08. Dezember 2007 23:35; Akt: 11.12.2007 10:21 Print

Darbellay soll Blocher aus dem Amt jagen

CVP-Chef Christophe Darbellay bietet sich als Sprengkandidat gegen SVP-Bundesrat Christoph Blocher an. Im Interview mit der «SonntagsZeitung» sagt Darbellay, er sei zwar nicht offizieller Kandidat, eine Wahl werde er aber nicht ausschlagen.

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Darbellays Outing gibt den links-grünen Bestrebungen, Blocher aus dem Bundesrat zu werfen, überraschend Auftrieb. Mit Darbellay hat die Anti-Blocher-Bewegung im letzten Moment den lange gesuchten bürgerlichen Kandidaten erhalten, der im Gegensatz zum Grünen Luc Recordon mehrheitsfähig ist, und der sich auch wählen lassen würde.

Er sei nicht Kandidat, aber er habe im Leben noch keine Wahl verweigert, sagte er gegenüber der «SonntagsZeitung». Falls in einem ersten Wahlgang niemand das absolute Mehr erreiche und er Stimmen erhalte, würde er sich nicht zurückziehen, sagte der CVP-Präsident. «Es ist schliesslich ein Vertrauensbeweis des Parlaments, wenn man Stimmen erhält.»

Den Anspruch der SVP auf zwei Bundesratssitze bestreite er nicht, betonte Darbellay. «Die SVP muss aber minimale Spielregeln respektieren wie die anderen Regierungsparteien.»

Die SVP nimmt die Situation ernst. Am Dienstag rief SVP-Präsident Ueli Maurer die Spitzen aller Bundesratsparteien zusammen, um Manöver mit einer bürgerlichen Kandidatur gegen Blocher zu unterbinden. Nach der Sitzung musste Maurer feststellen: «Darbellay wollte keine Verzichtserklärung abgeben.»

Am Samstag hatte Darbellay gegenüber der Westschweizer Tageszeitung «Le Temps» gesagt, dass die CVP einzig mit der Volkswirtschaftsministerin Doris Leuthard antrete, «geschehe nicht noch eine Überraschung». Offiziell über ihre Taktik entscheiden will die um die Grünliberalen und die EVP erweiterte CVP-Fraktion erst am Dienstag an der Fraktionssitzung, in einer geheimen Abstimmung.

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