Meldepflicht gefordert

31. Januar 2016 09:40; Akt: 31.01.2016 10:46 Print

Übertragen Tessiner Mücken bald Zika-Virus?

Durch die Olympischen Spiele in Rio könnte es mehr Zika-Fälle in Europa geben, sagt ein Mückenexperte. Er warnt, dass die Tigermücke das Virus verbreiten könnte.

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verantwortlich gemacht. Bis 2007 waren weniger als 15 Infektionen beim Menschen bekannt. Alle Fälle wurden in Afrika oder Südostasien nachgewiesen. Doch seit vergangenem Jahr breitet es sich zunehmend auch in Süd- und Nordamerika aus. Im Januar 2016 ist es in 21 der 55 Länder des Kontinents präsent. Diese virale Erkrankung wird durch die Gelbfieber- (Aedes aegypti) und die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) übertragen. Beim klassischen Verlauf kommt es zu hohem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Hautausschlägen. In seltenen Fällen verläuft die Infektion schwer (Dengue-Hämorrhagisches-Fieber, Dengue-Schock-Syndrom) und kann zum Tod führen. In den letzten Jahren ist die Zahl der Dengue-Fieber-Fälle weltweit stark gestiegen. Laut WHO leben rund 40 Prozent der Weltbevölkerung in einem Risikogebiet (Mittel- und Südamerika, Zentralafrika, Südostasien, westlicher Pazifik). Doch auch in den USA, China und Japan wurde eine Zunahme der Fälle verzeichnet. Es wird hauptsächlich durch die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus), aber auch durch die Gelbfiebermücke (Aedes aegypti) übertragen. Bei einer Infektion sind hohes Fieber, starke Gelenk- und Muskel- sowie Kopfschmerzen, manchmal auch Hautausschlag die Folge. Es kommt in Afrika, im Nahen Osten, in Asien und in Ozeanien vor. In jüngster Zeit konnte sich das Virus auch in Mittelamerika, in der Karibik, in einigen Ländern Südamerikas sowie in einzelnen Staaten im Süden der USA festsetzen. Auch in Europa ist es bereits zu Übertragungen gekommen. Auch hier sind Mücken die Überträger. Drei bis sechs Tage nach der Infektion kommt es zu plötzlichem hohem Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Übelkeit und Erbrechen. Bei einem milden Verlauf ist die Krankheit damit überwunden. In schweren Fällen kommt es zu Bauchschmerzen, Leberschwellung, einer Gelbsucht, Nierenversagen und Blutungen in Haut, Schleimhäuten und Magen-Darmtrakt. Die Virus-Erkrankung, bei der in schweren Fällen die Sterblichkeit bei mehr als 50 Prozent liegt, kommt in den tropischen Gebieten Afrikas sowie Mittel- und Südamerikas vor. Laut WHO erkranken weltweit jährlich rund 200'000 Menschen an Gelbfieber, 30'000 sterben daran. Die Krankheit wird durch Pärchenegel übertragen, die in verunreinigtem Wasser leben. Bei Kontakt dringen deren Larven durch die Haut des Menschen. Über die Venen gelangen sie dann in Harnblase, Darm, Leber, Lunge und Gehirn. Nicht immer kommt es zu Symptomen. Wenn doch, sind sie unspezifisch (leichter Verlauf). In schweren Fällen kommt es zu schleimig-blutigem Durchfall. Die Egel sind in subtropischen und tropischen Gebieten Südamerikas, Afrikas und Asiens verbreitet. Der Erreger kann Säugetiere und Menschen befallen. In