Krach in der SP

05. Juni 2011 12:25; Akt: 05.06.2011 17:23 Print

12 000 Franken für Platz auf Wahlliste

Plätze auf Wahllisten können eine teure Angelegenheit sein. Die Berner Gewerkschaften verlangen bis zu 12 000 Franken für einen Listenplatz und sorgen damit bei manchen Mitgliedern für rote Köpfe.

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Auf der Nationalratsliste der Berner SP sind von den 26 Plätzen vier für Kandidierende reserviert, die gleichzeitig in der SP und in einer Gewerkschaft aktiv sind. Wer sich aber sowohl von der SP wie von den Gewerkschaften portieren lassen will, muss das Portemonnaie zücken. Im Gegenzug übernehmen Partei und Gewerkschaften die Werbung für die Kandidierenden.

Das Vorgehen der Berner Gewerkschaften gerät nun in die Kritik. SP-Grossrätin und VPOD-Sekretärin Béatrice Stucki will diese hohe Summe nicht bezahlen und verzichtet darauf, von den Gewerkschaften portiert zu werden. Eine Meldung der «NZZ am Sonntag» bestätigte sie auf Anfrage.

Bereits im vergangenen Herbst sorgte die Zürcher FDP für Aufsehen, als bekannt wurde, dass die Partei für die vordersten Listenplätze bis zu 40 000 Franken verlangt. Kritiker sprachen von gekaufter Demokratie und davon, dass mit diesem System nur noch kandidieren könne, wer über den nötigen Geldbeutel verfüge.

Einen Obolus für die Plätze auf ihren Wahllisten verlangten die meisten Parteien, liess sich damals Kampagnenspezialist Mark Balsiger im «Tages-Anzeiger» zitieren. Allerdings handle es sich in der Regel um eher bescheidene Beiträge. In grösseren Kantonen allerdings würden für vordere Listenplätze durchaus auch stattliche Summen erhoben.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • matrog am 05.06.2011 17:25 Report Diesen Beitrag melden

    Ein weiterer Grund...

    ... politische Parteien zu verbieten. Wir sind in einem demokratische Militzsystem wo Partein völlig überflüssig sind und der Demokratie nur Schaden.

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  • Karin am 05.06.2011 12:58 Report Diesen Beitrag melden

    Game over

    Die SP ist jetzt auch eine Geldpartei? Damit ist meine Sympathie für die SP am Ende.

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  • Markus Wegmann am 05.06.2011 13:37 Report Diesen Beitrag melden

    System

    Was ist den noch Demokratie? Parteien die Listenplätze verkaufen und Bürger die nicht zur Wahl gehen .....

Die neusten Leser-Kommentare

  • Rodolfo am 07.06.2011 07:30 Report Diesen Beitrag melden

    Platzkauf Wahlliste

    Wenn sich einer auf der Wahlliste einen der ganz vorderen (oberen) Plätze kauft, bedeutet das, dass er dann auch ein guter Politiker ist, der die Interessen des Volkes auch wirklich vertritt und dafür kämpft? Es empfiehlt sich, grundsätzlich mal die obersten 4 - 6 auf der Wahlliste zu streichen und mit anderen Namen zu ersetzen.

  • Gianin May am 06.06.2011 15:15 Report Diesen Beitrag melden

    Parlamentsitze kaufen?

    Wieviel kostet denn ein BR-Posten? Bekomme ich für 100'000 auch gleich den Posten ohne Abstimmung?

  • Abbas Schumacher am 06.06.2011 14:14 Report Diesen Beitrag melden

    Na, dann soll man halt dafür Bezahlen!

    Als Politiker lässt es sich dann ja Leben. Wer in der Privatwirtschaft nirgends Platz findet schaut, dass er als Politiker sein Geld verdienen kann. Bei einem Gehalt eines Nationalrates begreife ich, dass man für Fr. *122'700.- (*Wikipedia) inkl. Spesen, sich gerne für diesen Job bewirbt. Besonders die Jungen steuern mit ihrem Studium darauf hin. Gehalt Ständerat *Fr. inkl. Spesen 132'800.- (*Wikipedia)

    • Albert Meyer am 06.06.2011 20:29 Report Diesen Beitrag melden

      ... das wahre Gesicht der SP

      Viel gibt es nicht mehr anzufügen.

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  • Michael am 06.06.2011 12:37 Report Diesen Beitrag melden

    Vordere Wahl-Listen-Plätze streichen

    Gewünschter Partei-Wahlzettel z.Hd. nehmen und mit hinteren Listen-Plätze ersetzen d.h. Streichen /Ersetzen mit gewünschter Person - und ab an die Urne.

  • Max Kuster am 05.06.2011 19:08 Report Diesen Beitrag melden

    Auch für Stimm-/Wahlzettel

    Warum nicht auch für Stimm-/Wahlzettel Geld verlangen? Ich denke an eine transparente Gebührenauflistung: für Druck, für Zustellung, für Abgabe und je nach gewählter Partei/Person. Damit könnte die Umwelt geschont und das Verursacherprinzip vollumfänglich umgesetzt werden.