Umstrittene Entlöhnung

11. März 2012 11:54; Akt: 11.03.2012 12:21 Print

100 000 Franken von Tixi Taxi für Doris Fiala

Die Kritik an FDP-Nationalrätin Doris Fiala reisst nicht ab: Nach der Polemik um ihr Aids-Hilfe-Mandat wird nun bekannt, dass sie bei einer weiteren Non-Profit-Organisation grosszügig verdiente.

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Muss sich derzeit viel Kritik anhören: FDP-Nationalrätin Doris Fiala.

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Doris Fiala steht wegen ihres gut bezahlten Engagements bei der
Aids-Hilfe Schweiz (AHS) unter Beschuss: Dort bezieht sie als Präsidentin ein Honorar von 50 000 Franken. Wie der «Sonntagsblick» enthüllt, verdiente sie auch schon früher bei einer Non-Profit-Organisation sehr gut. Bei Tixi Zürich, der Organisation für Behindertentransport, kassierte die FDP-Nationalrätin an einem PR-Mandat innerhalb von drei Jahren 100 000 Franken – bei einem Stundenlohn von 150 Franken.

Von 2005 bis 2008 organisierte die PR-Fachfrau Spendengalas sowie einen Zirkus-Auftritt für den Verein und machte politische Beratungen. Als die Führung bei Tixi Zürich wechselte, stoppte man die Zusammenarbeit mit Fiala. «Es war uns zu teuer, ihr Mandat zu verlängern», sagt Tixi-Präsidentin Eva Nägeli. Doris Fiala findet ihre Entlöhnung nicht übertrieben. «Ich und mein Team haben im Schnitt für 150 Franken die Stunde gearbeitet. Das ist mein Non-Profit Ansatz», rechtfertigt sich Fiala. «Bei wichtigen Strategiesitzungen habe ich 225 Franken die Stunde verrechnet. Aber auch da lag ich noch unter den tiefsten Honoraransätzen des Bundes der PR-Agenturen der Schweiz.»

Kritik von der Zewo

Ein Arbeitsrapport von Fiala, der der Zeitung «Der Sonntag» zugespielt wurde, zeigt zudem, wie viele Stunden sie bislang für die Rettung der Aids-Hilfe Schweiz aufgewendet hat. Es sind allein bis Anfang März 108 Stunden. Allerdings zählt Fiala auch Stunden für einen TV-Auftritt bei TeleZüri, eine Sitzung bei der Geschäftsstelle über eine Santé-TV-Sendung, Mediengespräche, Telefonkonferenzen ins Ausland, Sitzungen mit hohen Bundesbeamten inklusive Mittagessen und Aktenstudium.

Neue Kritik kommt zudem von der Gütesiegel-Organisation Zewo. Diese hat der AHS vor der Wahl Fialas eine Überprüfung angeboten, ob es sich um eine Ausnahmesituation handelt, die eine so hohe Entschädigung rechtfertige. Die AHS habe die Wahl Fialas durchgeführt, ohne diese Abklärungen vorzunehmen. Fiala weist alle Kritik zurück und kritisiert die Publikation des Stundenrapports scharf.

(fum)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Ich bin mal für Tixi-Taxi gefahren, FREIWILLIG d.h. ohne Bezahlung und ich habe das gerne gemacht um zu helfen. Gekostet hat es mich ein wenig Zeit, mehr nicht, aber den Behinderten Menschen hat es wirklich genützt und mir hat es Zufriedenheit gebracht. Sich daran zu bereichern zeigt den Charakter einer Person und in diesem Fall zeigt es die hässliche Fratze der Geldgier. Schämen sollte sich Frau Fiala und die Wähler sollten überdenken ob sie Personen wie diese wollen um die Stadt, den Kanton oder das Land zu administrieren. Die nächste Wahl kommt bestimmt! – Markus Müller

Non-Profit-Organisationen sind im Gegensatz zu einem Unternehmen nicht tätig um Gewinne zu erzielen. Das heisst aber nicht, dass Leute, die ständig für diese Organisationen arbeiten das gratis machen müssen. Insbesondere bei grösseren Organisationen, wo diese Stellen schon beinahe ein Fulltime-Job sind, wäre es fast unmöglich diese Stellen mit qualifizierten Leuten zu besetzen. Wenn Frau Fiala nur CHF 30'000 + 1 Rappen mehr in die Kassen der Organisation spühlt als ihr vorgänger ist das ein Gewinn, und ich traue ihr das schon zu. Ich bezweifle hingegen, dass all die Neider hier etwas bewegen. – Paul Schmied

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rolf Schneider am 11.03.2012 12:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht mehr für skrupellose Politiker spenden!

