Suchtberatung

22. Oktober 2015 10:35; Akt: 22.10.2015 13:34 Print

100'000 Kinder haben alkoholkranke Eltern

Die Stiftung Sucht Schweiz lanciert ein neues Angebot für suchtbelastete Familien. Kinder aus solchen Familien hätten ein grosses Risiko, später selber abhängig zu werden.

storybild

Viele Betroffene holen sich keine Unterstützung: Ein Mann kauft zwei Dosen Bier an einem Kiosk im Hauptbahnhof in Zürich. (Symbolbild / 16.5.2008) (Bild: Keystone/Martin Rütschi)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Rund 100'000 Kinder in der Schweiz haben eine alkoholabhängige Mutter oder einen alkoholabhängigen Vater. Die Stiftung Sucht Schweiz will mit einer Internetseite und Hörgeschichten suchtbelastete Familien unterstützen.

Überforderung, Hilflosigkeit und Schuldgefühle prägten den Alltag von suchtkranken Eltern – und auch von deren Kindern, schreibt Sucht Schweiz in einer Mitteilung. Viele Eltern versuchten, die Sucht vor ihren Kindern zu verheimlichen.

Doch die Sucht präge den Familienalltag. Die Kinder litten unter der unberechenbaren Atmosphäre zu Hause, häufig unter Streit oder Gewalt. Rund ein Drittel dieser Kinder leide später selbst an einer Suchterkrankung und ein weiteres Drittel entwickle andere psychische Probleme. «Sie sind somit die grösste bekannte Risikogruppe», sagt Irene Abderhalden, Direktorin von Sucht Schweiz.

Auch Bezugspersonen einbeziehen

Die meisten betroffenen Eltern suchten keine Unterstützung, schreibt die Stiftung. Mit einem neuen Angebot in Deutsch und Französisch baue Sucht Schweiz eine Brücke zwischen den Fachstellen und den Familien. Die neue Website www.elternundsucht.ch zeige beiden Elternteilen sowie weiteren Bezugspersonen betroffener Kinder wie Grosseltern oder Paten, was sie für das Kind tun können.

Die Kinder aus suchtbelasteten Familien will Sucht Schweiz neu auch mit Hörgeschichten über das Thema unterstützen. Die Geschichten sollen den Kindern zeigen, dass sie mit ihren Sorgen nicht allein sind.

Rund 100'000 Kinder und Jugendliche leben gemäss Schätzungen von Sucht Schweiz hierzulande in Familien, die von der Alkoholabhängigkeit eines Elternteils betroffen sind. Wie viele Kinder Eltern haben, die Probleme mit illegalen Substanzen haben oder exzessiv Glücksspiele spielen, lasse sich gegenwärtig nicht einschätzen.

Hat Ihre Mutter oder Ihr Vater ein Suchtproblem? Erzählen Sie uns, wie es ist, mit alkoholkranken Eltern aufzuwachsen. Schreiben Sie uns unter feedback@20minuten.ch

(ij/sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • beidesgehtschlecht am 22.10.2015 12:24 Report Diesen Beitrag melden

    Man kann entweder

    eine gesunde, glückliche Bevölkerung haben oder eine stressige Hochleistungsgesellschaft, in welcher der Mensch von allen Seiten unter Druck gesetzt wird.... unsere Wirtschaft, unsere Regierung und unsere Gesellschaft hat sich für letzteres entschieden.

    einklappen einklappen
  • Alfred am 22.10.2015 12:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schwache persönlichkeiten

    das kenne ich nur zu gut! die alkoholsucht meines vaters hat mich und meine 3 geschwister über die letzten 10 jahre stark verändert! alkoholiker stinken, nerven und zerstören ihr komplettes umfeld! dieses thema braucht direkte worte! ich weiss wovon ich spreche! ich könnte euch geschichten erzählen da stehen einem die haare zu berge!!!

    einklappen einklappen
  • Duke am 22.10.2015 11:55 Report Diesen Beitrag melden

    Nichts neues...

    Ich kenne auch so einen Fall, die übliche Geschichte: Einen Pseudo-Bad-Boy geheiratet, beide tranken nicht gerade wenig, Tochter auf die Welt gestellt, Lebensunterhalt mit Verkauf von Gras, einige Jahr später Scheidung. Daraus gelernt haben beide nichts, hütet euch vor solchen Frauen, sie sind billig, verlogen und werden nie auch nur ein bisschen Einsicht für ihre eigenen Fehler haben. Vor lauter Trotz sind sie noch Stolz darauf. Mir tut lediglich die Tochter leid, selbst sie sagte im Alter von 12 Jahren zu Ihrer Mutter: Du trinkst zuviel.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • TNzlehrer am 25.10.2015 06:46 Report Diesen Beitrag melden

    Schaut euch doch mal....

