Gesundheitswesen

26. Oktober 2011 18:04; Akt: 26.10.2011 18:04 Print

Ärzte machen mobil gegen Managed Care

Die Ärzte kämpfen definitiv gegen die vom Parlament verabschiedete Managed-Care-Vorlage von Bundesrat Didier Burkhalter. Die Ärtzekammer hat entschieden, das Referendum aktiv zu unterstützen.

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Die Abschaffung der freien Arztwahl und die obligatorische Budgetmitverantwortung waren Gründe für das Nein der Ärzteschaft zur Managed-Care-Vorlage. Die Ärztekammer hat nun am Mittwoch das Resultat der Urabstimmung bestätigt und damit grünes Licht gegeben für die Unterstützung des Referendums durch die FMH.

Das deutliche Nein der Ärzteschaft zur Managed-Care-Vorlage - zwei Drittel der FMH-Mitglieder hatten sie in einer Urabstimmung abgelehnt bei einer Stimmbeteiligung von über 40 Prozent - habe an der Ärztekammer vom Mittwoch zu einem klaren Entscheid geführt, heisst es in einem Communiqué.

Zu viele Kompromisse

Auch wenn die Ärztekammer sich 2006 für die integrierte Versorgung ausgesprochen habe und viele Hausärztinnen und -ärzte bereits freiwillig in Netzwerken tätig seien, überzeuge die Gesetzesvorlage nicht. Diese baue auf zu vielen Kompromissen auf, welche die Patienten benachteiligten und die Qualität der Versorgung mindern könnten.

Die Vorlage wolle die Arztwahl einschränken und jene Patienten stärker zur Kasse bitten, die nach wie vor selbst entscheiden möchten, welchen Arzt sie aufsuchen. Störend sei auch die obligatorische Budgetmitverantwortung: Es sei zu befürchten, dass künftig vor allem wirtschaftliche Kriterien über die Patientenbehandlung Einfluss nähmen.

Aktiv gegen Vorlage kämpfen

Die 200 Ärztekammerdelegierten waren sich gemäss Communiqué einig, dass dem Abstimmungsresultat nun auch Taten folgen müssten. Mehrere Ärzteorganisationen hätten bereits entsprechende Referendumskomitees lanciert oder beteiligten sich an solchen.

Die Ärztekammer hat die Modalitäten der Unterstützung festgelegt. «Wir werden die Referendumsphase massgeblich unterstützen und unsere Mitglieder zur Unterschriftensammlung auffordern», lässt sich sich FMH-Präsident Jacques de Haller zitieren.

Ebenso hat die Ärztekammer beschlossen, dass die FMH sich in der Abstimmungskampagne engagiert und unter anderem die dafür notwendigen finanziellen Mittel bereitstellt.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • F in Z am 27.10.2011 11:40 Report Diesen Beitrag melden

    Liebe Ärzte es geht Euch doch ums Geld..

    ... und nicht um die Patienten! Aber argumentiert wird immer mit dem Wohl der Patienten. Die Gleichung: mehr Arztleistung = bessere medizinische Versorung = mehr Gesundheit stimmt aber nicht. Ich behaupte sogar Sie ist umgekehrt: weniger den Arzt involvieren = gesünderes Leben Ausserdem stimmt es nicht, dass die freie Arztwahl augebhoben ist, sie wird nur (sinnvoll!!) eingeschränkt.

  • Lena Leuthold am 26.10.2011 21:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Freie Arztwahl

    Das Referendum muss unterstützt werden. Es kann nicht sein, dass der Patient immer mehr die Fehlentscheide des Parlaments finanziert. Ueberall sonst will der Staat die Privatisierung und den freien Markt. Im Gesundheitswesen aber gibt es seit Jahren Einschränkungen und Kürzungen! Genauer gesagt seit der Einführung des neuen KVG und in einem 2. Schritt unter der Kostenexplosion durch den Tarif TarMed 2004. Wer Managed Care will kann sich so versichern, aber jeder Patient soll die Möglichkeit haben, den Aerzt des Vertrauens zu suchen.

  • Fizzi am 27.10.2011 07:43 Report Diesen Beitrag melden

    Gut so.

