Asyl

27. Juli 2017 07:58; Akt: 08.08.2017 17:48 Print

10-mal mehr Flüchtlings-Babys aus Eritrea

von N. Thelitz/ D. Pomper - Seit Anfang Jahr kamen in der Schweiz 1548 Kinder von Asylbewerberinnen zur Welt. Vorteile im Asylverfahren geniessen weder die Eltern noch die Kinder.

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Die Zahl der Geburten im Asylbereich hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Gab es im Jahr 2007 1086 Geburten, waren es mit 3153 Geburten im Jahr 2016 fast dreimal so viele. Das entspricht 8,6 Geburten pro Tag. Das zeigen Zahlen der Asylstatistik des Staatssekretariats für Migration. Die meisten Geburten im Asylbereich gab es im Jahr 1999 (3525 Geburten), wobei es sich hauptsächlich um serbische Flüchtlingsbabys handelte.


Im ersten Halbjahr 2017 kamen 1548 Kinder von Asylbewerberinnen zur Welt. Am meisten Kinder gebaren seit Anfang Jahr Asylbewerberinnen aus Eritrea (611), gefolgt von Frauen aus Syrien (247), Afghanistan (134) und Somalia (92). Die Zahl der Geburten eritreischer Flüchtlingsbabys nimmt stetig zu. Sie hat sich zwischen 2008 (119) und 2016 (1326) mehr als verzehnfacht. Der Bestand von Personen aus Eritrea im Asylprozess hat sich zwischen 2008 und 2016 von 3956 auf 15’261 knapp vervierfacht.*

Vergleicht man die Anzahl Geburten im Asylbereich mit den Geburten in der Schweizer Wohnbevölkerung, zeigt sich folgender Unterschied: Im ersten Halbjahr 2017 kamen 1548 Kinder von Asylbewerberinnen zur Welt. Insgesamt befanden sich im Juni dieses Jahres hierzulande 66'557 Personen im Asylprozess (Quote: 2%). Zwischen Januar und Mai dieses Jahres wurden in der Schweiz bei einer ständigen Wohnbevölkerung von 8,4 Millionen 46'032 Babys Schweizerischer und ausländischer Nationalität geboren (Quote 0,5%).

Keine Vorteile im Asylverfahren

Die schwangeren Asylbewerberinnen werden laut dem Staatssekretariat für Migration SEM so rasch wie möglich einem Frauenarzt zugeführt. Die Empfangs- und Verfahrenszentren EVZ hielten sich an die Anweisungen des Arztes. Schwangere Frauen würden in Familienzimmern, getrennt von den anderen Schlafräumen, untergebracht.

Die in der Schweiz geborenen Kinder von Asylbewerbern erhalten den gleichen Status wie ihre Eltern. Weder die Kinder noch ihre Eltern haben laut dem Staatssekretariat für Migration in der Schweiz einen Vorteil, nur weil die Geburt in der Schweiz erfolgt ist: «Die Geburt hat keinen Einfluss auf das Asylverfahren», sagt Projektleiter Idil Abdulle.

*Korrigendum vom 8. August 2017: Im Artikel «Eritreische Flüchtlinge gebären 10-mal so viele Babys wie 2008» vom 27. Juli schrieb 20 Minuten, zwischen 2008 und 2016 habe sich die Anzahl eritreischer Asylbewerber knapp verdoppelt. Richtig ist: Der Bestand von Personen aus Eritrea im Asylprozess hat sich zwischen 2008 und 2016 von 3956 auf 15’261 knapp vervierfacht (Stichtag 31. Dezember 2008 und 20016).

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