Europa sind vor allem Füchse und Fledermäuse die Überträger, in tropischen und subtropischen Ländern sind es in erster Linie Hunde. Symptome sind zunächst Unwohlsein, Kopfschmerzen, Fieber und Jucken sowie Schmerzempfindlichkeit. Später kommt es zu Muskelzuckungen, Hyperaktivität, Angstgefühlen sowie zu Atem- und Schluckkrämpfen. Später kommt es zu tödlichen Lähmungen. Sie kommt nahezu weltweit vor. Lediglich einige Länder West- und Nordeuropas, Kanada, Nordamerika, Australien, Neuseeland und Japan sind frei davon. In der Schweiz konnte die Tollwut bei Füchsen mithilfe von Impfködern ausgerottet werden. Sie kann aber selten noch bei Fledermäusen oder illegal importierten Tieren auftreten. Weil sie vor allem Kinder im Alter zwischen drei und acht Jahren betrifft, wird sie auch Kinderlähmung genannt. Die Infektionskrankheit wird durch Viren verursacht, die das zentrale Nervensystem befallen und zu Lähmungserscheinungen bis hin zum Tod führen. Ein Heilmittel dagegen gibt es nicht. Ursprünglich war das Virus weltweit verbreitet. Doch dank Impfmassnahmen konnte es in vielen Ländern ausgerottet werden. Die WHO-Regionen Nord- und Südamerika, westlicher Pazifik und Europa werden seit mehreren Jahren als poliomyelitisfrei deklariert. In einigen Regionen Afrikas und Asiens ist das noch nicht erreicht. Ist eine durch das Hepatitis-A-Virus via Schmierinfektion verursachte Infektionskrankheit. Hauptsymptom ist eine akute Entzündung der Leber (Hepatitis). Die Erkrankung kann bis zu sechs Wochen anhalten und heilt ohne ernsthafte Komplikationen spontan aus. Das Virus kommt weltweit vor, besonders häufig aber in Gegenden mit schlechten hygienischen Bedingungen. Betroffen sind vor allem Südostasien, Russland, der vordere Orient, der Mittelmeerraum, Afrika, Mittel- und Südamerika. Wer dorthin reist, kann mit einer Impfung vorbeugen. Auch hierbei handelt es sich um eine Leberentzündung. Rund ein Drittel der Betroffenen hat keine Symptome. Bei den anderen sind Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Gelenkschmerzen, Fieber oder Hautausschlag die Folge. Meist heilt eine Hepatitis B vollständig aus. Bei 5 bis 10 Prozent der Betroffenen entwickelt sich jedoch eine chronische Hepatitis B, die im schlimmsten Fall zu Leberzirrhose oder -krebs führt. Sie kommt weltweit vor, vor allem jedoch in Ländern Asiens, dem Mittleren Osten, Afrika sowie in Teilen Amerikas. Eine bakterielle Durchfallerkrankung, die durch verschmutztes Trinkwasser oder verunreinigte Lebensmittel übertragen wird. Rund 85 Prozent der Infektionen verläuft milde. In schweren Fällen kommt es zu starkem Flüssigkeitsverlust und Erbrechen. Unbehandelt kann das innert Stunden zu Kreislaufkollaps, Muskelkrämpfen und in schweren Fällen zum Tod führen. Der Brechdurchfall kommt vor allem in ärmeren Regionen vor. Dazu zählen einige Länder Afrikas und Asiens sowie Papua Neuguinea, Kuba und Landstriche in Mexiko. In Industrieländern ist Cholera dank Kläranlagen und Wasserwerken selten geworden. Das hämorrhagische Krim-Kongo Fieber (CCHF) ist eine schwere virale Erkrankung, die von Zecken übertragen