Wochenstart

21. Juli 2014 06:41; Akt: 22.07.2014 22:35 Print

Überflutete Keller wegen starken Regens

Nach einem heissen Wochenende mit bis zu 35 Grad fegten Gewitter über die Schweiz. Vor allem im Westen regnete es sintflutartig. Bäche traten über die Ufer und füllten Keller und Garagen.

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Der Morgen nach dem Sturm auf dem Campingplatz in Tenero TI. Der Sturm hat in der Badi Olten eine Trauerweide umgeknickt, die wiederum die Restaurantterrasse zum Einsturz brachte. Keller unter Wasser in Himmelried SO. Blitze über Biel. Die Gemeinde Riehen BL wurde vom Unwetter besonders schwer getroffen. Ein Bach trat über die Ufer und überschwemmte Strassen. Die braune Sauce floss in Riehen .... .... nicht nur in riesigen Mengen über den Asphalt ... ... und verwandelte Strassen in Flüsse. Sie lief auch in die Keller der Häuser und stand mancher Orts gar im Erdgeschoss, wie hier in diesem Restaurant in Riehen. Noch ein Bild aus dem Restaurant! So sah es in Riehen aus, als der Bach in Wellen die Strassen hinunter floss. Viel Wasser meldet auch Härkingen SO. Diese Tiefgarage etwa wurde zum Schwimmbecken. Das Wasser lief auch in den Kellerbereich des Hauses in Härkingen In Biel BE wurde diese Unterführung zum Wasserloch. Ein Feld in Wasen im Emmental, das nach dem heftigen Regen eher aussieht wie ein Sumpfgebiet. Verbirgt sich zwischen diesen zwei Wiesen ein Bachbett? Gut möglich - zu sehen ist aber nichts mehr. Aufgenommen wurde dieses Bild in Wyssachen BE. Bahnhofsunterführungen, wie hier in Aarau laufen dabei schnell mal voll. Nasse Füsse bekam auch diese Passantin bei der Bahnhofsunterführung in Herzogenbuchsee. Und voilà der Bahnhof in Olten. Ein Nachhausekommen gibt es nur durch diesen Strudel ... In Olten stand das Wasser aber nicht nur in der Bahnhofsunterführung. Von «Weltuntergangsstimmung», schreibt ein Leser-Reporter. Innerhalb weniger Minuten seien ganze Bäche die Strasse hinuntergeflossen. Der Griesbach im bernischen Sumiswald hat ebenfalls sein Bett verlassen und sich in den Strassen neue Wege gesucht. Darf man hier noch durchfahren? Eine überschwemmte Strasse in Altreu SO. Die Treppe wird zum reissenden Bach. Übersprudelnde Abwasserkanäle auch in Salvan VS. Beim heftigen Gewitter hagelte es hier auch so richtig, berichten Leser-Reporter. Blitze in Gelterkinden BL. Und noch mehr Blitze - weil es so schön ist.

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Blitzartig ist die Sommerwoche in der Nacht auf Montag in der Schweiz zu Ende gegangen. Am Sonntagabend zogen vom Westen her Gewitter auf, die in der Nacht stellenweise starken Niederschlag und kräftige Windböen brachten – bei grossen regionalen Unterschieden.

Gegen Morgen zeichnete sich eine erste Ruhephase ab, wie der Wetterdienst Meteo Schweiz auf Anfrage mitteilte. Doch in den 24 Stunden zuvor waren teilweise über 60 Millimeter Niederschlag niedergegangen, wobei es «auf engem Raum grosse Unterschiede» gegeben habe.

So fielen etwa im freiburgischen Plaffeien 45,3 Millimeter, in Bern, wo bereits am Abend einige Meldungen wegen überfluteter Keller eingegangen waren, 44 Millimeter und in Buchs AG 40 Millimeter. In Aarau und Olten stand das Wasser in den Bahnhofsunterführungen kniehoch: «Nach starken Regenfällen ist der Aarauer Bahnhof unter Wasser. Wir Passagiere durften ganz offiziell und unter Aufsicht über das Gleis 12 watscheln», schreibt eine Leser-Reporterin.

Warnung: Stufe Rot für Teile des Tessins

Rund 45 Kilometer entfernt in Kloten waren es laut Messungen von Meteo Schweiz nur 11 Millimeter, und am Bodensee blieb es mit 0,1 Millimetern beinahe trocken.

Eine Unwetterwarnung der Stufe Rot für Teile des Tessins gab in der Nacht der private Wetterdienst Meteocentrale.ch heraus. In Robiei TI massen die Meteorologen denn auch knapp 64 Millimeter Niederschlag.

