Klimaerwärmung

23. September 2019 04:49; Akt: 23.09.2019 04:49 Print

Ärzte warnen vor Malaria und Dengue in der Schweiz

von B. Zanni - Tropenkrankheiten können sich laut Gesundheitsvertretern auch in der Schweiz ausbreiten. Gegner sprechen von Klima-Propaganda.

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In einem «Notruf zum Handeln» verlangt die «Allianz Gesundheitsberufe fürs Klima Schweiz», die Klimakrise als akute Bedrohung für die Gesundheit anzuerkennen. Immer heissere Sommer und mildere Winter würden auch nördliche Länder wie die Schweiz zum Biotop für tropische Stechmücken machen, sagt Allianzmitglied Pietro Vernazza. «So werden sich etwa die Anopholes- ... ... und die Tigermücke auch bei uns ausbreiten.» «Reduzieren wir die Treibhausgase bis 2050 nicht auf netto null, besteht die Gefahr, dass man sich in Zukunft in der Schweiz mit Malaria, Denguefieber und weiteren Infektionen wie Chikungunya oder dem West-Nile-Virus anstecken kann», sagt Pietro Vernazza, Allianzmitglied, Chefarzt Infektiologie am Kantonsspital St. Gallen und GLP-Ständeratskandidat. Immunologe Beda M. Stadler beschwichtigt. «Tropenkrankheiten sollten nicht zur Panikmache missbraucht werden», sagt er. «Wir haben immer noch saukalte Winter. Die Mücken können so nicht überleben.» Stadler geht davon aus, dass man künftig Vorkehrungen trifft, um Ansteckungen durch Erreger zu vermeiden. «Zum Beispiel, indem man offene Lebensmittel wie Früchte und Gemüse gründlicher wäscht und das Schlafzimmer mit Mückengittern schützt. Stadler: «Wenn wir nach Mexiko in die Ferien gehen, sind wir im Alltag auch vorsichtiger. Auch in der Schweiz kann der Mensch lernen, mit den Gefahren von Tropenkrankheiten umzugehen.» «Es darf nicht so weit kommen, dass man sich in der Schweiz mit Moskitonetzen und Medikamenten vor Tropenkrankheiten schützen muss», sagt Gesundheitspolitikerin Yvonne Feri. In Panama werden Mücken, die das Dengue-Fieber übertragen mit Gas bekämpft. Die Argumente der Allianz bestätigen laut der SP-Nationalrätin den dringenden Handlungsbedarf der Politik gegen die Treibhausgasemissionen. Gesundheitspolitiker Sebastian Frehner winkt ab. «Die drohenden Tropenkrankheiten sind arg weit hergeholt und sind nichts mehr als eine unbedarfte Propagandaaktion der Klimaaktivisten», sagt der SVP-Nationalrat. Das Klima habe sich schon immer verändert und die Gesundheit der Menschen beeinflusst, so Frehner. «Wird es wärmer, sterben vielleicht mehr Menschen an Tropenkrankheiten – dafür aber weniger an der Grippe.»

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Hitzewellen mit Temperaturen gegen 40 Grad machten die Schweiz zu einem Glutofen. Allein im Juli war es mindestens drei Grad heisser als im langjährigen Durchschnitt. Eine Allianz von Ärzten, Pflegefachpersonen, Hebammen und Physiotherapeuten schlägt nun Alarm: «Es ist unsere letzte Chance, bevor klimabedingt irreversible Schäden für Mensch und Natur eintreten», schreibt sie.

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In einem «Notruf zum Handeln» verlangt die «Allianz Gesundheitsberufe fürs Klima Schweiz», die Klimakrise als akute Bedrohung für die Gesundheit anzuerkennen. Die Allianz warnt dabei nicht nur vor einer erhöhten Sterblichkeit von älteren und chronisch kranken Personen durch Hitzesommer: Werde es immer wärmer, würden sich gleichzeitig auch tropische und subtropische Erreger ausbreiten.

Schweiz als Biotop für infizierte Stechmücken

«Die Klimaerwärmung zeigt heute schon eine Ausbreitung der tropischen Mücken gegen Norden, zum Beispiel in der Karibik und Florida, aber auch in Italien. Reduzieren wir die Treibhausgase bis 2050 nicht auf netto null, besteht die Gefahr, dass man sich in Zukunft in der Schweiz mit Malaria, Denguefieber und weiteren Infektionen wie Chikungunya oder dem West-Nile-Virus anstecken kann», sagt Pietro Vernazza, Allianzmitglied, Chefarzt Infektiologie am Kantonsspital St. Gallen und GLP-Ständeratskandidat. Immer heissere Sommer und mildere Winter würden auch nördliche Länder wie die Schweiz zum Biotop für tropische Stechmücken machen. «So werden sich etwa die Anopholes- und die Tigermücke auch bei uns ausbreiten.»

Die Allianz fordert von der Politik und anderen Entscheidungsträgern, entsprechende Massnahmen zu treffen. Vernazza: «Die Politik muss etwas gegen Klimawandel unternehmen, will sie die Gesundheit der Schweizer nicht aufs Spiel setzen.»

