Philipp Müllers Unfall

18. September 2015 11:48; Akt: 18.09.2015 11:48 Print

17-Jährige wird ein halbes Jahr im Rollstuhl sitzen

Die Verletzungen der jungen Frau, die FDP-Präsident Philipp Müller angefahren hat, sind schwerer als bisher bekannt: Es wird lange dauern, bis sie wieder gehen kann.

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Voraussichtlich wird die 17-Jährige, die Philipp Müller am Donnerstag der letzten Woche angefahren hat, ein halbes Jahr lang im Rollstuhl sitzen müssen. Dies sagte der Vater der jungen Frau dem «Tages-Anzeiger». Bis sie wieder gehen könne, werde es wohl ein Jahr dauern.

Wie lange ihre Genesung dauern werde, habe sie erst vor kurzem realisiert, erzählt der Vater weiter. Sie sei entsprechend niedergeschlagen. Am Mittwoch wurde sie an ihrem linken Bein operiert, an dem sie laut «Weltwoche» sieben oder acht Brüche erlitten hat. Zudem hat sie gravierende Verletzungen an beiden Knien.

Laut dem Vater hat die Familie regelmässigen Kontakt zu Philipp Müller. Müller habe auch den Wunsch geäussert, seine Tochter zu besuchen, sie wolle dies im Moment aber nicht.

«Nach dem Unfall war Müller ständig am Handy»

In den ersten Tagen nach dem Unfall hatte der Vater des Opfers Philipp Müller für sein Verhalten nach der Kollision kritisiert: Der Politiker habe keine Hilfe geleistet. Diese Darstellung bestätigt ein Augenzeuge, mit dem 20 Minuten gesprochen hat. Der Mann, der anonym bleiben möchte, sagt: «Um das Unfallopfer kümmerten sich zwei Frauen, Müller aber war ständig an seinem Handy.»

Er habe sich in der Nähe seines Autos aufgehalten, habe telefoniert und die Schäden an seinem Mercedes begutachtet. «Für die Verunfallte schien er sich nicht zu interessieren.» Am Auto des Politikers habe noch Blut des Opfers geklebt.

Der Augenzeuge fand Müllers Verhalten irritierend. «Nach so einem Unfall telefoniert man doch nicht herum, sondern kümmert sich um das Opfer – und will wissen, wie es ihm geht.»

Vor Müller kamen dem Opfer andere zu Hilfe

Müller sagte in einem Interview mit der «Aargauer Zeitung», er habe nach dem Unfall den Notruf gewählt. Das dürfte jedoch nicht sein einziges Telefonat gewesen sein: Gemäss dem Augenzeugen war Müller nach dem Unfall 10 bis 15 Minuten lang am Handy.

Warum er nicht half, erklärte Müller der«Aargauer Zeitung» so: Um das Opfer hätten sich bereits «viele Menschen» gekümmert, als er sein Auto abgestellt habe und zu Fuss in Richtung der Unfallstelle zurückgekommen sei.

(lüs)