Leservideos zeigen das Ausmass der Regenfälle in gewissen Gemeinden:

Hier ein Video aus Eriswil BE:

Oder hier in Reigoldswil BL:


Konzerte abgesagt

Die Regenfälle wurden von kräftigen Windböen begleitet. Im Flachland erreichten diese vereinzelt Spitzengeschwindigkeiten von 87 Stundenkilometern in Egolzwil LU, wie der Wetterdienst Meteonews mitteilte. Die Luzerner Polizei verzeichnete allerdings nur punktuell Einsätze – wegen überfluteter Keller im Luzerner Hinterland. Auf dem Bantiger bei Bern blies der Wind mit 94 km/h.

Auch das Wallis blieb nicht verschont. In Sitten erreichten die Böen Geschwindigkeiten von 85 km/h. Die Kantonspolizei bestätigte Medienberichte, wonach am Abend mehrere Konzerte des Festivals Sion sous les Étoiles» im Stadion von Sitten abgesagt werden mussten. Patrick Bruel und Amel Bent hätten auftreten sollen. Schäden habe es keine gegeben.

150 Meldungen im Kanton Solothurn

In der Region Basel sind einzelne Bäche über die Ufer getreten, ein paar Bäume hielten den Sturmböen nicht stand. Die Polizei verzeichnete 50 Einsätze. In Rheinfelden AG fiel wegen des Unwetters während einer Stunde der Strom aus. Im Kanton Aargau musste die Feuerwehr insgesamt 30-mal ausrücken. Strenger hatten es die Einsatzkräfte in Solothurn. Bei der Kantonspolizei gingen über Nacht 150 Meldungen von überfluteten Kellern und entwurzelten Bäumen ein.

Laut Meteo Schweiz dürften sich am Montag die Niederschläge vor allem im Westen und dem Jura entlang sowie in Genf noch einmal verstärken. In der Nacht auf Dienstag könnten dann auch die östlichen Alpen von Regengüssen heimgesucht werden.

(bee/daw/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Reseph am 21.07.2014 07:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klima änderst sich seit Millionen Jahren

    Das Klima auf der Erde ändert sich seit Millionen Jahren immer wieder. Dies schon lange bevor es die Menschen gab und das wird auch dann noch so sein, wenn es keine Menschen mehr gibt.

    einklappen einklappen
  • Tim Lowe am 21.07.2014 08:34 Report Diesen Beitrag melden

    Unheimlich

    Aarburg gestern Abend - ich dachte die Welt geht unter. Innerhalb von wenigen Minuten kam das Unwetter wie eine Wand. Es war unheimlich, hatte aber auch eine gute Seite - danach gab es endlich wieder frische Luft zum atmen.

  • Hans am 21.07.2014 01:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heftig

    boaah! Immer wieder bemerkenswerte was die Natur alles zu bieten hat. Zum Glück ist es bei uns nicht gerade so schlimm als auf den Bildern.

Die neusten Leser-Kommentare

  • P.H. am 22.07.2014 19:00 Report Diesen Beitrag melden

    kleinen Schweiz

    So werden jetzt mal gewisse Leute erkennen, dass nicht immer das versprochene Paradies ist in der kleinen Schweiz

  • Michael Palomino am 22.07.2014 02:26 Report Diesen Beitrag melden

    KANALISATION ANPASSEN!!!

    Wie lange wird es noch dauern, bis die Kanalisationen in der Schweiz und in anderen Staaten vergrössert werden, weil durch den Klimawandel die Wolken mehr Feuchtigkeit aufnehmen und deswegen immer mehr Regen fällt? Die Anpassung an den Wandel hat in den Köpfen der Politik noch nicht stattgefunden. Die meinen einfach, nur die Tiere und die Skiorte seien betroffen...

  • mona am 21.07.2014 20:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wann wird es wieder mal richtig sommer

    meine mom hat mir neulich erzählt, dass es in den 70er jahren auch schon verregnete sommer gab. einmal hatte es sogar einen hit 'wann wird es wieder richtig sommer'. im jahr drauf war es dann brütend heiss... das gabs also schon vor 40 jahren das hin und her und die extreme.

    • Adrian am 22.07.2014 00:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Das stimmt...

      Juni, Juli und August sind die regenreichsten (was die Wassermenge anbelangt) Monate im Jahr...

    einklappen einklappen
  • meteouri am 21.07.2014 16:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Uri regenfrei

    bis gestern abend hats hier trotz regen- und sturmwarnung KEINEN tropfen geregnet... jupi

  • Michelle am 21.07.2014 08:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warnung vor nassem sommer

    Vor einigen monaten stand in der 20 min, dass es ein nasser sommer werden könnte, wegen eines starken vulkanausbruchs in asien. Diese können angeblich in gewissen regionen das wetter stark beeinflussen... Mit viel regen...