Pestizidmessung

12. September 2019 17:35; Akt: 12.09.2019 17:42 Print

Trinkwasser von 170'000 Schweizern kontaminiert

Erst wurden im Grundwasser chemische Stoffe gemessen, nun fanden sich auch im Trinkwasser einiger Schweizer Gemeinden Pestizide. Das geht aus einem neuen Bericht hervor.

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Nachdem vor rund einem Monat ein Bericht des Bundesamts für Umwelt zeigte, dass sich im Schweizer Grundwasser zu viele chemische Stoffe aus der Landwirtschaft finden lassen, wurde nun auch das Trinkwasser durch die Kantonschemiker untersucht. Das Resultat ist laut der «Redaktion Tamedia» ernüchternd. In mehr als der Hälfte der 296 Proben fanden sich Rückstände von Pestiziden oder von deren Abbauprodukten.

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Zwölf Proben überschritten ausserdem den gesetzlichen Grenzwert. Betroffen davon sind rund 170'000 Bürger. Um welche Regionen es sich dabei genau handelt, möchten die Kantonschemiker allerdings nicht preisgeben. Da nicht alle Haushalte der betroffenen Gemeinden dasselbe Wasser erhalten, wolle man nicht unnötig Panik machen, heisst es.

Situation soll sich bereits verbessert haben

Die Wasserwerke wissen allerdings, welche Haushalte betroffen sind und müssen diese nun informieren. Klar sei nur, dass insbesondere Proben aus Regionen mit intensivem Ackerbau auffällig gewesen seien.

Aus den Resultaten müssen nun Konsequenzen gezogen werden. So müssen die Wasserwerke beispielsweise neu zwei Wasserquellen mischen oder gänzlich auf eine andere Quelle ausweichen, um die Konzentration der Pestizide im Trinkwasser zu verringern. In gewissen Regionen müsste man auch auf zusätzliche Leitungen oder den Einsatz von Filtern zurückgreifen.

Die Wasserwerke sind bereits vor einigen Wochen informiert worden. Daher sollte sich die Situation laut den Kantonschemikern mittlerweile verbessert haben. Der Verband fordert schon seit mehreren Jahren, dass auch als nicht relevant eingestufte Abbauprodukte bei der Zulassung neuer Wirkstoffe miteinbezogen werden. Es könne nämlich vorkommen, dass gewisse Stoffe von einem Tag auf den nächsten als toxikologisch relevant eingestuft werden.

(doz)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • MrsL. am 12.09.2019 17:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und dann..

    .. fragt man sich weshalb kerngesunde Menschen welche jahrelang auf ihre Gesundheit achteten, plötzlich Krebs haben. Verbietet endlich die Pestizide!

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  • Ich wusste es am 12.09.2019 17:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geht auch anders

    Einfach Pestizide verbieten anstatt die Wasserversorgung zu ändern.

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  • Johnny am 12.09.2019 17:42 Report Diesen Beitrag melden

    Transparenz

    Super Sache verseuchen uns bereits die eigenen Wasserwerke bewusst jahrelang, ohne uns etwas mitzuteilen. Bin extra von Plastikflaschen auf Hahnenwasser umgestiegen und jetzt sowas. Der Experte soll doch wenigstens verraten, welche Wasserwerke betroffen waren, damit die Menschen, die evtl. gesundheitliche Beschwerden wegen den Pestiziden haben/hatten, etwas dagegen unternehmen können (die Ursache für ihre Beschwerden kennen).

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Rucola am 14.09.2019 13:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie

    Soll denn nun die Situation sich verbessert haben. Haben sich die Schadstoffe in Dampf aufgelöst

  • LM AA am 13.09.2019 21:27 Report Diesen Beitrag melden

    Eigentümer von landwirtschaftl. Grundst.

    Wenn verseuchter Boden saniert werden muss, muss dafür der Schadenverursacher aufkommen. Lässt sich dieser nicht erruieren, so kommen die Grundstückeigentümer für die Kosten auf. Dies dürfte auch in Bezug auf landwirtschaftliche Grundstücke die sich in einer weitzurückliegenden Erbmasse befinden zur Anwendung kommen. Es ist deshalb owhl ratsam, gut darauf zu achten, wie der landwirtschaftliche Bewirtschafter mit Gift umgeht.

  • kilian k. am 13.09.2019 21:09 Report Diesen Beitrag melden

    Warum braucht es Pestizide u. Fungizide?

    Um die Erträge der Landwirtschaft zu erhöhen. Und weshalb müssen diese Erträge steigen? Genau, weil immer mehr Menschen hier leben und satt werden wollen. Trotz aller Effizienzsteigerungen schafft es die hiesige Landwirtschaft bloss für knapp 50% der Bevölkerung ausreichend Lebensmittel bereitzustellen. Es ist einiges aus dem Ruder gelaufen in der Schweiz.

    • wildh. am 13.09.2019 21:45 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht richtig

      Es geht nicht um die Erträge zu erhöhen fast nicht! Aber die Konsumenten verlangen ja nur Makellose wahre.

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  • Kanzler am 13.09.2019 19:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    BR

    Lieber Bundesrat, ist es nicht eure Pflicht eure Mitbürger zu schützen?

  • Bio am 13.09.2019 19:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Liste

    Wer weiss wo die Problemzonen sind, bitte Liste aufschalten

    • Buur am 13.09.2019 19:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bio

      Ja gebt endlich die Liste frei

    • Ciba-Geigy und Konsorten am 13.09.2019 19:52 Report Diesen Beitrag melden

      Bloss eine Vermutung, aber

      Mit einiger Wahrscheinlichkeit sind Gemeinden rund um ehemalige Deponien für Abfälle der chemischen Industrie darunter. Also etwa im Raum Basel aber auch im Jura.

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