    Bei der hohen Krankenkassenprämie lasse ich mir nicht noch vorschreiben, zu welchem Arzt ich erst gehen muss. Unterstütze die Initiative voll und ganz.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Georg am 27.10.2011 12:44 Report Diesen Beitrag melden

    Prämien sinken eh nicht

    Die Prämien werden dadurch eh nicht sinken. Seien wir mal ehrlich. Dazu kommt noch das ganze DRG-Zeug. Das wird die administrations und it-kosten explodieren lassen. Genau diese Systeme gab es auch in Australien (bereits abgeschafft) und noch in Deutschland (umstritten). Aber die CH macht alles nach. Freuen werden sich IT-Firmen die für Millionen die benötigte Software erstellen. Und auch der administrative Apparat in den Spitälern.... eigentlich sollte man endlich mal jene Leute fördern die echt am Patienten arbeiten. Das ist ein sauharter Job und muss auch gut entlöhnt werden.

  • F in Z am 27.10.2011 11:40 Report Diesen Beitrag melden

    Liebe Ärzte es geht Euch doch ums Geld..

    ... und nicht um die Patienten! Aber argumentiert wird immer mit dem Wohl der Patienten. Die Gleichung: mehr Arztleistung = bessere medizinische Versorung = mehr Gesundheit stimmt aber nicht. Ich behaupte sogar Sie ist umgekehrt: weniger den Arzt involvieren = gesünderes Leben Ausserdem stimmt es nicht, dass die freie Arztwahl augebhoben ist, sie wird nur (sinnvoll!!) eingeschränkt.

  • K.Dubach am 27.10.2011 09:54 Report Diesen Beitrag melden

    Kassieren

    um was geht es, Richtig! Das man ungehindert weiter abkassieren kann, auf kosten des Patienten, wen man die Löhne ansieht, muss man ein Arzt aufsuchen! Wir haben auch Verantwortung! nicht nur die Ärzte! Wir sahen mal ein Beispiel ihm Kassensturz! geht ja fast alles 30% Mehrkosten dank falschen Diagnosen! Die Krankenkassen sind nicht Interessiert sie verdienen ja mit!

    • F in Z am 27.10.2011 11:54 Report Diesen Beitrag melden

      Verdienen oder heilen?

      Einverstanden. Wieso verstehen die Leute nicht, dass die Ärzte primär Interesse haben Kranke zu behandeln? Wenn Sie uns alle gesund machen, verdienen Sie nichts mehr. Deshalb braucht es Managed Care!

    • Armin am 27.10.2011 13:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      viel Lohn?

      ich als arzt nach 6jährigem Studium an der Uni und 5 jahre nach staatsexamen verdiene ca 31 Fr pro Stunde ( arbeite etwa 60h pro Woche) wenn sie es nicht glauben, ich zeige Ihnen gerne meinen Lohnausweis, schwarz auf weiss! es gibt überall Grossverdiener und nur die werden gezeigt, einfach um Polemik zu machen!

    • Till Sitter am 27.10.2011 19:46 Report Diesen Beitrag melden

      @F in Z

      Zitat :"die Ärzte primär Interesse haben Kranke zu behandeln". Man sollte den Aertzen vielleicht anraten umzuschulen und primär Gesunde behandlen.

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  • Ivana am 27.10.2011 08:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    USA

    Man muss aufpassen, dass nicht plötzlich amerikanische Verhältnisse herrschen. Bevor man heilt zuerst budget erstellen und KK fragen. Tolle aussichten. Wir haben den höchsten Selbstbehalt, im Vergleich zu anderen Ländern. Zahnarztkosten sind in den meisten Ländern versichert, nur als Beispiel. Klar wir jetzt viel herumgedoktert und umkreist, da di KK alles zahlte, aber ich glaube bei dieser Vorlage, geht der Schuss nach hinten los.

  • Fizzi am 27.10.2011 07:43 Report Diesen Beitrag melden

    Gut so.

    Bei der hohen Krankenkassenprämie lasse ich mir nicht noch vorschreiben, zu welchem Arzt ich erst gehen muss. Unterstütze die Initiative voll und ganz.

    • Monika am 27.10.2011 13:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Genau

      Bin ganz Ihrer Meinung! Ich finde, jeder Mensch hat bei Krankheit wenigstens das Recht sich seinen Arzt selber zu wählen!

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