Nach Gewalt in Genf

19. August 2018 06:34; Akt: 19.08.2018 06:34 Print

Übergriffe auf Frauen zum Offizialdelikt machen

Politikerinnen fordern, dass Taten wie jene in Genf künftig von Amtes wegen verfolgt werden. So wie es seit 14 Jahren auch für häusliche Gewalt gilt.

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Nach dem brutalen Vorfall von Genf setzten sich Frauen auf unterschiedlicher Ebene für die Werte der Frauen ein. So arbeitet die Waadtländer SP-Ständerätin Géraldine Savary an einem Vorstoss, durch den Übergriffe an Frauen von Amtes wegen verfolgt werden. «So wie es seit 2004 für häusliche Gewalt gilt», sagt Savary gegenüber der «SonntagsZeitung».

Zudem fordert sie mit einem Postulat eine Statistik, die sämtliche Fälle wiedergibt, in denen Frauen bedroht, belästigt oder angegriffen worden sind. Heute komme nur ein kleiner Teil ans Tageslicht. «Nur die wenigsten Betroffenen erstatten Anzeige», sagt Savary.

Johanna Bundi Ryser vom Verband Schweizerischer Polizei-Beamter sagt: «Gerade im öffentlichen Raum haben sich der Respekt allgemein und gegenüber Frauen verschlechtert.» Es sei aber nicht nur Aufgabe der Polizei, sondern der gesamten Gesellschaft, dass sich Frauen ohne Angst frei bewegen könnten. Deshalb müsse auch über das teilweise verachtende Frauenbild mancher Zuwanderer gesprochen werden. «Sonst könnte sich die Situation in den beliebten Ausgangsvierteln noch verschlechtern.»

«Vor harten Strafen nicht zurückschrecken»

Der oberste Schweizer Sicherheitsdirektor, Pierre Maudet, will gemäss «SonntagsBlick» den Kampf gegen Gewalt an Frauen auf nationaler Ebene koordinieren. Sein Ziel: «Erfahrungen im Kampf gegen die Gewalt austauschen und den Informationsfluss sicherstellen.» Maudet wolle dies auf der Ebene der Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren anstossen.

Zudem fordert Maudet gemäss der Zeitung, dass die Justiz nicht «vor harten Strafen zurückschrecken» sollte. Die Gesetze müssten ohne Kompromisse durchgesetzt werden.

(roy)