«Wir haben immer noch saukalte Winter»

Immunologe Beda M. Stadler beschwichtigt. «Tropenkrankheiten sollten nicht zur Panikmache missbraucht werden», sagt er. Bis Tropenkrankheiten ein ernsthaftes Thema in der Schweiz würden, dauere es noch Jahrzehnte. «Wir haben immer noch saukalte Winter. Die Mücken können so nicht überleben.» Dennoch sei es nicht falsch, wenn sich die Schweizer Bevölkerung längerfristig auf Tropenkrankheiten gefasst mache. «Den Klimawandel kann man nicht ruckzuck aufhalten. Es wird auch ohne menschliche Einflüsse wärmer werden.»

Stadler geht davon aus, dass man künftig Vorkehrungen trifft, um Ansteckungen durch Erreger zu vermeiden. «Zum Beispiel, indem man offene Lebensmittel wie Früchte und Gemüse gründlicher wäscht und das Schlafzimmer mit Mückengittern schützt. «Wenn wir nach Mexiko in die Ferien gehen, sind wir im Alltag auch vorsichtiger. Auch in der Schweiz kann der Mensch lernen, mit den Gefahren von Tropenkrankheiten umzugehen.»

«Dann sterben weniger an der Grippe»

«Es darf nicht so weit kommen, dass man sich in der Schweiz mit Moskitonetzen und Medikamenten vor Tropenkrankheiten schützen muss», sagt Gesundheitspolitikerin Yvonne Feri. Die Argumente der Allianz bestätigen laut der SP-Nationalrätin den dringenden Handlungsbedarf der Politik gegen die Treibhausgasemissionen. «Es ist klar, dass der Klimawandel auch gesundheitliche Probleme für Menschen und Tiere bringt. Tropenkrankheiten sind nur ein Teil davon.» Durch die Hitze könnten Krankheitserreger einfacher ins Trinkwasser gelangen. «Auch entwickeln sich etwa durch das überhitzte Wasser Bakterien.»

Gesundheitspolitiker Sebastian Frehner winkt ab. «Die drohenden Tropenkrankheiten sind arg weit hergeholt und sind nichts mehr als eine unbedarfte Propagandaaktion der Klimaaktivisten», sagt der SVP-Nationalrat. Die Warnung sei etwa so absurd, wie wenn die Schweiz aus Angst vor Tropenkrankheiten keine Afrikaner mehr einreisen liesse. Das Klima habe sich schon immer verändert und die Gesundheit der Menschen beeinflusst. «Wird es wärmer, sterben vielleicht mehr Menschen an Tropenkrankheiten – dafür aber weniger an der Grippe.»


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bob65 am 23.09.2019 05:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    und wieder der Klimawandel

    hängt das nicht viel mehr mit der vermehrten Reisefreudigkeit zusammen?

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  • Seppetoni am 23.09.2019 05:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    bei der Wahrheit bleiben

    Da wird wieder nicht berücksichtigt, dass die Menschen sich in den Feriendestinationen anstecken und nicht in der Schweiz.

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  • Phil Krill am 23.09.2019 05:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ... normal ...

    ... das ist ganz normal bei Klimaerwärmungen. Flora und Fauna passen sich an, nur der Mensch meint er müsse das Klima stoppen - mit CO2-Abgaben? ...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Julia am 24.09.2019 17:46 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Versuch?

    Wieso versuchen wir den Klimawandel nicht aufzuhalten? Ob von Mensch oder nicht ist doch eigentlich egal, obwohl die Sache eigentlich eindeutig ist! 1. Falls die Co2 Reduktion scheitert und wir überleben, gut können wir uns trotzdem freuen! 2. Aber wen wir nichts tun und wir untergehen, was dann? Ich möchte da auf der richtigen Seite stehen! Da kann ich sagen: Wenigstens haben wir es versucht und der Smog war für kurz auch weg, wenigstens ein paar Jahrzehnte noch saubere Luft geatmet :) Variante 1., alles andere ist Verantwortungslos!!!! die Technologien wären eigentlich auch schon da....

  • Holmes am 24.09.2019 10:37 Report Diesen Beitrag melden

    Man sollte doch...........

    meinen, dass wir in unserem Land, solche Dinge in den Griff kriegen oder steckt da eine ganz andere Theorie dahinter, wie zu Beispiel die Förderung des Klimawandels.

  • Marcel Edouard am 24.09.2019 04:25 Report Diesen Beitrag melden

    Anopholes

    Anopheles würde die Gattung korrekt heissen, eine Stechmückengattung mit 420 Arten.

  • B. Scheuert am 24.09.2019 00:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leute....

    ..... die Ärzte warnen vor Malaria und Dengue...! Also bitte nicht mehr stechen lassen . Früher war übrigens alles besser ohne Klimaerwärmung. Da gab es die Steinzeit, Eiszeiten, Ausbrüche von Supervulkanen, das finstere Mittelalter, Pest, Cholera usw., den 1. und 2. Weltkrieg, Waldsterben, Borkenkäfer, Schweinegrippe undundund. Das waren noch paradiesische Zeiten. Aber jetzt mit Klima, Malaria und Dengue... Das ist die wahre Hölle...!

  • H.C. Escher am 23.09.2019 23:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Linthkanal

    Malaria hatten wir doch schon im 18./19. Jahrhundert in der Schweiz, z.B. in der Linthebene.