    Das führt mich zu 2 Schlussfolgerungen: 1) ich werde nicht mehr spenden, weil das Geld für skrupellose Politiker verwendet wird und 2) Politiker sind noch viel geldgieriger und unverschämt als ich befürchtet habe.

    einklappen einklappen
  • Alex Ackermann am 11.03.2012 13:32 Report Diesen Beitrag melden

    Abzocker

    wo sitzen denn die Abzocker ? Ist doch ganz klar oder, natürlich bei den Politiker. Keine Spenden mehr an solche Organisationen

  • Michael L. am 12.03.2012 13:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gier ohne Ende

    Mindestens hat die Tixi Organisation ihre Fehler erkannt und korrigiert. Hingegen die AIDS-Hilfe beharrt darauf. Die Konsequenz ist für mich klar: Spenenstopp

Die neusten Leser-Kommentare

  • Dante Schuggi am 12.03.2012 21:27 Report Diesen Beitrag melden

    Spenden ohne Fiala's!

    Letzthin,an der coop Kasse anstehend,fiel mein Blick auf die nicht mehr junge Frau, die draussen die "SURPRISE" Zeitung zum Kauf anbot. Bleich ist die Frau, dass sie Schmerzen hat sieht man auf den ersten Blick. Sie braucht zum gehen Krücken und Schweizerin ist sie auch. Ich habe selber nicht viel, aber ich kaufte noch eine 20.-Fr. Geschenkkarte. Diese legte ich ihr in die Hand, dass sie sich das kaufen könnte was sie braucht - oder vielleicht auch etwas Besonderes. Und dann verschwand ich. Sie braucht nicht zu wissen wer ich bin und dass auch ich weiss was Not ist. Spenden ohne Fiala's!

  • Michael L. am 12.03.2012 13:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gier ohne Ende

    Mindestens hat die Tixi Organisation ihre Fehler erkannt und korrigiert. Hingegen die AIDS-Hilfe beharrt darauf. Die Konsequenz ist für mich klar: Spenenstopp

  • Billo Heinzpeter Studer am 11.03.2012 21:45 Report Diesen Beitrag melden

    Unzulässige Dopplefunktion

    Das Problem ist nicht, dass Frau Fialla etwas verdient bei Ihrer Arbeit für eine gemeinnützige Organisation die Post, der Bürovermieter, die Sekretärin machen das alles ja auch nicht gratis für diese Organisation; sie müssen ja auch leben. Das Problem ist auch nicht der Stundenansatz von 150 Franken, selbst wenn er am obersten Limit für eine NGO liegt. Das wirkliche Problem ist, dass Fialla und AHS meinen, die Funktion der AHS-Präsidentin (Strategie & Kontrolle) und der Job der bezahlten Fundraiserin (Ausführung) dürften von ein und derselben Person wahrgenommen werden. Das geht nicht.

  • Hanspeter Meister am 11.03.2012 20:14 Report Diesen Beitrag melden

    Scha(n)de !!

    Scha(n)de, dass Frau Fiala auf dem Buckel Bedürftiger sich bereichert. Schamgefühle zu haben gehört offenbar nicht immer zum guten Ansehen eines Politikers. Genaue PolitikerInnen sollten dem Wähler als Vorbilder auftreten, was aber offenbar auch die meisten PolitikerInnen gar nicht können.

  • Paul Rechsteiner am 11.03.2012 18:34 Report Diesen Beitrag melden

    Ich behalte mein Geld selber

    Ich werde von jetzt an weder für die AIDS-Hilfe noch für Tixi Taxiwas Spenden..