    Im Coop mal die Alkohol Abteilung an, habt ihr gesehen wie viel Platz die ganzen Flaschen einnehmen ? Also ich weiss das viel mehr Menschen regelmässig viel trinken und das schon seit mindestens 10000 Jahren. Also Bertunkene und Kinder die mit trinkenden Eltern aufwachsen ist nichts neues, ( meine trinken auch jeden Abend ihre halbe oder Flasche Wein). Sie stinken jedoch beide nicht, sind nicht gewalttätig, haben ein völlig intaktes Privatleben mit vielen Freunden und sind beide erfolgreich im Beruf. Da beide schon bald 70 Jahre alt sind leben sie nicht so erst seit gestern.

  • Mir gehts gut... am 24.10.2015 10:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alkahol?

    Alkoholkranke Eltern? Dass schlimmste ist(selber erlebt)die Kinder werden sehr oft von der Umgebung in den selben TOPF geworfen, was wohl bis ans Lebensende Nagt/Aufstösst?

  • Gerd Ortner am 23.10.2015 15:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rauchen versus Alkohol

    Rauchen wird verteufelt und mit Schikanen belegt, trinken ist dagegen fast schon ein Kavaliersdelikt. Bin der Überzeugung das durch Alkoholkonsum gleich viele Menschen sterben wie durch das Rauchen, jedoch das unsägliche Leiden das Angehörige von Alkoholsüchtigen tragen ist um einiges höher! Wann also will man endlich damit anfangen dies zu bekämpfen? Oder ist es vielleicht so, das die Politiker selber gerne zur Flasche greifen?! Es ist an der Zeit zu Handeln!

    • Realist am 24.10.2015 11:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Naja!

      Ich finde, hier wird Alkohol anhand von traurigen Schicksalen verteufelt!!

    einklappen einklappen
  • Aufklärer am 23.10.2015 08:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ääähm, gewusst?

    Nur so am Rande: Nicht jeder der Alkohol trinkt ist ein Alkoholiker.

    • Martin am 23.10.2015 09:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Aufklärer

      das ist klar, aber hier Witze zu reissen ist deplaziert. Kinder von Alkoholikern übernehmen früh Verantwortung oftmals für Dinge, welche sie noch gar nicht verstehen.

    • Abstinenzler am 23.10.2015 10:15 Report Diesen Beitrag melden

      und...

      nicht jedem Alkoholiker sieht man an, dass er einer ist.

    • Aufklärer am 24.10.2015 11:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Martin Nun!

      Ich finds ein Witz, wie in unserer Gesellschaft immer mehr pathologisiert und Krankhaftes breitgetreten wird. Alkoholiker und deren Opfer hats immer schon gegeben und es wird sie auch in ferner Zukunft noch geben ist wie mit Unfallopfern! Nur weil man jetzt medial alles veröffentlicht, heisst das noch lange nicht, dass man ein solches Problem gelöst hat! Wenn wegen ein paar Prozent Alkoholikern, Alkohol generell verteufelt wird, läuft in einer Gesellschaft etwas schief!! @Abstinenzler Stimmt! Und Psychopathen, oder Mördern, welche Amokläufe verursachen, sieht man es vorher oft auch nicht an!!

    • Susanne am 25.10.2015 07:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Aufklärer

      Es geht nicht darum, dass Alkohol per se verteufelt wird! Ich selber trinke auch gern ab und zu ein Glas Wein! Das Problem sind Alkoholiker, Menschen die am Morgen aufstehen und bereits zur Flasche greifen, weil sie SÜCHTIG sind! Sie sind zu befauern, weil die wenigten ganz von der Sucht wegkommen. Traurig ist es für deren Kinder und Partner! Dort soll die Prävention ansetzen! Das ist dringend nötig! Es stimmt, das Problem des Alkoholmissbrauchs besteht schon seit tausenden von Jahren. Das heisst nicht, dass es so bleiben soll! Schön für die Kinder, die vom Programm profitieren dürfen.

    • Aufklärer am 27.10.2015 01:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Nein, Susanne!

      Es geht eben genau nicht um die! Es geht darum, dass man Menschen die z.B. jeden Abend (ja, nicht bloss ab und zu...!) ihre 2-3 Gläser Rotwein geniessen als Alkoholiker einordnen will und das ist reiner Quatsch!!!

    • Realist am 27.10.2015 01:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Susanne Nun!

      Ich denke, Aufklärer meint folgendes: Es trinken locker 70-80% der Leute Alkohol und davon sind vielleicht ein paar wenige Prozente wirklich abhängige Alkoholiker...! Alkoholiker wurde wirklich zu einem inflationären Begriff, da wir in einer Fitnesswahn- und krankhaft kontrollierenden Gesellschaft leben!

    einklappen einklappen
  • Ex-Betroffene am 23.10.2015 00:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kinder geht weg

    Schützt die Kinder vor alk. süchtigen Eltern! Jedes Kind erleidet höllenqualen, brutale Ängste und kann sich selbst nicht entwickeln! Ich bekomme eine riesen Wut, wenn ich eine besoffene Mutter sehe oder Vater. Am liebsten, würde ich dann das beteoffene Kind gleich wegnehmen!!