CO2-Kompensation

29. Januar 2019 10:25; Akt: 29.01.2019 17:45 Print

1 Flug nach London entspricht 605 Burgern

Shopping in New York, Tennis in Melbourne, Tee in Marrakesch: Schweizer reisen viel und gern. So lassen sich diese Flüge kompensieren.

Passagiere am Flughafen Zürich sagen, warum sie fliegen.
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Das Fliegen spart Zeit, ist bequem und wird preislich immer attraktiver. Der durchschnittliche Schweizer reist darum gerne – und viel: Mehr als 9000 Kilometer waren es im Jahr 2015 allein mit dem Flugzeug, zeigen Zahlen des Bundes. Das hat Konsequenzen für den ökologischen Fussabdruck. Rund 14 Tonnen CO₂ produziert der durchschnittliche Schweizer jedes Jahr und liegt gemäss dem Umweltbericht 2018 damit deutlich über dem europäischen Durchschnitt.

Um die vereinbarten Klimaziele von Paris erreichen zu können, müsste der CO₂-Verbrauch bis 2050 aber auf 0,6 Tonnen sinken. Der ETH-Klimaforscher Reto Knutti sagt: «15 bis 20 Prozent der Schweizer CO₂-Emissionen sind auf die Fliegerei zurückzuführen». Es müsse daher bei jedem Einzelnen ein fundamentales Umdenken stattfinden. Denn ein Grossteil der Flüge sei nicht zwingend nötig. «Andere Länder, Kulturen und Menschen kennenzulernen und verstehen zu wollen, ist durchaus positiv», sagt Knutti. «Solange es nicht auf Kosten der nächsten Generation geht.»

Gewissensbisse beim Fliegen

Mit seinem Appell ist Knutti nicht allein: Die massiven CO₂-Emissionen bereiten vielen Gewissensbisse. Unter dem schwedischen Schlagwort «flygskam», was übersetzt Flugscham bedeutet, entschliessen sich immer mehr Menschen dazu, weniger mit dem Flugzeug zu reisen oder sogar komplett auf Flugreisen zu verzichten.

Auch das Bedürfnis, den CO₂-Verbrauch der eigenen Flüge zu kompensieren, sei immens gestiegen, bestätigt Kai Landwehr von der Plattform myclimate: «Alleine im letzten Jahr haben 80 Prozent mehr Leute unseren Onlinerechner benutzt.» Er schätzt, dass noch viel mehr Leute ihren Flug CO₂-kompensieren würden, wenn dies mit einem Klick bei der Buchung möglich wäre.

Doch wie schädlich ist der Ferienflug tatsächlich? Und wie viel kostet eine Kompensation mit myclimate? Wir haben bei mehreren beliebten Reisezielen der Schweizer nachgerechnet:

LONDON
387 kg CO2


•Hin- und Rückflug: 1600 km
• CO2-Menge: 387 kg
• Entspricht dem ökologischen Fussabdruck von 605 Hamburgern.
• CO2-Kompensation: 11 Franken.


MARRAKESCH
896 kg CO2


• Hin- und Rückflug: 4500 km
• CO2-Menge: 896 kg
• Entspricht der tagtäglichen Arbeit an einem Macbook Pro während 119 Jahren.
• CO2-Kompensation: 26 Franken.


NEW YORK
2300 kg CO2


• Hin- und Rückflug: 12'600 km
• CO2-Menge: 2300 kg
• Entspricht dem Verzehr von 916 Rindssteaks. CO2-• Kompensation: 67 Franken.


MELBOURNE
6800 kg CO2


• Hin- und Rückflug: 32'700 km
• CO2-Menge: 6800 kg
• Entspricht dem Beheizen eines Hauses in der Schweiz mit Gas während 660 Tagen.
• CO2-Kompensation: 195 Franken.


*Die Berechnungen basieren auf Zahlen von myclimate.ch*

(dk/mm)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gelegenheitsflieger am 29.01.2019 07:34 Report Diesen Beitrag melden

    Das Angebot bestimmt die Nachfrage...

    Solange man noch für 30 Franken nach Barcelona fliegen kann, wird sich nicht so schnell etwas daran ändern. Der Mensch hat es gerne schnell, günstig und gemütlich. Meiner Meinung nach müssen die Flugpreise (vor allem für Kurzstrecken) drastisch steigen, damit ein Umdenken stattfindet.

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  • W. Meier am 29.01.2019 07:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Träumen darf jeder.

    Wenn Greta einmal erwachsen ist, wird sie auch normal denken. Zuviele Menschen brauchen Platz. Dies ist unser grösstes Problem.

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  • Danke am 29.01.2019 07:40 Report Diesen Beitrag melden

    liebe Leute

    informiert euch über neutrale Medien und lasst euch nicht medial steuern!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Magda am 25.02.2019 07:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Massentourismus

    Flugreisen sollten sehr gut überlegt werden, aber auch die Destinationen und die Art des Aufenthaltes im Ferienland. Der Massentourismus ist eine Katastrophe für die Umwelt! Ich meine, die Zeiten haben sich extrem schnell geändert und wir sollten uns auf die Schönheit unseres Landes konzentrieren und froh sein, dass es uns so gut geht und nicht auf der Flucht sein müssen.

    • Spider5 am 25.02.2019 10:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Magda

      Da gibt es aber leider noch ein paar wesentlich wichtigere Probleme, die unsere Politiker lösen müssten, um die Schönheit der Schweiz zu erhalten. Abgesehen davon: CO2, macht auch nicht vor der Schweizer Grenze Halt.

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  • Berner Bär am 13.02.2019 08:57 Report Diesen Beitrag melden

    Und die "Klimaretter"?

    Und wieviele der krakeelenden "Klimaretter" setzen sich für Kurzurlaube in einen Flieger. Selbstverständlich mit der Ausrede "Er würde auch so fliegen!"

  • Martial2 am 07.02.2019 18:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Komische Ansicht...

    Fliegen oder auch nicht, das ist eine persönliche Sache. Sich schämen wegen billig Flüge ist ein grosses Irrtum. Selbst die Reichen schauen aufs Geld und fliegen nicht immer First Class...Wir fliegen wenn wir Lust haben!

  • Mami am 06.02.2019 14:44 Report Diesen Beitrag melden

    Kleine Schritte

    Umweltschutz überall thematisiert aber niemand ist bereit im Februar auf Erdbeeren oder Tomaten zu verzichten.Wir wissen nicht mehr was saison ist noch weniger interessiert dass unsere Bauern Fleisch genauso prodizieren es aber deutlich einen anderen Preis hat vielflieger...das ist bloss der Tropfen auf dem heisseb Stein.was ist jeder wirklich bereit zu tun??dass ist die frage

  • Alfred A. am 04.02.2019 03:03 Report Diesen Beitrag melden

    Absolutely no shame

    Ich schäme mich für keine einzige Flugmeile. Gut, so wahnsinnig viele Flüge waren es ja nicht und in den letzten 10 Jahren überhaupt keine einzige Flugmeile. Es war einfach kein Bedarf einen Flug zu buchen.

    • Fliegmarei am 05.02.2019 16:59 Report Diesen Beitrag melden

      @Alfred A. - ich fliege gerne

      Keine Frage nach mehr oder weniger, was geht das die Leute an? Ich frage keinen Menschen, wieviele Flugmeilen diese machen - oder mir gestattet sind. Die letzte Reise ist mit wahrscheinlicher Sicherheit nicht mit einem Flugzeug.

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