wird. Die Krankheit ist aber auch direkt von Mensch zu Mensch oder von Haus- und Wildtieren auf den Menschen übertragbar. Die Sterblichkeit ist hoch und beträgt 10 bis 50 Prozent. CCHF kommt in vielen Ländern Afrikas und Asiens, aber auch in Teilen Europas vor. Jüngste Fälle gab es 2009 im Kosovo, 2008 in der Türkei und 2006 in Griechenland. Das HI-Virus verursacht eine Infektionskrankheit, deren Endstadium Aids ist. Das HI-Virus wird übertragen durch ungeschützten Sex, Spritzentausch bei Drogenkonsumenten, Nadelstichverletzungen im Klinikbereich, von Müttern auf ihre Ungeborenen oder Säuglinge und durch Bluttransfusionen in ärmeren Ländern. Das HI-Virus ist auf der ganzen Welt vertreten. Zu besonders vielen Ansteckungen kommt es in Afrika. Weltweit leben gemäss Schätzung UNAIDS rund 37 Millionen Menschen mit HIV oder Aids. Ausgelöst wird Malaria durch einzellige Parasiten der Plasmodium-Familie. Der Parasit wird durch den Stich von infizierten weiblichen Anopheles-Mücken, die abends und nachts stechen, auf den Menschen übertragen. Die WHO schätzt, dass über 300 Millionen Menschen betroffen sind, und jedes Jahr mehr als eine Million an den Folgen eines Malariaanfalls sterben. Malaria kommt in allen tropischen Gebieten Afrikas, Amerikas und Asiens vor. Etwa 90 Prozent der Erkrankten leben jedoch in Afrika, wo der besonders aggressive Erreger Plasmodium falciparum überwiegt. Die Meningitis (Hirnhautentzündung) ist eine Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute. Sie wird meist durch Viren, Bakterien oder andere Mikroorganismen verursacht. Südlich der Sahara kommt es regelmässig zu Meningitis-Epidemien, die durch Meningokokken-Bakterien ausgelöst werden. Im Meningitisgürtel gibt es während der Trockenzeit Epidemien mit einer Erkrankungsrate von 100 bis 800/100000 Einwohner pro Jahr. Die grösste bekannte Epidemie dieser Art ereignete sich 1996-1997. Damals erkrankten 250'000 Menschen und 25'000 starben. Rund ein Drittel der Weltbevölkerung ist mit Tuberkulosebakterien infiziert. Bei etwa 10 Prozent der Infizierten bricht die Erkrankung aus. Pro Jahr sind rund neun Millionen Neuerkrankungen und 1,5 Millionen Todesfälle zu verzeichnen. Die Tuberkulose ist damit die Infektionskrankheit, die die meisten Opfer fordert. Die Krankheit ist besonders in Afrika, Südamerika, Südostasien und Osteuropa (speziell Russland) verbreitet. Etwa ein Drittel der jährlichen Todesfälle entfällt auf Afrika. In Osteuropa ist die zunehmende Resistenz gegen Medikamente für den Anstieg der Infiziertenzahlen verantwortlich. Ist eine hochgradig ansteckende Viruserkrankung, an der je nach Schwere und Verlauf bis zu 90 Prozent der Infizierten sterben. Erstmals tauchte Ebola 1976 im Sudan und der Demokratischen Republik Kongo auf. Die Krankheit kann von Wildtieren auf den Menschen, aber auch von Mensch zu Mensch übertragen werden. Ebola-Ausbrüche meldeten bisher Länder West- und Zentralafrikas. Vom aktuellsten Ausbruch waren Guinea, Liberia, Sierra Leone und Nigeria betroffen. Daneben wurden importierte Fälle aus den USA, Europa, China und Südostasien gemeldet.

