergleich zum Vormonat um 452 auf 24'765 zurück.

Wie das SEM weiter schreibt, verliessen im April 592 Personen das Land kontrolliert. Die Schweiz fragte bei 566 Personen einen anderen Dublin-Staat um Übernahme an, und 206 Personen konnten in den zuständigen Dublin-Staat überführt werden. Gleichzeitig wurde die Schweiz von anderen Dublin-Staaten um die Übernahme von 363 Personen ersucht, 58 Personen wurden der Schweiz überstellt.

Über 9400 Minderjährige aufgegriffen

Nach Angaben des Grenzwachtkorps wurden letztes Jahr 9416 Personen im Alter zwischen 12 und 18 Jahren an der Schweizer Grenze aufgegriffen und registriert. Das schreibt der Bundesrat in einer heute veröffentlichten Antwort auf eine Interpellation der Zürcher CVP-Nationalrätin Barbara Schmid-Federer.

Über die Hälfte der Minderjährigen war demnach zwischen 17 und 18 Jahren alt. Der Bundesrat betont, dass die Information in 95 Prozent der Fälle auf den Angaben der Person und nicht auf Dokumenten beruhte.

Hauptsächlich männliche Minderjährige

Aus den Daten des Grenzwachtkorps geht nicht hervor, ob die Minderjährigen in Begleitung Erwachsener unterwegs waren oder alleine. Hingegen zeigen sie, dass nur etwa jede siebte Person unter 18 Jahren weiblich war.

Das SEM registrierte im Jahr 2016 1997 unbegleitete Minderjährige. Rund 50 Prozent von ihnen konnte gemäss Migrationsbericht ihre Minderjährigkeit im Asylverfahren nicht glaubhaft machen.

Die Hälfte der Minderjährigen stellte an der Grenze einen Asylantrag und wurde dem Staatssekretariat für Migration (SEM) für das weitere Verfahren übergeben. Die andere Hälfte wurde den ausländischen Behörden übergeben, der überwiegende Teil von ihnen an der Südgrenze. Als Grund gibt der Bundesrat an, dass sie entweder die gesetzlichen Einreisevoraussetzungen nicht erfüllten oder die Schweiz nur durchqueren wollten, ohne einen Asylantrag zu stellen.

(nag/sda)