Äusserungen auf Facebook

03. August 2014 19:31; Akt: 04.08.2014 09:46 Print

15 Muslime wegen Antisemitismus angezeigt

Der Schweizerische Israelitische Gemeindebund hat 15 junge Muslime angezeigt, weil sie mit Äusserungen auf Facebook gegen das Anti-Rassismus-Gesetz verstossen haben sollen.

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Facebook-Kommentare sind öffentlich. Wer darin rassistische Äusserungen von sich gibt, macht sich strafbar. (Bild: Keystone/AP/Sean Kilpatrick)

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Der Schweizerische Israelitischen Gemeindebund (SIG) hat zahlreiche junge Secondos wegen antisemitischer Äusserungen auf Facebook angezeigt. Im Vorfeld zu einer Pro-Gaza-Demonstration in Zürich hatten sie, meist in der Facebook-Gruppe «Demo für Palästina in der Schweiz», rassistische Kommentare geschrieben und zu Gewalt gegen Juden aufgerufen.

Patrick Studer, SIG-Beauftragter für Prävention und Information, sagt zur «Schweiz am Sonntag»: «Der SIG hat 15 Personen bei den Behörden angezeigt und sie gebeten, gegen diese Personen ein Verfahren wegen Drohungen und diskriminierenden Äusserungen zu eröffnen.»

«Einzelne fehlgeleitete Drohreaktionen»

Besonders muslimische junge Männer, die sich in kurzer Zeit radikalisiert hätten, seien für die Kommentare verantwortlich. Es sei in vielen Fällen leicht gefallen, sie zu identifizieren, da sie ihre Kommentare unter vollem Namen geschrieben hätten. «Es geht in der Mehrzahl um Männer zwischen 18 und 30 Jahren, um Secondos aus der Türkei, dem Kosovo und dem Balkan.»

«Wir verurteilen in aller Schärfe und mit Nachdruck alle Aufrufe zu Hass und Gewalt», sagt Hisham Maizar, Präsident des islamischen Dachverbands Fids. Der Konflikt in Gaza sei aber hochemotional, deshalb würden sich einzelne fehlgeleitete Drohreaktionen nicht vermeiden lassen. Diese müssten verfolgt und geahndet werden. Maizar warnt aber davor, nun von den Muslimen als Bedrohung für die Juden zu sprechen. «Das wäre verantwortungslos.» Man tue alles, um eine Eskalation zu vermeiden.

(nsa)