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Der Schweizer Mückenexperte Peter Lüthy fordert das Bundesamt für Gesundheit dazu auf, für Infektionen, die auf das Zika-Virus zurückzuführen sind, sofort die Meldepflicht einzuführen. Er gehe davon aus, dass sich durch die rege Reisetätigkeit unter anderem wegen der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro auch bald in der Schweiz die Verdachtsfälle häufen werden, sagte er der «Zentralschweiz am Sonntag» in einem Interview.

Das gefährliche Zika-Virus breitet sich derzeit rasant in Südamerika aus. Alleine in Brasilien sollen laut jüngsten Angaben bis zu 1,5 Millionen Menschen mit dem Erreger infiziert worden sein. Das Virus ist vor allem für Schwangere sehr gefährlich. Es kann zu Missbildungen am Schädel beim Embryo führen. Die Kinder sind häufig geistig behindert und leiden unter neurologischen Störungen, weil das Gehirn unterentwickelt ist. In schweren Fällen sterben sie kurz nach der Geburt oder noch im Mutterleib. In Brasilien hat sich die Zahl der Verdachtsfälle seit Oktober dramatisch erhöht. Über 4180 Kinder sollen betroffen sein.

Tigermücken im Tessin

Die Weltgesundheitsbehörde WHO prüft, einen globalen Gesundheitsnotstand auszurufen, wie sie das zuletzt im August 2014 wegen der Ebola-Epidemie in Westafrika getan hat. Dann würden für die betroffenen Länder die Warn- und Vorsichtsmassnahmen deutlich verschärft, womöglich müssten Flugreisende sich auf verschärfte Gesundheitskontrollen einstellen.

Übertragen wird das Virus von der Tigermücke. Diese hat sich auch im Tessin ausgebreitet. In rund 60 Gemeinden habe sie bereits nachgewiesen werden können, so Lüthy. Die Tigermücke fliegt zwar nicht weit, sie ist aber nur schwer zu bekämpfen. «Die Situation im Tessin haben wir nicht hundertprozentig im Griff», sagte Peter Lüthy.

(mlr/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Andy y am 31.01.2016 10:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meldepflicht

    ich bin auch dafür das sich Mücken melden die das Virus übertragen.

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  • Aufmerksamer am 31.01.2016 09:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Panikmache?

    Vor vier Tagen informierte das BAG, dass die Tigermücke im Tessin ein anderer Typ sei und beruhigte die Bevölkerung. Offenbar ist Tigermücke nicht gleich Tigermücke...

  • Zoo Nose am 31.01.2016 10:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Long time ago...

    Das Virus hat in der Schweiz schon vor Jahren Einzug gehalten. Anders sind gewisse minderintellgente Aussagen von ebensolchen Politikerinnen und -aussen ja wohl kaum zu erklären.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Leser am 01.02.2016 17:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ah ja, jetzt kennt man die Tiegermücke..?

    Vor ca. 3,5 Jahren hatte ich so ein Insekt bei mir in der Wohnung gefunden und mich dann per Telefon an das Vet-Amt gewant. Da meinte man nicht für sowas zuständig zu sein und hat mich an ein weiteres Amt verwiesen. Nach dem 3ten Anruf wollte keiner was mit dem Insekt zu tun haben und habe ich die Mücke entsorgt. Nun liest man jeden 3ten Tag davon..?

    • Insubria am 01.02.2016 20:34 Report Diesen Beitrag melden

      Im Umschlag senden

      Mücke im Umschlag hierhin senden: (GLZ. Antenna ICM, Via Castello, 6952 Canobbio Ach! Absender nicht vergessen

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  • Kevin am 01.02.2016 10:28 Report Diesen Beitrag melden

    Warum nicht?

    Holen wir doch noch mehr Flüchtlinge aus Afrika, ich hab heute Lust auf das Lassa-Virus oder nein Polio, von dem geht man ja aus das es hier ausgestorben wäre.

  • ste am 01.02.2016 10:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mythen metzger - zika-info

    "Zika: Ein paar Fakten und was jetzt so alles verbreitet wird" schaut euch dieses video an. es erklärt den virus und nimmt dir die angst. zika hat den BSL 2...d.h. er ist nicht so gefährlich wie viele denken. manchmal muss die sicht geändert werden. und infos aus verschiedenen quellen gesammelt werden.

  • Mr. Ironie am 01.02.2016 08:01 Report Diesen Beitrag melden

    KEINE ANGST

    Habt keine Angst, schon bald gibts dafür eine Impfung, welche die Pharmaindustrie in Liebe für uns entwickeln wird...!

    • AnLeu am 01.02.2016 09:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mr. Ironie

      ... und damit viel viel geld verdienen wird. ;) unglaublich.. zika hat den BSL2 ..als keine panik!

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  • Andrea am 01.02.2016 07:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pharma-Kampagne

    da suchen wohl gewisse pharma konzerte wieder mal eine massenimpfung durchzubringen ;) und was gibt es da besseres als die olympischen spiele in brasilien als aushängeschild? lasst euch nicht täuschen!

    • anSte am 01.02.2016 10:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Andrea

      "Zika: Ein paar Fakten und was jetzt so alles verbreitet wird" (vom mythen metzger) schaut euch dieses video an. unglaubliche fakten

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